Diese Nachricht könnte die vielen Besitzer von
DVB-T-Receivern,
-
Handys oder -Taschenempfängern erfreuen. Die ARD erwägt nach
dem
Nein der Kommission zur Ermittlung des
Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (
KEF) zum Neustart von DAB die zweckgebundenen Gebührenmittel
für andere digitale Verbreitungswege zu nutzen und nimmt dabei auch den Hörfunk
via DVB-T in Augenschein. Man werde "intern beraten, ob und in welcher Form ein
neuer Antrag bei der KEF gestellt wird", sagte der ARD-Vorsitzende Peter
Boudgoust in einem Gespräch mit der
Financial Times Deutschland. Die Nutzung des Fernsehstandards
DVB-T für Digitalradio werde diskutiert, außerdem müsse "auch etwa das
Internet einbezogen werden", hieß es.
ARD-Radiopaket nach Satellit und Kabel auch via DVB-T?
Hörfunk über DVB-T ist keine Neuerung: In Deutschland werden seit einigen
Jahren bereits Radiosender in Berlin und Leipzig
über die Technik des digitalen Antennenfernsehens verbreitet. Die
öffentlich-rechtlichen Sender in den Niederlanden und Belgien strahlen ihre
Hörfunksender sogar landesweit über DVB-T aus. Da die Privatsender nach wie vor
sehr zögerlich reagieren, sind nach der jüngsten Wellenkonferenz deutschlandweit
noch Kanäle für weitere DVB-T-Bedeckungen ungenutzt. Die ARD könnte hier etwa
das bereits über Satellit und Kabel verbreitete Radiopaket mit über 70 Sendern
ausstrahlen. Somit wäre es erstmals möglich, Sender aller ARD-Rundfunkanstalten
an fast jedem Ort in Deutschland terrestrisch zu empfangen, was gleichzeitig eine
erhebliche Aufwertung des DVB-T-Standards bedeuten würde.
Alle bisher verkauften DVB-T-Empfänger sind auch für Radioempfang geeignet, das
ARD-Radiopaket hätte also sofort eine Reichweite von mehreren Millionen
Haushalten. Dank immer mehr mobilen Geräten wie DVB-T-Handys oder
Taschenfernsehern wären die Radiosender auch außerhalb der eigenen vier Wänden
hörbar. Einziger Nachteil bliebe der Empfang im Auto oder Zug: ohne großen
Aufwand durch sogenannte Diversity-Antennensysteme wäre ein störungsfreier
Empfang nur bis 80 km/h gewährleistet.
Generell bleibt abzuwarten wie die ARD-Anstalten das Thema Hörfunk via DVB-T
bewerten. Denn vor allem Länder wie Bayern halten nach wie vor an DAB fest und
lehnten bisher Alternativen hierzu ab.
|
Infos rund ums "Überallfernsehen":
- Die Technik, die Versorgung, die Receiver
- Welche Programme sind verfügbar?
- Funktioniert DVB-T auf mobilen Geräten?
- Alles zum Thema DVB-T auf dem Vormarsch.
|