HSCSD wird von
E-Plus seit November 1999 und von
Vodafone seit Oktober 2000 angeboten. High Speed
Circuit Switched Data - kurz HSCSD - nutzt zur Steigerung der Übertragungskapazität
in
GSM-Netzen das Verfahren der Kanalbündelung - dem Nutzer werden gleich mehrere
GSM-Kanäle zugewiesen. Theoretisch sind acht Kanäle möglich, realisiert ist
derzeit aber nur die Bündelung von maximal vier Kanälen, wobei alternativ die
Kombination von 2:2 oder 3:1 für den Down- und Upload zur Wahl stehen.
Die Gesamt-Datenrate ergibt sich durch die Addition der Leistungsfähigkeit eines
einzelnen Kanals (zwischen 9,6 und 14,4 kBit/s) mit der Zahl der Kanäle.
Die Leistungsfähigkeit von HSCSD liegt somit bei der Nutzung von vier
Zeitschlitzen zwischen 38,4 und 57,6 kBits/s. Das ist nicht ganz so schnell
wie
ISDN (ohne Kanalbündelung) oder gar
DSL, aber dennoch für
viele Anwendungen ausreichend. Der Vorteil von HSCSD für den Nutzer ist die
feste Übertragungsbandbreite, welche während der Verbindung gleichmäßig zur
Verfügung steht.
Bei HSCSD werden dem Teilnehmer für die Zeit, in der er mit dem Netz verbunden
ist, eine bestimmte Anzahl von Kanälen zur Verfügung gestellt. Sprachtelefonie hat
aber in jedem Fall Vorrang. Das heißt, im Falle eines Kapazitätsengpasses wird die
Performance für die Datenübertragung von Seiten des Netzbetreibers eingeschränkt,
in dem ein oder zwei Kanäle "gekappt" werden. Stehen später wieder genügend Ressourcen
zur Verfügung, so kann der abgeschaltete Kanal auch wieder hinzugefügt
werden.
Neben einigen Laptop-Modemkarten - vor allem von
Nokia - unterstützen auch viele Handys von Nokia und
Sony Ericsson den HSCSD-Standard.
Bei anderen Herstellern sucht man HSCSD dagegen fast
vergeblich.
Wesentlich weiter verbreitet als HSCSD ist inzwischen der paketvermittelte
Datenübertragungsstandard GPRS, der auch in den neuen
UMTS-Netzen genutzt wird. Dieser wird inzwischen
von fast allen neuen Mobiltelefonen unterstützt. Eine Übersicht hierzu haben wir
auf einer weiteren Seite zusammengestellt.