WhatsApp & Co.

Messenger für Smartphones: WhatsApp und die Alternativen

Smartphone-Messenger wie WhatsApp liegen im Trend. Wie zeigen Ihnen, was die Messaging-Apps können und welche Alternativen es zu dem bekannten Marktführer gibt.
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Smartphone-Messenger wie WhatsApp liegen im Trend.Smartphone-Messenger wie WhatsApp liegen im Trend. Der Siegeszug des Messaging-Dienstes WhatsApp ist eng mit der zunehmenden Verbreitung von Smartphones verbunden: WhatsApp ermög­licht es, anderen Nutzern kosten­lose Kurz­nachrichten zu­kommen zu lassen. Der Dienst wird deswegen von vielen Smart­phone-Besitzern als SMS-Ersatz genutzt. Zunächst mussten nur iOS-Nutzer einen ein­maligen Betrag bezahlen - mittlerweile zahlen Nutzer aller Platt­formen nach einem kosten­losen Jahr rund einen Euro pro Jahr: Ein Millionen-Geschäft für den Betreiber, der aller­dings keine Nutzer­zahlen veröffent­licht.

WhatsApp gehört in Deutsch­land sowohl bei iOS als auch bei Android zu den Apps, die am häufigsten herunter­geladen werden. Auf dem Messenger-Markt gibt es aber nicht nur WhatsApp. Wir zeigen Ihnen einige alter­native Dienste - eine Über­sicht über die einzelnen Dienste und Features haben wir für Sie in einer Tabelle zusammen­gefasst.

Smartphone-Messenger identifizieren Nutzer meist über die Telefonnummer

WhatsApp setzt zur Identi­fizierung seiner Nutzer auf die Telefon­nummer. Der Dienst durchsucht das Adress­buch des Nutzers und lädt sämtliche gespeicherte Handy-Nummern auf seine Server in den USA.

Auf den Servern werden die Nummern analysiert und die Benutzer miteinander ver­bunden. Ist eine Telefon­nummer nicht als Nutzer von WhatsApp bekannt, soll laut den Daten­schutz­be­stimmungen nur ein Hash der Nummer gespeichert werden. Meldet sich ein Nutzer mit einer solchen Nummer neu an, werden die ent­sprechenden Verbin­dungen zu den anderen Nutzern aktiv. Nach diesem Prinzip gehen meist auch die anderen Dienste vor.

Alternativen: Viber, KakaoTalk oder Tango

Auf dem Prinzip von WhatsApp basieren auch einige weitere Messaging-Dienste. Die meisten dieser Dienste unter­stützen neben Text­nachrichten auch das Versenden von Fotos und einige erlauben kostenlose Gespräche zwischen den Nutzern. Alter­native Messenger wie Viber, Line, KakaoTalk oder Tango verfügen je über eine Nutzerbasis, die in Deutsch­land bei weitem nicht an WhatsApp herankommt - allerdings sind sie in manch anderen Ländern schon weiter verbreitet.

Der mit vielen Vorschusslorbeeren bedachte Dienst Hike konnte zunächst aufgrund einiger Sicherheits­lücken nicht überzeugen. forfone wiederum ist einer der wenigen Dienste, die in Europa heimisch sind: Der Anbieter hat seinen Stammsitz in Wien. forfone-Nutzer können auch normale Telefonnummern anrufen: Das funktioniert über einen eigenständigen VoIP-Dienst, der aber pro Gesprächs­minute Kosten verursacht. Hinter ChatOn wiederum steckt der koreanische Hersteller Samsung, der seinen eigenen Dienst mit Apps auf allen verbreiteten Platt­formen anbietet - und sogar eine Web-Version entwickelt hat.

Nur die wenigsten Dienste lassen sich an mehreren Geräten gleich­zeitig verwenden. Dafür gibt es die Messenger auf den verbreiteten Smartphone-Platt­formen wie Android, iOS und Windows Phone. Symbian und Blackberry werden nicht immer vollumfänglich unterstützt.

Features und Nachrichtenarten der Messaging-Dienste im Überblick

  Samsung
ChatOn
forfone Joyn Kik Threema Viber WhatsApp
Text ja ja ja ja ja ja ja
Audio-
Aufnahme
ja - ja - - ja ja
Bilder ja ja ja ja ja ja ja
Dateien - - ja - - - -
Kalender ja - - - - - -
Kamera-
Aufnahme
ja - ja ja ja ja ja
Kontakt ja - - - - - ja
Smileys ja ja ja ja ja ja ja
Standort - ja ja - ja ja ja
Video ja - ja ja ja ja ja
Gruppen-
Chats
ja - ja - ja ja ja
Telefonie - ja ja - - ja 1) -
Gruppen-
Telefonie
- - - - - - -
Video-
Telefonie
- - ja - - - -
Unterstützte
Betriebssysteme
Android ja ja ja ja ja ja ja
Bada ja - - - - ja -
Blackberry 7 ja - - ja - ja ja
10 - - - - - - ja
iOS ja ja ja ja ja ja ja
Nokia S40 - - - - - ja ja
Symbian - - - ja - ja ja
Windows Phone ja ja ja ja - ja ja
Datenschutz und Sicherheit
Datenschutz-Bestimmungen AGB AGB - AGB AGB AGB AGB
Sprache de de - en de en en
Verschlüsselung ja k. A. k. A. - Ende-zu-
Ende
ja ja
Zugriff auf Adressbuch ja ja ja ja optional ja ja
Kosten
App-Download (einmalig) - - - - 1,79 - -
Abo-Gebühren - - je nach Anbieter - - - 89 Cent pro Jahr
Weitere Kosten - externe Anrufe und Nachrichten je nach Anbieter - - - -
Anmerkungen
Kann auf mehreren Geräten genutzt werden Als Call­through-Service gestartet - - - - -
Stand: Februar 2014, Preise in Euro
1) Nicht auf Blackberry

Joyn: Die Alternative der Netzbetreiber

Die weg­brechenden SMS-Umsätze spüren die Netz­betreiber deutlich. Deswegen entwickeln sie zusammen mit der GSM-Association (GSMA) den Alter­nativ-Dienst Joyn. Dieser soll die SMS ersetzen und zu WhatsApp und Co. in Konkurrenz treten. Ob dies gelingt, ist aktuell nicht ab­zusehen: Joyn befindet sich noch im Beta-Stadium und ist nur für wenige Kunden verfüg­bar.

Messaging und Social Networking vereint

In den sozialen Netzwerken wie Facebook, Google+ oder Xing können Nutzer sich gegen­seitig Nachrichten zusenden. Mit den ent­sprechenden Apps finden diese den Weg auf das Smartphone. Google hat mit Hang­outs seinen Chatdienst Google Talk ersetzt. Grund­sätzlich bietet sich auch die E-Mail als Kommunikations­mittel an - diese wird auf den meisten Smartphones ebenfalls als Push-Mail zugestellt.

iOS-Nutzer haben auf ihren Geräten Zugriff auf iMessage und Facetime. Mit diesen Diensten können Nutzer unter­einander kosten­los tele­fonieren und chatten. Auf anderen Platt­formen sind iMessage und Facetime nicht verfügbar.

Datenschutz und Sicherheit

Die Messaging-Dienste greifen meist auf das Adress­buch des Nutzers zu. In den Datenschutz­bedingungen der meisten Anbieter wird zwar meist ein Verkauf der Daten an Dritte aus­geschlossen, aber Zweifel bleiben. Auch ist nicht immer fest­zustellen, wo die Daten gespeichert werden und wer überhaupt den Dienst betreibt. Ins­besondere WhatsApp hatte in der Vergangen­heit öfter mit Sicherheits­problemen zu kämpfen. Der Betreiber von WhatsApp reagierte darauf nur zögerlich.

Wünschens­wert wäre die Möglichkeit, bestimmte Ruf­nummern nicht mit dem Dienst zu teilen - gerade berufliche Kontakte möchte nicht jeder einem Anbieter anvertrauen, der nicht auf deutsche bzw. euro­päische Datenschutz­bestimmungen festgelegt ist. Alternativ bieten sich dann die Messenger von sozialen Netz­werken oder klassische Instant Messenger an.

Verschlüsselung: Ende-zu-Ende oder nur die Verbindung

Problema­tisch an manchen Messaging-Diensten ist, dass die Nach­richten nicht verschlüsselt über­tragen werden: In unsicheren WLAN-Netzen können dann Nachrichten von anderen WLAN-Teilnehmern mit­geschnitten werden. Spätestens die Ent­hüllungen von Edward Snowden haben außer­dem gezeigt, dass Zugriffs­möglichkeiten auf Daten bestehen, wenn sie auf Servern in den USA gespeichert sind - potenziell auch an anderen Orten der Welt.

Messenger wie Threema und MyEnigma verschlüsseln daher die Nach­richten voll­ständig nach dem sogenannten Ende-zu-Ende-Prinzip. Das bedeutet: Die Nach­richten sind nicht einmal auf den Servern des Anbieters zu lesen. Die Bedienung dieser Chat-Dienste ist dabei nicht kompli­zierter - aber deutlich sicherer. Einen weiteren Vorteil haben voll verschlüs­selte Systeme: Das Prinzip des privaten und öffent­lichen Schlüssels bietet auch die Gewähr, dass am anderen Ende tat­sächlich diejenige Person schreibt, die der Nutzer in seinem Adress­buch hat - zumindest so lange keine unbe­fugte Person Zugriff auf das Smart­phone hat.

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Die Geschichte: Von ICQ zum Blackberry Messenger bis hin zum Smartphone-Messenger

Moderne Messaging-Dienste wie WhatsApp oder Viber sind auf dem Smartphone zu Hause. Die Klassiker wie ICQ oder AIM - später auch Skype - sind auf dem Desktop groß geworden und haben erst spät den Sprung auf das Handy geschafft. Selbst soziale Netz­werke, die auf ihren Web­seiten auch Chat-Funktionen anbieten, haben nicht sofort mobile Clients veröffentlicht.

Ein Vorreiter war der Hersteller Blackberry, der mit seinem Blackberry Messenger seine Kunden untereinander ver­bunden hat: früher ein Verkaufs­argument, das heute aber kaum mehr zieht.

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