
SIM-Lock: Die ungeliebte Sperre im Handy
Wenn ein
Handy nur mit einem
bestimmten Mobilfunknetz oder sogar nur einer ganz bestimmten SIM-Karte
nutzbar ist, liegt das am sogenannten SIM-Lock: Das Gerät ist an mehr oder weniger
genau festgelegte Eigenschaften der SIM-Karte, des "Subscriber Identity Module",
gebunden. Dabei gibt es verschiedene Varianten, die sich unter dem Begriff des SIM-Locks zusammenfassen lassen.
So können Handys an ein bestimmtes
Netz gebunden werden ("Netlock") und dann gibt es auch noch den
vollständigen Lock: Dieser bringt die meisten Einschränkungen mit sich - denn
dabei verstehen sich nur das Handy und eine ganz bestimmte SIM-Karte. Funktioniert
diese nicht mehr, so muss man eine identische Ersatzkarte vom Netzbetreiber ausstellen
lassen - was bei
Prepaid-Karten übrigens meist deutlich teurer ist
als die Anschaffung einer beliebigen neuen SIM-Karte.
SIM-Lock für subventionierte (Prepaid-)Handys
Die Alternative, den SIM-Lock für
die Nutzung des Handys mit anderen Karten freischalten zu lassen, kostet zumeist
ebenfalls Geld, denn für die Netzbetreiber ist der SIM-Lock eine lohnende Angelegenheit.
Sie bieten die Handys zu günstigen - subventionierten - Preisen an. Ihr Kalkül:
Der Verlust, der ihnen durch die Abgabe von Handys unter dem eigentlichen Gerätepreis
entsteht, wird über die Nutzung des Netzes wieder hereingeholt und möglichst in einen
Gewinn verwandelt. Das Risiko, dass ein Kunde nie telefoniert oder sich immer
anrufen lässt, wird durch Grundgebühren oder Mindestumsätze abgefedert - sofern in
der jeweiligen Kalkulation überhaupt ein solches Risiko besteht. Oft summiert sich
die meist 24 Monate zu zahlende Grundgebühr schon auf einen höheren Betrag, als man
ihn für den Kauf des Handys ohne Vertrag bezahlt hätte. Ursprünglich war die feste
Netz- oder Kartenbindung vor allem bei den Prepaid-Handys verbreitet, aber
auch Telefone mit Vertrag werden per SIM-Lock an den Anbieter gebunden.
Die Telekom ist noch einen Schritt weiter gegangen
Im Rahmen ihres ursprünglichen Exklusivvertrags mit der Firma Apple zum Vertrieb des gefeierten
iPhone-Handys in Deutschland ist die Telekom
Ende 2007 noch einen Schritt weiter gegangen: Normalerweise haben Kunden nach zwei Jahren
die Möglichkeit, kostenlos den Entsperrcode für den SIM-Lock anzufordern. Das war beim
iPhone zunächst nicht vorgesehen. Erst nach einem gerichtlichen Streit im
Einstweiligen Verfügungsverfahren mit dem Wettbewerber
Vodafone rang sich die Telekom zu dem
Zugeständnis durch, den SIM-Lock zumindest nach Ablauf
der Mindestvertragslaufzeit auf Wunsch des Kunden zu entfernen.
Provider entsperren Handys gegen Gebühr
Die an Netz oder Karte gebundenen Handys sind dann ein Problem, wenn man sie
weiterverkaufen oder den Anbieter wechseln will. Der sicherste Weg, das Handy auch
vor der zweijährigen Frist zu entsperren, ist der über den Provider. Denn für ein
Entgelt, das in der Regel um die 100 Euro liegt, bekommt man dort den
Code, mit dem sich das Telefon entsperren lässt. Genauere Informationen finden
sich auf den Webseiten der Anbieter.
Um das Handy zu entsperren, braucht auch der Provider die fünfzehnstellige
so genannte IMEI-Nummer (International Mobile Equipment Identity) des Geräts,
die es eindeutig identifiziert und beim Anmelden im Netz übertragen wird. Die
IMEI-Nummer lässt sich mit einem Code (Tastenkombination *#06#) abfragen und ist
auf dem Typenschild unter dem Akku aufgeprägt. Ist
eine "falsche" Karte im Handy, erscheint in der Regel zunächst eine Fehlermeldung -
dann ist der SIM-Lock noch aktiv.
Neben diesem offiziellen Weg gibt es weitere Möglichkeiten, ein Handy zu entsperren -
doch liegen diese in einer rechtlichen Grauzone. Alles zu diesen inoffiziellen Varianten lesen Sie
auf der folgenden Seite zu den alternativen Entsperr-Verfahren für den SIM-Lock.