High-End-Smartphone

HTC One X im Test: Quad-Core-Bolide im hübschen Plastik-Kleid

Schnelle CPU und neueste Android-Version sorgen für viel Spaß
AAA

Auf dem Mobile World Congress 2012 (MWC) in Barcelona hat HTC seine One-Baureihe vorgestellt. Die aus den drei Modellen HTC One X, One S und One V bestehende Serie soll unter anderem den Zweck erfüllen, das Smartphone-Sortiment von HTC wieder ein wenig übersichtlicher zu gestalten, in der Vergangenheit hatte der Hersteller zahlreiche ähnliche Modelle auf den Markt gebracht und damit bei manchen Kunden für Verwirrung gesorgt. Nun soll alles klar sein: HTC One V für die Einsteiger, One S für die gehobene Mittelklasse und One X als High-End-Modell. Nach dem One V haben wir uns das HTC One X im Test einmal aus der Nähe angesehen.

Angefangen mit den schnöden Äußerlichkeiten, fällt zunächst das schneeweiße Gehäuse des - auch in Schwarz erhältlichen - HTC One X ins Auge. Die Oberfläche ist seidenmatt und gibt sich als wahrer Handschmeichler. Die Verarbeitung ist makellos, wie es sich für ein knapp 600 Euro teures Smartphone auch gehört. An der Rückseite sitzt oberhalb des HTC-Schriftzuges die Hauptkamera des Android-Handys mit LED-Leuchte und 8 Megapixel, unten ist hinter feinen Bohrungen der HTC One X im TestHTC One X im Test (Klicken für mehr Bilder) Lautsprecher mit Beats-Audio-Technologie versteckt. An der rechten Seite sind noch fünf kleine Kontakte versteckt, die wohl für eine optional erhältliche Docking-Station gedacht sind. Die Schublade für die kleine Micro-SIM ist am oberen Rand neben dem Power-Button versteckt. Auf der Vorderseite dominiert das 4,7 Zoll große Display mit seinen Softtouch-Schaltflächen darunter. Die zweite Kamera für Videotelefonie hat eine Auflösung von 1,3 Megapixel für Fotos und 720p für Videos. Mit 130 Gramm ist das große, aber nur 8,9 Millimeter dünne HTC One X nicht besonders schwer geworden, was an dem Material liegt. Das Gehäuse ist nicht aus Metall, sondern aus Kunststoff. Dieser wirkt in diesem Fall allerdings ebenfalls edel und hochwertig und sollte Interessenten nicht abschrecken. Das Gehäuse lässt sich nicht öffnen, ergo auch der Akku nicht wechseln - ein unschöner Trend, der derzeit um sich greift. Einen Slot für eine Speicherkarte gibt es nicht, dafür aber einen NFC-Chip.

Schöne Benutzeroberfläche und sehr gute Kamera

Micro-SIM und dazugehörige SchubladeMicro-SIM und dazugehörige Schublade Beim Betriebssystem setzt HTC auf die aktuelle Android-Verison 4.0 Ice Cream Sandwich. Die wird kombiniert mit der aktuellsten Version der eigenen Oberfläche namens HTC Sense. Diese kommt weniger aufdringlich daher wie ihre Vorgänger und konzentriert sich auf seichte Umbaumaßnahmen der Menüs und einige schöne Widgets wie die bekannte Uhr mit Wetter-Anzeige. In der aktuellen Version präsentiert sich Android erwachsener als früher, etwa mit leicht zu bedienenden Ordnern für Icons oder dem praktischen Multitasking, in dem Anwendungen durch einfaches Herausschieben geschlossen werden können. Etwas ungewohnt ist, dass der Menü-Button aus der unteren Leiste verschwunden ist und durch den Multitasking-Button ersetzt wurde. Das Menü wird nun im Regelfall über Schaltflächen in Apps aufgerufen, die mit drei Punkten markiert sind.

Aktuelles Android und neue HTC-Sense-OberflächeAktuelles Android und neue HTC-Sense-Oberfläche Das Display des HTC One X hat eine Auflösung von starken 1 280 mal 720 Pixel und kann somit HD-Inhalte in in 720p in voller Größe wiedergeben. Das ist aber nicht die einzige Stärke, denn der Bildschirm stellt die Inhalte ausgesprochen scharf und hell dar. Auch die Farbdarstellung überzeugt und wirkt sehr natürlich. Die Blickwinkelstabilität ist ebenfalls in Ordnung, die Farben verzerren beim Betrachten von der Seite nicht. Allerdings wirkt das Display je nach Blickrichtung im spitzen Winkel etwas dunkler als bei optimalem Betrachtungswinkel. Die Reaktion auf die Bedienung mit den Fingern ist ohne Fehl und Tadel, der Touchscreen arbeitet flott und präzise - einzig die Größe macht ab und an Probleme, denn bei der Bedienung mit einer Hand liegen die äußersten Ecken für die meisten Daumen in unerreichbaren Regionen. Aber man kann dann eben auch nicht alles haben, wer ein Smartphone mit so großem Display braucht, muss das in Kauf nehmen.

Kamera-App mit vielen Effekten sowie Video und Bild parallelKamera-App mit vielen Effekten sowie Video und Bild parallel (Klicken für Beispiel-Fotos) Viel Aufmerksamkeit hat HTC der Kamera des One X gewidmet. Die Linse mit einer maximalen Auflösung von 8 Megapixel ist in der Lage, Videos in Full-HD mit 1080p aufzuzeichnen. Wie bereits in der Vergangenheit gibt es auch beim HTC One X die Möglichkeit, verschiedene Filter auszuwählen und direkt beim Fotografieren oder später auf das Bild anzuwenden. Neu ist allerdings, dass HTC zwei separate Auslöse-Schaltflächen für Videos und Bilder in der Kamera-App platziert hat. Damit entfällt nicht nur der lästige Wechsel zwischen den beiden Modi, sondern der Nutzer hat auch die Möglichkeit, während der Aufnahme eines Videos Bilder zu machen. Dies funktionierte im Test anstandslos und kann durchaus praktisch sein. Wer den Foto-Auslöser gedrückt hält, kann zudem Serien mit fünf Aufnahmen pro Sekunde erstellen. Diese Features hat nicht nur das One X, sondern sie kommen bei allen One-Smartphones zum Einsatz. Ebenso bleibt die Möglichkeit erhalten, die Kamera über den Lockscreen direkt zu starten, indem das Icon in den Kreis gezogen wird.

Neben den praktischen Funktionen können sich auch die Ergebnisse der Kamera sehen lassen, die Bilder sind scharf und haben wenig mit Bildrauschen zu kämpfen. Auch die Auslösegeschwindigkeit ist gut, lediglich an der Tiefenschärfe mangelt es hier und da. Bei den Videos könnte die Tonqualität etwas besser sein, die bewegten Bilder können sich jedoch ebenfalls sehen lassen.

Auf der zweiten Seite erfahren Sie unter anderem, wie schnell der Quad-Core-Prozessor im HTC One X arbeitet und wie unser Fazit ausgefallen ist

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