Verkabelung

Die richtige Kabelinfrastruktur für den Neubau

Spätestens wenn der Rohbau steht, ist es Zeit, die "Kabel-Entscheidungen" für das komplette Haus zu treffen. Jetzt werden einige Weichen gestellt, die für Jahrzehnte darüber entscheiden können, ob PCs, TV-Geräte,
Vom teltarif.de-Team zusammengestellt
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Spätestens wenn der Rohbau steht, ist es Zeit, die "Kabel-Entscheidungen" für das komplette Haus zu treffen. Jetzt werden einige Weichen gestellt, die für Jahrzehnte darüber entscheiden können, ob PCs, TV-Geräte, Telefone und Fax-Geräte an sinnvollen Stellen im Haus ans Netz gehen. Planungsfehler in der Bauphase wirken noch Jahrzehnte später unangenehm nach. Hausbauer sollten daher darauf Wert legen, dass alle Netzwerkkomponenten zukünftig mit möglichst geringem Aufwand getauscht werden können.

Geräte wie Router oder Switche sind im Heimbereich selten fest verbaut, sondern stehen in der Regel frei, eventuell in einem Schrank, oder werden auf Putz an die Wand montiert. Hier ist der Austausch relativ leicht. Um den Austausch oder eine spätere Ergänzung von Kabeln zu erleichtern, sollten im ganzen Haus sogenannte Leerrohre verlegt wegen. Durch diese werden dann beispielsweise Netzwerkkabel fürs Heimnetzwerk zu den Anschlussdosen und zum anvisierten Standort für den Router geführt.

Mehr Infos, was sie zur Verkabelung beim Hausbau wissen müssen, finden Sie in diesem Artikel.

Das Computernetzwerk

CAT7-Kabel Der Standard im Bereich der Computernetzwerke wird noch für lange Zeit das Ethernet in seiner Ausführungsform als Twisted-Pair (verdrilltes Litzenpaar) sein. In einem Kabel befinden sich vier Litzenpaare. Für den Heimbereich reichen Cat5- oder Cat6-Kabel aus. Damit lässt sich ein GigaBit-LAN realisieren. Achtung: Strenggenommen benötigt der Nutzer Kabel vom Typ Cat5e, dieses wird seit mehreren Jahren nur noch als Cat5 bezeichnet.

Preise: Den Neubau verkabeln
Cat-5-Kabel (100 m): ca. 20 Euro
Anschlussdosen: 10 - 20 Euro
"Designer"-Dose: 60 Euro und mehr
Patchfeld für 16 Ports: 30 - 50 Euro
Cat-7-Kabel macht auch 10-GBit-Ethernet möglich, ist aber aktuell für den Einsatz im Heimbereich noch vollkommen ungeeignet. Denn Cat-7-Kabel benötigen einen neuen Stecker-Typ als den beim Ethernet etablierten RJ-45-Port. Für den Heimbereich gibt es jedoch kaum Geräte, die entsprechende neue Anschlüsse bieten. Wer jedoch Cat-7-Kabel via Adapter an einen RJ-45-Stecker anschließt oder gar versucht, die herkömmlichen Stecker direkt ans Kabel zu montieren, macht jegliche Geschwindigkeits- und Reichweitenvorteile des teureren Kabels zunichte. Die Preise für Kabel und weitere Komponenten, die wir für die Verkabelung vorstellen, finden Sie in der nebenstehenden Box.

Kein Raum ohne LAN

Auch wenn es zunächst unnötig erscheint: Aus Gründen der Zukunftssicherheit sollte für jeden Raum, auch Bad, Küche, Heizungskeller, Vorratsraum, Keller, Sauna-Raum, Hauswirtschaftsraum, Schlafzimmer und Garage wahlweise eine Cat-Doppeldose - oder zumindest eine Verbindung zum Leerrohr für den späteren Ausbau - eingeplant werden. Wohnräume, Esszimmer und Kinderzimmer sollten zwei Doppeldosen bekommen. Bei einem normalen Einfamilienhaus sind das in der Regel 12 bis 16 Ethernet-Anschlussdosen. Für das Netzwerk muss der Häuslebauer mehrere hundert Euro ansetzen, für eine Investition für einen sehr langen Zeitraum ist dies noch sehr überschaubar. RJ45 Dose

Nun bedarf es eines Raumes im Haus, in dem die Technik "versteckt" wird. Dies kann ein Keller sein oder der Hausanschlussraum. Günstig ist die Nähe zum Telefonanschlussfeld, das von der Telekom installiert wird. Ist kein Keller geplant, gibt es vielleicht auf dem Dachboden Platz für die Technik. Gern genutzt wird auch ein Raum unter der Treppe. Von hier werden die Netzwerkkabel sternförmig zu den Anschlussdosen in den Räumen verlegt. Hierbei ist die Einhaltung der Biegeradien sehr wichtig, um das Kabel nicht zu verletzen.

Im Mittelpunkt des so entstehenden Kabelsterns wird ein so genanntes Patchfeld installiert. Dies ist eine Metallbox, in der die Netzwerkkabel sauber und sicher angeschlossen werden. Dazu gibt es Spezialwerkzeug, wobei sich LSA (löt-, schraub- und abisolierfrei) etabliert hat. Hier ist Sorgfalt angesagt, sonst gibt es später Störungen. Patchfelder sind vergleichsweise preiswert.

Auf der folgenden Seite erfahren Sie, wie Sie die Telefon- und TV-Verkabelung realisieren.

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