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Aufholjagd: HP zahlt für Apps für webOS

Vor allem das Touchpad braucht dringend Inhalte
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HP-Boss Léo ApothekerHP-Boss Léo Apotheker HP hat mit der Übernahme von Palm und dem Vorantreiben des Betriebssystems webOS ein sehr ambitioniertes Projekt ins Leben gerufen. Einer der größten Computer-Hersteller der Welt versucht, eine eigene Plattform in den umkämpften und von den Platzhirschen Android und iOS beherrschten Markt zu bringen. Auch hinter weniger stark verbreiteten Betriebssystemen wie Windows Phone 7 oder RIM OS hinkt webOS noch hinterher, vor allem bei der Zahl der Apps. Dies muss sich dringend ändern, darüber ist sich die HP-Führung rund um Léo Apotheker einig. Deshalb greift HP jetzt zu in der Branche eher unüblichen Mitteln: Der Konzern zahlt Unternehmen dafür, dass sie Apps für webOS entwickeln.

HP Touchpad 16GB

Wie die Wirtschaftswoche in ihrer Online-Ausgabe meldet, zahlt Hewlett Packard namhaften Unternehmen die Entwicklung von Apps für das eigene Betriebssystem. Vor allem das Tablet HP Touchpad soll von der Offensive profitieren, offenbar räumt die Unternehmensführung dem Gerät mehr Chancen auf dem Massenmarkt ein als den beiden Smartphones HP Veer und HP Pre3. Die Berliner Firma YOC, einer der größten Auftrags-Entwickler von Apps für iPhone und iPad, soll ihren Kunden aus der Industrie Angebote unterbreiten, Apps für das Touchpad zu programmieren. Die Kosten dafür übernimmt HP den Bericht zufolge in den meisten Fällen vollständig. Zu den Kunden gehören etwa die Deutsche Bahn, Deutsche Post, Nike oder Coca-Cola. YOC selbst bestätigte der Wirtschaftswoche zwar einen Vertrags mit HP, gab aber keine Auskunft über dessen Inhalt.

Auch Microsoft soll Apps kaufen

Das gängige Modell bei der App-Entwicklung sieht vor, dass Entwickler die Kosten für die Programmierung selbst tragen. Die Verdienste kommen dann über Werbeeinnahmen und vor allem den Verkauf der Anwendung im Appstore. Im Regelfall erhalten die Entwickler 70 Prozent der Verkaufserlöse, die verbleibenden 30 Prozent gehen an den Anbieter des Appstores. Neben HP tritt angeblich auch Microsoft derzeit offensiv an Entwickler heran und kauft Apps für sein Handy-Betriebssystem Windows Phone 7 ein. Zwar ist die reine Anzahl von Apps als Kriterium nicht allein entscheidend, trotzdem beeindrucken die sechsstelligen Zahlen in den Appstores von Apple und Google Konkurrenz und Kauf-Interessierte durchaus nachhaltig.

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