
Cell-Broadcast hat die besten Zeiten hinter sich
Damit man immer erreichbar bleibt, auch wenn man seinen Aufenthaltsort ändert,
tauscht jedes Handy mit den Basis-Stationen des Netzbetreibers ständig Informationen
aus, auch wenn man nicht telefoniert. Während dieser Übertragung können zusätzlich
verschiedene Textinhalte übermittelt werden, die sich mit den meisten Handys dann
auswerten lassen. Dieses Verfahren wird als
Cell Broadcast (kurz CB)
bezeichnet - es funktioniert allerdings lediglich bei
GSM, in
UMTS-Netzen
dagegen nicht. Das Angebot ist dabei mittlerweile äußerst spärlich - und das dürfte sich auch in
Zukunft nicht mehr ändern.
Doch wie funktioniert Cell Broadcast? Das System
ähnelt in gewisser Hinsicht dem vom Fernsehen her bekannten Videotext.
So empfangen alle Handy-Nutzer in einer Funkzelle dieselben CB-Mitteilungen, wenn
sie diesen Dienst aktiviert und den Kanal, auf dem die Sendungen ausgestrahlt werden,
eingestellt haben. Dies unterscheidet Cell Broadcast von
SMS, bei denen eine Textnachricht
gezielt an einen bestimmten Teilnehmer versendet wird.
CB-Nachrichten können maximal zwar nur 93 Zeichen umfassen, doch da sie
fortlaufend gesendet werden, lassen sich trotzdem in kurzer Zeit viele verschiedene
Informationen übertragen, die meist auch im Abstand von wenigen Minuten erneut
gesendet werden. Somit muss auch dann keine Meldung verpasst werden, wenn der Nutzer sich für
kurze Zeit in einem "Funkloch" befindet. Auch können die Anbieter technisch regional
unterschiedliche Informationen bereitstellen, so dass zum Beispiel Verkehrshinweise
oder Wettervorhersagen ganz gezielt auf den aktuellen Aufenthaltsort bezogen
übermittelt werden können. Der Empfang dieser Mitteilungen ist dabei
kostenlos.
Wie empfange ich Cell Broadcast?
Grundsätzlich empfängt jedes GSM-Handy die CB-Informationen des Netzbetreibers. Aber
ähnlich, wie man mit der Fernbedienung eines Fernsehgerätes zunächst auf die
Videotext-Anzeige umschalten und dann mittels einer dreistelligen Nummer die
gewünschte Seite wählen muss, muss man auch am Handy zunächst die Darstellung der
CB-Mitteilungen aktivieren und mittels einer dreistelligen Nummer angeben, welche
der Informationen aus den übertragenen Daten herausgefiltert und angezeigt werden
sollen.
Mancher Handy-Hersteller verzichtet bei neuen Modellen schon auf die Bereitstellung der
Cell-Broadcast-Fähigkeit - wenn sie doch implementiert ist, findet sie sich
oft "versteckt" in den Einstellungen und heißt dann zum Beispiel "Nachrichtendienst",
"Zelleninfo", "Rundsendung" oder eben "Cell Broadcast". Auch waren viele Hersteller
sehr kreativ, als es um die Bezeichnung der Nummer ging, über die das Thema der
Meldungen definiert wird, die man empfangen möchte: Bei einigen heißt sie "Code",
bei anderen "Kanal", "Mitteilungstyp", "Themen ID" oder schlicht "Nummer", so dass
der Nutzer auch hier etwas suchen muss. Anschließend muss die
Anzeige von empfangenen Mitteilungen in den Einstellungen noch aktiviert werden.
Ein wesentlicher Nachteil des Cell-Broadcast-Dienstes: Bei
aktivierten CB-Meldungen entlädt sich der Akku
des Handys schneller, so dass sich
dessen Standby-Zeit zum Teil erheblich verkürzt.
Historie: Welche Informationen wurden angeboten?
Früher gab es vor allem bei Vodafone einige interessante Dienste. Da mit
Cell Broadcast jedoch kein Geld zu verdienen ist, sind die Angebote, die
meist über Sponsoren finanziert wurden, inzwischen eingestellt worden.
Die Telekom kam nie
über einen Cell-Broadcast-Testbetrieb hinaus und E-Plus führte den Dienst
erst gar nicht ein, auch nicht auf Testbasis. In der folgenden Tabelle finden Sie die aktuellen Cell-Broadcast-Angebote.
Aktuelle Cell-Broadcast-Angebote
| Anbieter |
Code |
Inhalt |
Bemerkung |
| Telekom |
zurzeit kein Cellbroadcast-Angebot |
| Vodafone |
zurzeit kein Cellbroadcast-Angebot |
| E-Plus |
Dienst nicht vorgesehen |
| o2 Germany |
221 |
BTS-Standort (Gauß-Krüger-Format) |
zur Bestimmung der Regional- Zonen bei Genion-Verträgen |
Stand: Mai 2011
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