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HP Mini 210: Langläufer im ausführlichen Test

21.04.2010
13:24

 

HP Mini 210 Test Benchmark Der HP Mini 210 ist nicht mehr ganz taufrisch, aber dennoch ein hübsches Netbook, dem wir unsere volle Aufmerksamkeit widmen. Tests gibt es hier und da bereits. Wir sind aber der Meinung, dass ein paar ausführliche Seiten nicht schaden können, um dem roten 10-Zöller gerecht zu werden. Der Kleine hat viele Vorteile, aber auch unbestreitbare Nachteile. All das wollen wir in diesem Testbericht aufzeigen.

Hübsche Optik, aber nur mäßig stabil

HP Mini 210
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HP macht beim Trend hin zu matten Oberflächen mit. Das freut uns natürlich und wir wollen wissen, wie abweisend die Kunststoff-Oberflächen gegenüber Schmierfingern sind. Die Optik der metallisch schimmernden Flächen macht einen hervorragenden Eindruck, damit kann man auch schön vor seinen Freunden angeben. Unsere Hände finden an den matten und leicht griffigen Flächen der Ober- und Unterseite ebenfalls Gefallen. Fingerabdrücke bleiben hier und da zurück, aber diese lassen sich leicht mit einem Putztuch entfernen. Das Gehäuse des Mini 210 ist allerdings nur in leidlich stabil. Wir fassen mit beiden Händen an den Ecken an und können die Base Unit ohne viel Kraft verbiegen. Besonders anfällig wird es, wenn wir den Akku entnehmen und dieselbe Kraft ausüben. Beim Deckel fällt uns das deutlich schwerer. Die Kunststoff-Scheibe vor dem TFT-Panel versteift selbigen zusätzlich. Das betrifft allerdings nicht die Deckel-Fläche. Diese können wir mit dem Finger großflächig eindellen, was sofort Druckstellen auf dem TFT provoziert. Akzeptabel ist die Stabilität der Unterseite. Im rechten Bereich können wir die homogene Bodenplatte deutlich eindellen, hierunter befindet sich ein Hohlraum, in welchem der - angenehm für Bastler - freie mini-PCI-Express-Slot sitzt. Die Scharniere halten den Deckel stramm in seiner Position. Die Gelenke sitzen aber schwammig in ihrer Verankerung. Zum Öffnen brauchen wir nur eine Hand. Der maximale Aufklappwinkel ist etwas knapp geraten. Er reicht gerade aus, um im Auto oder in der Bahn angenehm auf die Anzeige zu blicken.

Aufrüsten auf den zweiten Blick

HP Mini 210 Test Benchmark Aufrüsten Die homogene Bodenplatte lässt Optimierer auf den ersten Blick traurig werden. Keine Öffnungen zum Tausch von Festplatte oder WLAN-Modul? Wir geben Entwarnung, denn unter der Platte verbergen sich exzellente Optionen für Netbook-Bastler. Zwei orangene Hebel unter dem Akku geben die Arretierung der Platte frei und selbige lässt sich vollständig abheben. HDD, RAM (1 Slot) und Funkmodul (Mini PCI Express) sind zugänglich. Zudem gibt es wie erwähnt einen unbesetzten Mini PCI Express Slot in voller Größe, der darauf wartet, genutzt zu werden. Clevere Netbook-Optimierer können hier ein Broadcom Crystal HD Modul nachrüsten. Dieses Modul unterstützt den Intel Atom N450 beim Dekodieren von HD-Videomaterial bis hin zu FullHD mit 1080p.

Die glorreichen Sieben: 7 typische Netbook-Anschlüsse

Die Anschlüsse sind typisch für das Netbook-Umfeld und bringen keine Überraschungen. Rechts: zwei USB-Ports, LAN (RJ45), CardReader (auch xD), Kensington-Lock. Die USB-Anschlüsse besitzen übrigens keine Ladefunktion bei inaktivem PC (Sleep & Charge). Links sitzen VGA-Anschluss, USB-Port, Stromanschluss. Der Power-Konnektor hat einen kleinen Nachteil: der kerzengerade Stecker ragt weit nach außen und stört die Handhabung etwas. Bei der Software übertreibt es HP mal wieder und packt jede Menge Testversionen auf die Platte. Nutzer müssen daher erst einmal das Norton Internet Security 2009 abwimmeln – oder kaufen. HP CloudDrive und Microsoft Office Home und Student 2007 sind ebenfalls Testversionen. Positiv ist die Vollversion der Cyberlink DVD Suite Essentials, die zum Abspielen von DVDs oder Filmen von der Festplatte dient. Wir können die Suite aber auch zum Sichern und Kopieren von Daten mittels eines externen USB-DVD-Brenners benutzen.

Tastatur: Hoher Standard für Netbook-Maßstäbe

HP Mini 210 Test Benchmark Tastatur Die Tasten haben einen deutlichen Hub, einen klaren Druckpunkt und einen festen Anschlag. Die Fläche dellt an keiner Stelle ein. Die Tasten haben einen großen Abstand zueinander, ungewöhnlich groß für Netbooks. Das Layout mit breiten Enter- und Shift-Tasten erleichtert das Blindschreiben. Einziger Nachteil: Die winzigen Pfeiltasten. Der Hersteller hat zwar immerhin Rechts und Links größer gestaltet, aber die Oben- und Unten-Tasten sind sehr klein. Die Fläche des Synaptics ClickPad Pad V7.4 ist für unseren Geschmack zu rutschig, reagiert aber zielgenau. Weil sich linke und rechte Maustaste unter dem Pad befinden, kann die komplette Fläche für Bewegungen genutzt werden. Der sensible Bereich schließt damit die optisch markierten "Tasten" ein. Dadurch entsteht ein sehr großes Touchpad. Bei der Bedienung hatten wir oft das Problem eines springenden Cursors, wenn ein Finger den Cursor bewegt und der zweite die rechte oder linke Maustaste betätigt. Das Pad interpretiert eine Bewegung des zweiten Fingers, auch wenn dieser nur auf die Tasten unter der sensitiven Fläche drücken soll. Multitouch-Gesten beherrscht das Pad selbstverständlich ebenfalls. Fazit: Die Tastatur bietet einen für Netbook-Verhältnisse hohen Komfort. Selbst Vielschreiber können mit den wenigen Nachteilen leben. Das Mauspad ist gewöhnungsbedürftig, aber ebenso fit für den Alltag.

Tabu für Draußen: Schwache Helligkeit und Reflexionen

Auffälligstes Merkmal der 1.024 mal 600 Pixel auflösenden Anzeige des HP Mini 210 ist das rahmenlose Design. Eine Kunststoff-Scheibe sitzt vor der kompletten Frontseite des Deckels. Dies bringt selbigem eine gute Stabilität, schützt das darunter liegende, empfindliche Displaypanel und sorgt für eine modische Optik. Dennoch sind wir von der Anzeige enttäuscht, denn die Helligkeit des TFTs ist zwar für Innenräume noch passabel, aber für Tageslicht sehr schlecht. Die Luminanz liegt bei etwa 160 candela (Durchschnitt). Gute Netbook-TFTs für den Outdoor-Einsatz bringen bis zu 250 cd/m². Wer mit dem HP Mini 210 seine E-Mails bei Kaffee und Kuchen checken will, der hat schlechte Karten. Die Reflexionen und die geringe Luminanz nerven einfach, die Kunststoff-Scheibe vor dem TFT sorgt für zusätzliche Lichtbrechungen. Ein angenehmer Einsatz unter Sonnenlicht ist so fast unmöglich.

Pine Trail mit schneller 7.200 RPM Festplatte

HP Mini 210 Test Benchmark Festplatte Im Bordeaux-Roten Gehäuse werkelt Intels Pine Trail Plattform. Leistungsträger ist der Atom N450 Prozessor (1.66 GHz) mit integrierter GMA 3150 Grafik. Der in der CPU sitzende Grafikkern (IGP) hat keinen eigenen Speicher. Durch Intels Hyper-Threading kann es der Einkern-Prozessor trotz der schwachen Rechenleistung mit einem Multitasking OS wie Windows 7 Starter umgehen. Zur Seite stehen hat die CPU ein Gigabyte DDR2-Hauptspeicher sowie eine 250 GB Festplatte von Seagate. Die schnelle 7.200 RPM Festplatte (Typ: ST9250410AS) macht sich als Leistungsträger bemerkbar. Die HDD liest mit 85.1 MByte/s im Sequential Read Daten von der Platte (Messung mit HD Tach). Dies ist für 2.5-Zoll Notebook HDDs ein ungewöhnlich hoher Datendurchsatz. Normale 5.400 RPM HDDs, wie sie in fast allen Laptops verwendet werden, haben einen Datendurchsatz von um die 65 MByte/s.

Fehlanzeige: Windows 7 Boost durch schnelle Festplatte

Können wir uns von der überraschend schnellen HDD mehr Geschwindigkeit für Windows 7 versprechen? Die erlebte Anwendungsperformance unter Windows 7 Starter sagt NEIN. Ordner, Dateien oder neue Programme öffnen sich mit kleiner, aber merklicher Zeitverzögerung. Noch deutlicher werden die Verzögerungen, sobald wir Programme gleichzeitig laufen lassen. Ein Media-Player und ein Web-Browser mit fünf Tabs - das funktioniert nur mit deutlichen Verzögerungen. Die Messung mit dem PassMark Performance Test 7.0 bestätigt die lahme Leistung. 208 Punkte in diesem Test sind unterdurchschnittlich. Ein schnelles Netbook hätte 230 bis 250 Punkte erreichen müssen. Wohin die Performance verschwindet können wir nicht bestimmen. Der Intel Atom N450 mit seinen 1.66 GHz hat jedenfalls seine gewohnt geringe Leistung. Das bestätigen Prozessor Benchmarks wie WPrime (1.024m-Test in 62:00 Minuten). Zum Vergleich: Ein aktueller Einsteiger Prozessor von Intel, der Core i3-330M (2,16 GHz), benötigt nur 750 Sekunden (12:30 Minuten).

Lautlos nach BIOS-Einstellung

Wer den Mini 210 einfach in Betrieb nimmt, der wird sich über den konstant brummenden Lüfter wundern. Dieser geht dann nie aus und ist mit gemessenen 33 dB(A) deutlich hörbar (15 Zentimeter vor der Frontseite). Dieses nervende Geräusch ist aber vermeidbar. Man gehe ins BIOS (Taste F10) und stelle unter System Configuration „Fan Always On“ auf Disabled. Jetzt müssen wir nur noch in Windows 7 die Systemkühlungsrichtlinie bei Akku und Netzbetrieb jeweils auf "Aktiv" setzen. Jetzt ist der Lüfter im anspruchslosen Betrieb fast durchgängig aus. HP Mini 210 Test Benchmark Festplatte Die Festplatte ist konstant durch ein Grundrauschen zu hören. Durch die hohe Drehgeschwindigkeit der 7.200 U/min kam es auf unserem Schreibtisch zu einem leichten Dröhnen der Tischplatte. Dieses Geräusch kann durch eine weiche Unterlage der Standfüße eliminiert werden. Die Aktivität der Lese- und Schreibköpfe können wir nur mit angelegtem Ohr als ein sanftes Klackern hören.

Unter Stress ein Handwärmer

Trotz des Lüfters erwärmte sich die Base Unit im stressigen Betrieb deutlich. Punktuell waren es 38 Grad Celsius (Bodenplatte) bzw. 33.5 Grad (Touchpad). Das ist nicht bedrohlich, aber deutlich spürbar. Die Wärme bleibt während des normalen Betriebs mit vielen Idle-Zuständen in einem angenehmen Bereich. Die höchste Temperatur am Gehäuse liegt dann bei 34 Grad Celsius (Unterseite). Wer seinen HP Mini 210 nicht belastet, der darf sich auf angenehme Temperaturen von um die 30 Grad freuen. Diese Messungen gelten für den Betrieb mit ständig aktivem Lüfter. Das Klangbild der kleinen Stereo-Lautsprecher des Mini 210 ist stark höhenlastig und eignet sich nicht zum ständigen Musikhören. Bei hoher Lautstärke halten sich die kleinen Membranen immerhin stabil, es kommt nicht zum Verzerren. Anspruchsvolle Ohren sollten Kopfhörer anstöpseln oder externe Lautsprecher nutzen.

Grandios: 6:30 Stunden Surfen, 5:30 Stunden per UMTS-Stick

HP Mini 210 Test Benchmark Akku Die Laufzeiten des Mini 210 schinden selbst in der Netbook-Family Eindruck. Im Idle sind maximal gut zehn Stunden möglich. In diesen 621 Minuten war der PC eingeschaltet, aber ohne WLAN und bei niedrigster Helligkeit. Das ist kein Anhaltspunkt für den realen Betrieb. Niemand wird 10 Stunden lang nichts machen und dabei in eine dunkle Anzeige schauen wollen. Surfen mit WLAN ist da schon eine konkrete Aussage. Erst nach 6:24 Stunden geht der Mini aus. Das LED-Panel lief während dieses Tests fast mit maximaler Helligkeit. Beim Betrieb mit dem mobilen Internet per Surf-Stick (T-Mobile, GPRS-Verbindung) verkürzt sich die Laufzeit etwa um eine Stunde. Nach 5:38 Stunden geht dem Netbook der Saft aus.

Fazit: Langläufer mit Top-Tastatur und dunklem Display

Wie schade. Tolle Akkulaufzeiten und eine hübsche Optik auf der einen Seite und eine schwache Helligkeit und Reflexionen auf der anderen Seite. Damit wird das Netbook-Kaffeekränzchen in diesem Sommer eher Qual als ein Labsal. Ansonsten ist der HP Mini 210-1021EG ein 10.1-Zoll Netbook, das mit hochwertiger Haptik und einer insgesamt guten Verarbeitung punkten kann. Auf Seiten der Leistung bringt der Intel Atom N450 keine Überraschungen. Auch die schnelle Seagate Festplatte mit 7.200 U/min kann die erlebte Windows 7 Performance nicht beschleunigen. Ganz vorn dabei: die Akkulaufzeiten. Beim WLAN-Surfen ermittelten wir 6:24 Stunden. Zusammen mit einer übersichtlichen Tastatur ist der HP Mini 210 ideal für Leute, die Zuhause im Bett, in der Küche oder auf dem Sofa ein wenig im Web surfen, Chatten oder ihre E-Mails lesen. Echte Mobility-Fans sollten sich für ein Netbook mit hellerer und matter Displayanzeige entscheiden. Alle technischen Details zum HP Mini 210 halten wir auf dem Datenblatt in der Netbook-Datenbank bereit. Das Netbook kostet bei Amazon aktuell 299 Euro, wer über mobicroco einkauft, kann uns noch ein klein wenig unterstützen. Netbook-Zubehör findet sich darüber hinaus auch in unserem Shop.

Test des HP Mini 210 in Bildern

 
Sebastian Jentsch
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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2012-01, Erwachsene ab 14 Jahre