teltarif.de MOBIL · DIENSTE · RSS
Größtes deutschsprachiges Telekommunikations-Magazin *
Newsletter für: 
Festnetz Internet Mobilfunk Handy & Co. Meldung Meinung Service teltarif.de 20.03.2010 


Hinweis: Ihr Browser beachtet anscheinend keine Style Sheets, deswegen kann diese Seite seltsam aussehen.

  teltarif.de       Internet       Infoseite: digital

Handy-TV: DVB-H und DMB

http://www.teltarif.de/handy-tv

Digitales Fernsehen und digitaler Hörfunk werden mobil

Inhaltsverzeichnis:
1. Digital Video Broadcasting - Handheld (DVB-H)
2. Digital Multimedia Broadcasting (DMB)
3. DVB-SH will Satellit und Terrestrik kombinieren
4. Handy-TV bisher kein Erfolgsmodell

DVB-H - Digital Video Broadcasting - Handheld - steht für den digitalen Empfang von Fernseh- und Hörfunk­programmen sowie Datendiensten auf mobilen Empfangsgeräten, auch Handy-TV genannt. Der Buchstabe H steht für so genannte Handhelds und soll den mobilen Charakter neben DVB-S (Satellit) und DVB-C (Kabel) unterstreichen. Mit entsprechend ausgerüsteten Mobiltelefonen lassen sich die Inhalte auch auf dem Handydisplay darstellen.
     DVB-H gilt als technische Weiter­entwicklung des DVB-T-Standards und nutzt denselben Frequenzbereich. Die Vereinigung von Rundfunk mit Mobilfunk und Internet eröffnet die Möglichkeit für neue Programmformate, interaktive Anwendungen und neue Mediendienste, die speziell für den mobilen Empfang zugeschnitten sind. Alle Hörer werden mit einer gleichbleibenden Qualität versorgt, eine Begrenzung der Hörerzahlen bei zeitgleicher Nutzung gibt es nicht.
    

DVB-H in Deutschland: Pleiten, Pech und Pannen

Das Handy-TV im DVB-H-Modus war bisher jedoch eine Aneinander­reihung von Pleiten, Pech und Pannen. Zur Fußball-WM 2006 war einst die Einführung von Handy-TV mit DVB-H an allen Spielstätten vorgesehen, um nach der Welt­meister­schaft im Rahmen einer gemeinsamen Abstimmung aller Landes­medien­anstalten die Versorgung sukzessive auszubauen. Zustande kam aber nur ein zeitlich befristeter Pilotversuch, an dem unter anderem die vier deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber beteiligt waren.
     Anstelle des Regelbetriebs war für 2008 zunächst ein weiteres Pilotprojekt geplant; die Betriebsaufnahme sollte im Vorfeld der Fußball-Europa­meisterschaft erfolgen. Auf ihrer Gesamtkonferenz hatten sich die Landesmedienanstalten darauf verständigt, dem Konsortium Mobile 3.0 den Zuschlag für den insgesamt dreijährigen Versuchsbetrieb des Handy-TV auf der Basis der DVB-H-Technologie zu geben. Doch es kam erneut zu Verzögerungen, so dass zur Europameisterschaft in Deutschland kein weiträumiger DVB-H-Start erfolgt ist und somit die Fußball-EM nicht über Handy-TV zu empfangen war. Es gab lediglich einen Testbetrieb in einigen Großstädten, von dem mangels Empfänger jedoch die Öffentlichkeit ausgeschlossen war. Obendrein wurde die Lage für den Standard schwieriger, da wenige Wochen vor der EM mit dem HB620T von LG das erste Handy auf dem deutschen Markt erschien, das Handy-TV auf Grundlage von DVB-T ermöglicht.
     Aufgrund dieser Negativ-Ereignisse sah die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedien­anstalten (ZAK) das aktuelle Versuchsprojekt DVB-H für beendet an, bevor es überhaupt richtig begonnen hat. Das Konsortium Mobile 3.0 hat nach Aufforderung der Medienwächter die Lizenzen zurück gegeben.Mobile 3.0 konnte laut den Medienanstalten das eigene im Rahmen der Ausschreibung vorgelegte Gesamtkonzept nicht umsetzen und weder Verträge über den Netzbetrieb noch mit Vertriebs- und Marketing­partnern vorlegen. Dazu habe das Betreiberkonsortium deutlich gemacht, dass es die Rahmen­bedingungen nicht mehr als ausreichend einschätzt, um an dem ursprünglichen Gesamtmodell unverändert festzuhalten.
     Seit 1. September besteht mit dem 10. Rundfunkstaatsvertrag eine neue Rechtslage, die den Plattform-Betrieb von DVB-H erstmals auf eine bundesweit einheitliche gesetzliche Grundlage stellt. Ein Neustart von DVB-H könnte daher gleich in einem auf längere Zeit angelegten Regelbetrieb erfolgen und die veränderte Marktlage berücksichtigen. Unter anderem hat T-Mobile Interesse an einem DVB-H-Neustart gezeigt, etwa um das Fußball-Bundesligaangebot "Liga Total!" ohne Netzüberlastung auf Handys zu bringen.
     Im Vergleich zu Deutschland hat sich DVB-H dagegen im Nachbarland Österreich bereits etabliert. Seit dem 8. August 2008 sind alle neun Landeshauptstädte der Alpenrepublik mit 14 TV-Programmen versorgt, mehrere Handys sind bei den Netzbetreibern verfügbar.

Handys für DVB-T im Kommen

Ursprünglich sollte aus der DVB-Familie ausschließlich die DVB-H-Technologie für Mobilempfang auf Handys zum Einsatz kommen. Auf der CeBIT 2008 stellten neben LG auch einige weitere Hersteller und Mobilfunkunternehmen Mobilfunkgeräte mit integriertem DVB-T-Empfangsteil vor. Inzwischen gibt es rund ein Dutzend Mobiltelefone mit DVB-T-Empfangsmöglichkeit. Im Vergleich zu DVB-H hat die Nutzung des digital-terrestrischen Fernsehens DVB-T fürs Handy-TV einen großen Vorteil: alle Programme sind unverschlüsselt und damit kostenlos zu empfangen. In Ballungsgebieten sind über 20 TV-Programme via DVB-T zu sehen, in Berlin und Leipzig werden darüber hinaus auch Radiosender über die Technik des digitalen Antennenfernsehens ausgestrahlt. Allerdings ist DVB-T in Deutschland nicht für flächendeckendes Handy-TV ausgelegt: in vielen Regionen ist eine Dachantenne erforderlich. Wer sich also ein Handy mit DVB-T-Empfang zulegen will, sollte auf der Website www.ueberallfernsehen.de nachschauen, ob in der jeweiligen Region überhaupt Mobilempfang möglich ist.

Mehr als 20 TV-Programme pro Multiplex

Ein echter Vorteil von DVB-H ist, dass hier durch eine hohe Datenkompression eine weitaus größere Anzahl von Programmen über eine Frequenz ausgestrahlt werden kann als bei DVB-T. Dabei kann das Videokompressionsverfahren H.264/AVC (MPEG4 Part 10) im DVB-Modus DVB-S2 zum Einsatz kommen. Beim DVB-T-Standard wurde in Deutschland bisher nur das Kompressionsverfahren MPEG2 verwendet. In der Regel steht bei DVB-H eine Nettodatenrate von etwa acht MBit/s zur Verfügung. Bei einer Auflösung von 320 mal 240 Pixel und einer Datenrate von zirka 300 kBit/s stehen Kapazitäten für mehr als 20 TV-Programme sowie zusätzliche Hörfunksender und Datendienste, die in einem Mulitplex zusammengefasst werden, bereit.
     Aber auch die Interaktivität kommt bei DVB-H nicht zu kurz: Von der Bestellung von Informationsmaterial oder Katalogen bis zur Teilnahme an Gewinnspielen oder Votings für Musikvideos soll DVB-H in der Zukunft ein breites Spektrum ermöglichen. Derzeit sind diese Pläne für Handy-TV jedoch noch Zukunftsmusik.

Vorteil Stromspareffekt

Den wohl wichtigsten Vorteil der mobilen Übertragungstechnik für Handy-TV stellt der Stromspareffekt dar. Es wird nur so viel Energie verbraucht, wie das Gerät während der Nutzung benötigt. Durch Einsatz eines Zeitmultiplexverfahrens wird beispielsweise eine Senkung des Energieverbrauchs erreicht, wenn die zu einem Programm gehörenden Datenpakete zu vorhersehbaren Zeitpunkten versendet werden. Dies geschieht in der Regel im 5-Sekunden-Takt. In der Zwischenzeit kann sich das Empfangsgerät kurz ausschalten.
    
 

1 2 3 4>>
 
nächste Seite: Digital Multimedia Broadcasting (DMB)

Ihre Meinungen und Erfahrungen:

Betreff Autor Datum
RE: DVB-T ist schneller und... interessiert. 30.12.09 10:01
RE: DVB-T ist schneller und... Telly 29.12.09 18:28
RE: DVB-T ist schneller und... interessiert. 29.12.09 10:48
RE: DVB-T ist schneller und... Telly 28.12.09 18:51
Beitrags-Index ]  [ Thread-Index ]  Ihre Meinung schreiben ]

Sie haben bei unserem Online-Forum die Möglichkeit, Ihre eigenen Kommentare und Meinungen zu den von uns veröffentlichten Artikeln und Anbieterseiten abzugeben oder die Meinungen anderer teltarif-Leser abzufragen. Probieren Sie es doch einfach mal aus!
Mobilfunk

Internet

 
Alle Texte und Tabellen © 1997 - 2010 teltarif.de Onlineverlag GmbH
[Homepage] · [Unternehmen] · [Impressum] · [Feedback] · [Mediadaten] · [Partnerprogramm] · [Presse] · [Jobs]
*) teltarif.de registrierte zuletzt 600 000 Unique User pro durchschnittl. Monat
Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2009-IV, Erwachsene ab 14 Jahre