Auf einer weiteren Seite zu Handy-TV haben wir Ihnen bereits gezeigt, welche
Angebote es für Handy-TV via UMTS gibt.
Dabei gibt es mit DMB und DVB-H eigentlich spezielle Standards für Handy-TV - aber warum kommen diese nicht zum Einsatz?
Wie im
Wettkampf zwischen BluRay und HD-DVD gab es auch im Bereich des Handy-TV zunächst einen Formatkrieg, hier
eben zwischen DMB und DVB-H. Auf der einen Seite stand DMB, das auf dem Radiostandard DAB basiert. Das Verfahren setzt auf das moderne Kompressionsverfahren H.264, womit ungefähr 300 kB/s für einen Sender benötigt werden. Mit einer Datenrate von insgesamt 1,5 MBit/s sind damit vier gleichzeitig übertragene Sender plus weitere Hörfunksender und Datendienste möglich.
Im Frühjahr 2006 startete in fünf Städten der Regelbetrieb des Pakets
watcha. Der Betreiber war die Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH, vermarktet wurde das Angebot von debitel, mobilcom und simply. Die Ausstrahlung
endete im Frühjahr 2008 mit der Begründung, dass zu wenige Empfangsgeräte verfügbar gewesen seien, zu wenig Kunden gefunden wurden und sich die europäische Kommission klar für den Konkurrenzstandard DVB-H ausgesprochen hatte.
Standard in Europa: DVB-H

Das DMB-Handy
Samsung SGH-P900.
Der Weg für DVB-H (Digital Video Broadcasting Handheld) schien damit geebnet. DVB-H beruht ebenfalls auf H.264. Bei einer Auflösung von 320 mal 240 Bildpunkten lassen sich damit bei den üblichen 8 MBit/s 20 Sender gleichzeitig übertragen. Zusätzlich reicht die Bandbreite dann immer noch für Hörfunksender und Datendienste. Des Weiteren hilft DVB-H beim Stromsparen, indem es die Datenpakete nicht permament, sondern Schubweise sendet. In den Pausen kann sich das Empfangsmodul eines Handys schlafen legen und verbraucht keine Energie. Dadurch läuft ein Handy bei einer DVB-H-Fernsehübertragung länger im UMTS-Betrieb.
Probeläufe ohne Regelbetrieb in Deutschland
Doch trotz vieler Vorteile und diverser Probleläufe in verschiedenen Ländern ist bis heute in Deutschland kein DVB-H-Regelbetrieb in Sicht. Der Sendestart des Verfahrens war für die Fußball-WM 2006 in den Austrragungsorten geplant, fand aber nicht statt. Zur Fußball-EM 2008 kam es in einigen Großstädten lediglich zu einem Testbetrieb mit wenigen Versuchsgeräten durch das Konsortium Mobile 3.0. Die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK) verlangte nach diesen unbefriedigenden Ereignissen die Übertragungslizenzen zurück.
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