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WSJ: Chinesischer Telekom-Ausrüster Huawei plant Börsengang

Konzern erhofft sich bessere Chancen auf Großaufträge im Westen
Von mit Material von dpa
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Der chinesische Telekom-Ausrüster Huawei Technologies arbeitet laut einem Zeitungsbericht an einem Börsengang. Derzeit liefen erste Gespräche mit Investmentbanken, es seien jedoch noch keine Entscheidungen getroffen worden, berichtete das "Wall Street Journal" (WSJ) heute unter Berufung auf informierte Personen. Demnach neige das Unternehmen zu einer Notierung in den USA, sehe aber auch Hongkong oder London als mögliche Länder für die Börsen-Notierung.

WSJ: Chinesischer Telekom-Ausrüster Huawei plant BörsengangHuawei plant offenbar Börsengang Das 1988 gegründete chinesische Unternehmen hat seinen Sitz in Shenzhen, Guangdong und ist inzwischen zum zweitgrößten Hersteller von Ausrüstung für Telekom-Netzwerke nach dem schwedischen Konzern Ericsson aufgestiegen. Mehr als 140 000 Mitarbeiter waren im vergangenem Jahr bei Huawei beschäftigt, darunter rund 1400 bei der deutschen Tochterfirma Huawei Technologies Deutschland GmbH.

Huawei hoffe, mit der größeren Transparenz als börsennotiertes Unternehmen bessere Chancen auf Großaufträge im Westen zu bekommen, hieß es. Vor allem in den USA und Australien hatten Sicherheitsbedenken bereits Deals mit Huawei verhindert - der Firma werden enge Beziehungen zum chinesischen Militär nachgesagt. Im Zuge eines Börsengangs müsste das Unternehmen unter anderem Eigentumsverhältnisse und Finanzquellen offenlegen. In der Netzwerktechnik belegt der Konzern heute weltweit Platz zwei hinter dem US-Anbieter Cisco.

Huawei in Deutschland

In Deutschland war Huawei lange Zeit vor allem für seine USB-Surf-Sticks und WLAN-Router bekannt. Seit etwa zwei Jahren bringt der chinesische Hersteller auch zunehmend Smartphones unter eigenem Namen nach Europa. Besonders erfolgreich waren dabei Einsteigergeräte wie das Huawei Ideos X3 und das Huawei Ascend Y200, die vor allem durch ihren Preis von unter 100 Euro das Interesse der Nutzer auf sich zogen.

Mittlerweile umfasst die Handy-Palette von Huawei eine ordentliche Auswahl von einfachen Smartphones über Oberklasse-Modelle wie das angekündigte Ascend D1 Quad. Bis vor einiger Zeit hat der Konzern vor allem Geräte entwickelt, die unter Provider-Namen verkauft wurden. Das soll sich ändern: Mit neuen mobilen Geräten will Huawei seine Marktposition in Europa noch weiter festigen und zum ernsthaften Konkurrenten für Branchengrößen wie Apple und Samsung werden.

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