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Huawei Mate 8 im Hands-On: Der Handy-Kraftprotz

In China hatten wir Gelegenheit, uns das Huawei Mate 8 im Hands-On anzusehen. Das Smartphone punktet vor allem durch Leistung. Bereits Anfang des kommenden Jahres könnte das Mate 8 nach Deutschland kommen.
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Huawei Mate 8 im Hands-OnHuawei Mate 8 im Hands-On Das Mate 8 wurde eigentlich bereits zur IFA erwartet, doch stattdessen stellte Huawei das Mate S vor. Offiziell gemacht wurde das neue Riesen-Smartphone schluss­endlich erst vor wenigen Wochen. Derzeit ist das Mate 8 zwar nur in China erhältlich, doch könnte es inoffiziellen Aussagen nach bereits Anfang des kommenden Jahres auch in Europa in die Läden kommen. Grund genug, uns das Smartphone auf unserer China-Reise einmal näher anzusehen. Im offi­ziellen Huawei-Store in Shenzhen hatten wir die Möglichkeit, uns einen ersten Eindruck von dem Gerät zu machen, das die Nachfolge des Huawei Ascend Mate 7 antreten soll.

Huawei setzt wieder auf Metall

Wie das Vorgänger-Modell ist auch das Huawei Mate 8 mit einer Display­diagonale von 6 Zoll ein sehr großes Smartphone. Dennoch ist es dem Hersteller gelungen, das Gehäuse kompakt zu halten. Das IPS-NEO-Display erstreckt sich bis zum Rand und erscheint somit nahezu rahmenlos. Die Auflösung beträgt wie beim Ascend Mate 7 1920 mal 1080 Pixel - an eine QHD-Auflösung hat sich Huawei auch beim aktuellen Neuling nicht herangewagt. Dennoch konnten wir keine Abstriche in der Qualität der Darstellung ausmachen. Das Schriftbild sowie die Icons auf dem Homescreen wirken scharf und die Farben natürlich. Allerdings erschien die maximale Helligkeit einen Tick zu dunkel, was aber auch an der grellen Shop-Beleuchtung liegen kann.

Huawei Mate 8
Das Display ist durch Gorilla Glass 4 vor Kratzern geschützt. Auch die übrige Verarbeitung ist tadellos. Es gibt keine Spalten und unsauber verarbeitete Bauteile. Zu den Rändern hin wurde das Displayglas leicht abgerundet, wodurch sich ein ebenmäßiger Übergang von den Glas- zu den übrigen Komponenten des Gehäuses ergibt. Der Rahmen des Mate 8 sowie die Rückseite bestehen vollständig aus Metall, wobei die Rückseite wie beim Mate S leicht geschwungen ist. Trotz der Größe des Smartphones liegt das Gerät dadurch gut in der Hand.
Huawei Mate 8 im Hands-On
Metallgehäuse ist präzise verarbeitet
Die Tasten für die Regelung der Lautstärke und der Power-Button befinden sich rechts am Mate 8 und sind auch im Einhand­betrieb gut erreichbar. Links hat Huawei hingegen die Einschübe für die SIM-Karte und die microSD-Karte zur Erweiterung des Speichers untergebracht. Die gleiche Anordnung gab es bereits beim Vorgänger Huawei Ascend Mate 7. Neu ist hingegen die Positionierung der Lautsprecher, die sich nun nicht mehr auf der Rückseite befinden, sondern am unteren Gehäuserand. Dafür wurden in den Metall­rahmen kleine Löcher gebohrt. Liegt das Mate 8 auf dem Rücken, kann sich der Ton nun besser verbreiten, da die Lautsprecher nicht abgedeckt sind.

Finger­abdruck­scanner im runden Design

Während die Kamera und der Finger­abdruck­scanner des Ascend Mate 7 noch eckig gestaltet waren, sind beide Elemente beim Mate 8 nun rund. Mit dem Finger­abdruck­scanner lässt sich das Smartphone entsperren - bis zu fünf Abdrücke können gespeichert werden.

Die Hauptkamera macht Bilder mit bis zu 16 Megapixel und verfügt über einen optischen Bild­stabilisator sowie einen Dual-LED-Blitz. Von der reinen Megapixel-Zahl ist die Kamera somit der des Mate S mit 13 Megapixel überlegen. Sie schließt zudem nahezu bündig mit der Oberfläche der Gehäuse­rückseite ab - das gefällt. Mit der 8-Megapixel-Frontkamera sollen sich dank größerem Sensor bessere Selfies auch bei schlechtem Licht aufnehmen lassen, was sich in der grellen Shop-Atmosphäre aber nicht wirklich testen ließ.

Huawei Mate 8 im Hands-On
Runde Sache: Fingerabdruckscanner und Kamera

Power unter der Haube

Während Huawei beim Mate S vor allem auf das Design setzt (auch wenn die Leistung nicht zu verachten ist), steht beim Mate 8 vor allem die Power im Vordergrund. Das Smartphone wurde mit dem neuesten HiSilicon-Prozessor Kirin 950 ausgestattet, der nur knapp zwei Wochen vor dem Mate 8 offiziell gemacht wurde. Der Octa-Core-Chip besitzt vier Cortex-A72-Kerne mit bis zu 2,3 GHz und vier Cortex-A53-Kerne mit bis zu 1,8 GHz. Die Cortex-A72-Kerne mit dieser Taktrate sind derzeit das schnellste, was Nutzer von ARM bekommen können. Zum SoC (System on Chip) gehören zudem die neue Mali-T880MP4 Grafik sowie ein LTE-Cat.6-Modem für Downstreamraten von bis zu 300 MBit/s.

Natürlich konnten wir im Hands-On noch nicht die volle Leistung des Mate 8 testen. Nur soviel: Das Scrollen durch Webseiten ging äußerst flüssig vonstatten, Apps öffneten sich zügig und auch beim ersten kurzen Spiel konnten wir keine Ruckler feststellen.

Vom Huawei Mate 8 wird es unterschiedliche Versionen geben. Die kleinste Speichervariante mit 32 GB wird 3 GB Arbeitsspeicher mitbringen. Die Versionen mit 64 GB und 128 GB Speicher haben 4 GB RAM an Bord. Die 64-GB-Version ist diejenige gewesen, die wir uns in China näher angeschaut haben. Von dem internen Speicher stehen Nutzern noch etwa 52 GB zur freien Verfügung, der Rest ist dem System vorbehalten.

Huawei Mate 8 im Hands-On
Gorilla Glass 4 und Metallrahmen geben Stabilität

Android 6.0 und Emotion UI 4.0

Beim Betriebs­system zeigt sich Huawei vorbildlich und liefert das Mate 8 mit Android 6.0 Marshmallow aus. Zudem wurde die hauseigene Oberfläche Emotion UI, kurz Emui, auf die Version 4.0 aktualisiert. Zumindest optisch lassen sich aber kaum Unterschiede zu den Versionen Android 5.1.1 und Emui 3.1 erkennen, die derzeit auf dem Ascend Mate 7 zum Einsatz kommen. Die Anpassungen machen sich stattdessen im Hintergrund bemerkbar: Huawei verspricht mehr Schnelligkeit mit mehr Stabilität und einem besseren System-Management durch den Nutzer. Neu beim Emui 4.0 sind unter anderem das Defrag­mentierungs-Tool, neue Energie­sparoptionen und Kamera-Modi.

Sonstiges

Das Huawei Mate 8 wurde mit einem 4000-mAh-Akku ausgestattet, der fest im Gehäuse eingebaut ist. Die Batterie ist somit nur unwesentlich kleiner als das 4100-mAh-Pendant des Ascend Mate 7, das bei durch­schnitt­licher Nutzung etwa drei Tage ohne Steckdose auskommt.

Das Smartphone unterstützt neben dem bereits erwähnten LTE auch WLAN a/b/g/n/ac sowie Bluetooth 4.2, NFC, Glonass und GPS. Es wird in den Farben Silber, Gold, Braun und Grau angeboten und kostet in China in der 64-GB-Variante aktuell 3699 chinesische Yuan, umgerechnet also 522 Euro. Konkrete Angaben zum deutschen Marktstart gibt es derzeit nicht. Erste vage Aussagen seitens Huawei sprechen aber von einem Release Ende Januar 2016.

Das Mate 8 ist bereits das dritte (Flaggschiff-)Smartphone, das Huawei in diesem Jahr auf den Markt gebracht hat. Es folgt dem Huawei P8 vom April (hier im Test) und dem Huawei Mate S vom August (hier im Test). Wer wissen möchte, wie sich der Vorgänger Huawei Ascend Mate 7 im Alltag schlägt, findet hier den Test.

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