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HP Mini 2150, Samsung NC20: Mehr Display für mehr Geld

Von Johannes Haupt
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Ein Trend des neuen Jahres im Mini-Note Segment ist die Entwicklung von Subnotebooks mit Intel Atom CPU und Bildschirmdiagonalen über 10,2" - eine Grenze, die Pionier ASUS einst für die Geräteklasse "Netbooks" zog.

Samsung NC20-anyNet U2250 WBT

Bis auf die Taiwaner, die auch vergangene Woche bei der Branchenmesse ausschließlich Eee PCs mit 10,2" Display zeigten und ein größeres Gerät preislich und technisch deutlich anders positionierten, haben in den vergangenen Wochen nahezu alle großen Hersteller günstige Elf- bis 13-Zoller angekündigt oder in den Handel gebracht.

Den Anfang machte schon im Spätherbst Dell mit dem Inspiron Mini 12. Die Linux-Version des großen (& dünnen) Bruders vom Dell Inspiron Mini 9 liegt mit EUR 399 (Intel Atom Z520, 40 Gbyte HDD) noch auf einem Niveau mit aktuellen Netbooks, während man für die EUR 499 der WinXP Ausführung (Intel Atom Z530, 80 Gbyte HDD) im 10,2" Segment bereits Geräte mit internem 3G bekommt.

Auch für die nun von Samsung und dem PC-Weltmarktführer Hewlett Packard angekündigten Subnotebooks HP Mini 2150 und Samsung NC20 wird man vergleichsweise tief in die Tasche greifen müssen. Beide Modelle werden in Deutschland vermutlich um EUR 500 kosten, sind damit als Zweit-Notebook eigentlich zu teuer und als Erstgerät vielen Anwendern wohl nicht leistungsstark genug.

Das Samsung NC20 könnte, wenn es im Februar in den Handel kommt, der erste verfügbare Device mit VIA Nano CPU sein. Verbaut wurde der Mittelklassechip U2250 (1,3 GHz), die Performance ist insgesamt wohl mit der eines Intel Atom N270 (1,6 GHz) vergleichbar sein. Die Videowiedergabe soll besser unterstützt werden, 1080p HQ-Material kein Problem sein.

Die sonstige Ausstattung des Samsung NC20 entspricht dem hierzulande noch EUR 380 teuren Schwestermodell NC10 (160 Gbyte HDD, 1 Gbyte RAM, 6-Zellen Akku), als Betriebssystem kommt auch auf dem 1,5kg schweren Zwölf-Zoller (1280x800px nativ) Windows XP zum Einsatz. Die gewöhnlich gut informierten Kollegen von Netbook3G haben ein UK-Pricing von 440 Pfund inkl. 17,5% VAT in Erfahrung gebracht, was knapp EUR 500 entspricht. Ein internes UMTS-/HSDPA-Modem hätte zu diesem Preis eigentlich realisierbar sein müssen, fehlt dem NC20 aber.

Das HP Mini 2150 hat 3G an Board - was neben der von der berichtenden Digitimes genannten Bildschirmdiagonale von 11,6" praktisch alles ist, was über das Mini-Note bislang durchsickerte. Das Gerät soll im 2. Quartal erscheinen, dürfte sich wie HP Mini 2140 & HP 2133 Mini-Note primär an Geschäftsleute wenden.

Noch größer wird es bei MSI. Die Bildschirmdiagonale des X320 misst 13,4", die Taiwaner positionieren das Gerät trotz Intel Atom Architektur als Macbook Air Konkurrent. Das drückt sich in gehobener Ausstattung und schickem Design, aber auch im Preis aus - unter EUR 600 wird man kaum zuschlagen können.

Ob sich die "Großen" im Massenmarkt durchsetzen werden oder nur eine Randerscheinung bleiben, haben die Hersteller in Teilen selbst in der Hand. Ein Schritt in die richtige Richtung wäre neben einem schicken Äußeren und hoher Mobilität eine vernünftige Preispolitik.

Hier enttäuscht vor allem Samsung: Warum das NC20 trotz offensichtlich keiner kostentreibenden Schlankheitskur und ähnlicher Hardwarebasis so viel teurer ist als das Schwestermodell, wird ein Geheimnis der Koreaner bleiben.