National Roaming

OnePhone startet "Homezone" für Geschäftskunden im E-Plus-Netz

Unternehmen verbaut GSM-1800-Basisstationen auf dem Firmen-Gelände
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Heute stellt das neue Unternehmen OnePhone - ein "40/60-Joint-Venture" von KPN (der Mutter von E-Plus) und der schwedischen OnePhone AB - offiziell sein Angebot vor, das sich an Geschäftskunden mit 30 bis 1 500 Nebenstellen richtet.

Eine große Firma hat in der Regel eine Nebenstellenanlage mit Durchwahl, kennt man die Durchwahl nicht, wählt man meistens die 0 für die Zentrale und wird weiter verbunden. Das Besondere an OnePhone: Die Telefone an dieser "virtuellen" Anlage sind aber keine drahtgebundenen oder schnurlosen Festnetz-Apparate mehr, sondern ganz normale Handys, wie man sie im Handy-Laden um die Ecke kaufen kann oder schon besitzt.

One Phone arbeitet als MVNO (Mobile Virtual Network Operator) im E-Plus-Netz. Um eine möglichst lückenlose Versorgung zu erzielen, werden auf dem Firmengelände von OnePhone eigene GSM-1800-Basisstationen installiert, die an E-Plus zugeteilte Frequenzen verwenden und von E-Plus koordiniert werden. Insofern handelt es sich nicht um eine Homezone-Lösung im herkömmlichen Sinne, sondern um ein National-Roaming-Modell. OnePhone-LogoOnePhone-Logo

Die Kunden von OnePhone sind nun Kunden des "Netzbetreibers" OnePhone mit eigenen OnePhone-SIM-Karten, wobei das Unternehmen ein Roaming-Abkommen mit E-Plus und den übrigen Roaming-Partnern von E-Plus hat. Verlässt ein Mitarbeiter während eines Telefonats den Bereich mit Funkversorgung auf dem "Werksgelände", findet ein unterbrechungsfreier Handover zum E-Plus-Netz statt.

OnePhone bietet die von Nebenstellenanlagen bekannten Funktionen wie Anklopfen, Makeln oder Weiterverbinden, Telefonkonferenz oder Gruppensuche, wo eine bestimmte Rufnummer nicht zu einem einzelnen Anschluss, sondern eben zu einer Gruppe (z.B. Kundenservice) führt, in die sich die Mitarbeiter je nach Zeitplan und Anforderung ein- und ausklinken können. Mittels "Follow Me" kann der Mitarbeiter seine Rufnummer auf beliebige Apparate der Firma "umleiten". Konfiguriert wird das ganze entweder am Handy oder komfortabler über eine Administrationsoberfläche auf dem PC im Büro. Klingelt das Telefon des Kollegen am Nachbartisch, informiert ein Pop-Up auf dem eigenen Bildschirm, falls der Kollege mal ohne Handy aus dem Raum gegangen sein sollte, kann der Anruf "herangezogen" werden.

Was kostet die OnePhone-Lösung?

Genaue Kosten nennt OnePhone nicht, sondern betont lediglich, dass die Lösung dem Kunden nachhaltig Aufwand erspart. "Die tatsächlichen laufenden Kosten für die Nutzung der Hardware sowie die Gesprächs- und Datennutzungs-Umsätze richten sich nach dem individuellen Bedarf der Kunden", heißt es dazu von OnePhone. Deswegen gebe es auch keine einheitliche Tarif- oder Preistabelle, sondern ein individuelles Angebot für jeden Kunden.

Nach acht bis zwölf Wochen Vorlaufzeit kann es losgehen, der bestehende DSL-Anschluss bleibt erhalten und wird um eine dezidierte DSL-Leitung für die Telefonfunktionen erweitert, Wartungsverträge versprechen eine 24/7-Verfügbarkeit. Der Investitionsaufwand pro Kunde sei minimal, da das Mobilfunknetz von OnePhone zur Verfügung gestellt wird und somit nur geringe Anschlusspreise anfallen.

Kostenintensive Updates und Erweiterungen einer teuer gemieteten oder gekauften Telekommunikationsanlage entfallen, Wartung und Updates liefert OnePhone ohne Mehrpreis. Kommen neue Mitarbeiter in die Firma dazu, wächst die Anlage mit.

Gespräche innerhalb des OnePhone-Netzes sind kostenlos, auch dann, wenn der Mitarbeiter außerhalb des Werksgeländes unterwegs ist. Mit der virtuellen Anlage entfallen auch die Weiterleitungsgebühren vom Festnetz zum Handy, die bei einer vorhandenen Anlage, wo einfach aufs Handy umgeleitet wird, einen gewaltigen Kostenfaktor darstellen.

Pionierkunde in Düsseldorf

Ein erster Pionierkunde von OnePhone ist das Düsseldorfer Logistik-Unternehmen Compass, das bereits zu einem Zeitpunkt unterschrieben hatte, als die Technik noch gar nicht fertig war. Seit September telefoniert Compass über OnePhone. Für die Zukunft ist ein Push-E-Mail-Service geplant, der ohne Neuanschaffung für jedes Telefon eingerichtet werden kann. OnePhone stellt seinen Kunden nicht nur Sprachtelefonie, sondern auch die Datenübertragung zur Verfügung. Außerhalb des "eigenen" Netzes auf dem Werksgelände kann der OnePhone-Kunde auch UMTS und gegebenenfalls HSDPA von E-Plus nutzen, sofern eine Funkversorgung besteht.

Was bringt OnePhone?

Die OnePhone-Lösung hat den Reiz, dass keine Kabel verlegt werden müssen und die Mitarbeiter extrem flexibel sind. In einigen Firmen gerne verwendete schnurlose VoIP-Lösungen weisen einen hohen Stromverbrauch und überraschende Funklöcher auf, bei OnePhone werden einfach zusätzliche GSM1800-Basisstationen auf dem Werksgelände oder im Betriebsgebäude verteilt. Zufällig im Gebäude befindliche, reguläre E-Plus-Kunden können die zusätzlichen OnePhone-Sender jedoch nicht nutzen, da sie keine Zugangsberechtigung zum Netz von OnePhone haben.

Bleibt die Frage, wann E-Plus ein "Homezone"-Produkt für Privatkunden anbietet. Nach den Genehmigungsunterlagen der Bundesnetzagentur ist ein solches Produkt in Vorbereitung, OnePhone richtet sich jedoch ganz klar und eindeutig an die Geschäftswelt.