FAQ: Falsche Telekom-Rechnung

Falsche Telekom-Rechnung: So reagieren Sie richtig

Was tun, wenn die Telekom-Rechnung viel zu hoch und offen­sichtlich falsch ist? teltarif.de hat einen Fach­anwalt gefragt und bietet Ihnen hilf­reiche Rat­schläge.
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Die Situation erleben viele Telefon-Kunden: Sie sehen sich ihre Telefon­rechnung an und finden un­erklär­liche Posten darauf. Nach den eigenen Vor­stel­lungen sollten die Minuten­preise eigentlich wesentlich günstiger gewesen sein. Oder aber es sind Ver­bindungen oder Dienst­leistungen aufgeführt, an die man sich nicht erinnern kann. Dies ist ins­besondere dann ärger­lich, wenn man keinen Einzel­verbindungs­nachweis beantragt hat. Über die Rechnung der Deutschen Telekom werden zudem Gespräche verschiedener Call-by-Call-Anbieter abgerechnet. Was kann man nun machen, wenn Gespräche von Dritt­anbietern falsch ab­gerechnet wurden? Auf dieser Seite werden einige der häufig gestel­lten Fragen zu diesem Thema beantwortet.

Welche Rechnungsposten werden über die Telekom abgerechnet?

Die Telekom rechnet neben den eigenen Verbindungen und Grund­gebühren auch verschiedene Call-by-Call-, Internet-by-Call- und Mehrwert­dienste-Anbieter ab. Die Deutsche Telekom AG ist für die Rechnungs­stel­lung und den Erst­einzug der Rechnungs­beträge ver­antwortlich. Der einzelne Call-by-Call-Anbieter kennt seine Kunden in der Regel nicht, sondern nur dessen Telefon­nummer. Auch wäre es für die einzelnen Call-by-Call-Anbieter un­wirtschaftlich, ihren Kunden eigene Rechnungen über Cent-Beträge zu schicken.

An wen wende ich mich bei Fehlern?

Falsche Rechnung: So reagieren Sie richtigFalsche Rechnung: So reagieren Sie richtig Das kommt darauf an, wo der Fehler liegt. Die Telekom ist nicht zuständig für die Bearbeitung von Fehlern, die von Dritten - wie Call-by-Call-Anbietern - gemacht wurden. Die Telekom erhält von den Anbietern nur die Ab­rechnungen und gibt diese an die Kunden weiter.

Unter der Über­schrift "Beträge anderer Anbieter" finden sich die Ab­rechnungen für andere Unter­nehmen. An gleicher Stelle finden Sie auch die Kontakt­daten der ent­sprechenden Anbieter für Fragen/Reklama­tionen zur Rechnung. Einige Anbieter haben dabei einen gemeinsamen Inkasso-Dienst­leister wie z.B. Nexnet da­zwischen­geschaltet. Diese Abrechnungs­dienst­leister bearbeiten die Ein­wendungen verschiedener Telefon­anbieter gebündelt.

Ist die Grund­gebühr falsch oder sind Telekomv­erbindungen falsch berechnet, ist der richtige Ansprech­part­ner natürlich die Telekom selbst. Die zuständige Nieder­lassung und die Telefon­nummern der Telekom finden sich oben auf der Rechnung.

Ich halte Verbindungen für falsch, habe jedoch keinen Einzel­verbindungs­nachweis.

Das macht nichts. Wenn Sie Ein­wendungen gegen die Höhe der in Rechnung ge­stellten Verbindungs­entgelte haben, ist der Anbieter ver­pflichtet, einen Einzel­verbindungs­nachweis zu erstellen, der die einzelnen Ver­bindungs­daten auf­schlüs­selt.
Folgende Ausnahmen sind jedoch zu beachten:

  • Hat der Kunde zu einem früheren Zeit­punkt die gekürzte Speicherung oder gar die sofortige Löschung der Daten nach Rechnungs­stellung verlangt, besteht eine Pflicht zur nach­träglichen Erstel­lung eines Einzel­verbindungs­nachweises nur im Umfang der noch vorhandenen Daten. Meistens werden die Daten verein­barungs­gemäß nach 80 Tagen gelöscht.
  • Ebenso wird durch Regelungen des Daten­schutzes eine Grenze gezogen. Mussten die Daten aber gelöscht werden, besteht für den Anbieter auch keine Pflicht mehr, einen Einzel­verbindungs­nachweis zu erstellen. Der Anbieter muss in der Rechnung jedoch in drucktechnisch deutlich ge­stal­teter Form darauf hin­gewiesen haben.
Dennoch sollte für die Zukunft ein Einzel­verbindungs­nachweis beantragt werden. Der einfache Nachweis muss durch die Anbieter kosten­frei zur Verfügung gestellt werden.

Auf der nächsten Seite erfahren Sie unter anderem, wie Sie bei falschen Rechnungen richtig vor­gehen und wer im Streit­fall was beweisen muss.

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