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Festnetz Internet Mobilfunk Handy & Co. mobicroco Meldung Meinung Service 21.05.2013 

 

Handy-Sicherheit: So schützen Sie sich vor Malware & Datenlecks

Smartphone-Apps können Privatsphäre und Brieftasche angreifen

Handy-Schadsoftware
Schadsoftware kann auch Handys befallen
Unkenrufe über die bedrohte Sicherheit von Handys sind nicht neu. Schon lange bevor die ersten Touchscreen-Smartphones auftauchten, machten Meldungen über Handy-Viren und -Trojaner die Runde. Diese waren zumeist für Handys mit den Betriebssystemen Symbian oder Windows Mobile konzipiert. Schadsoftware wie Cabir und Skulls gab sich als legitime Anwendung aus, um dann das Handy zeitweise bestimmter Funktionen zu berauben. Weite Verbreitung fand sie jedoch nie, unter anderem weil viele Nutzer kaum zusätzliche Applikationen auf dem Handy installierten. Zudem erschienen Attacken auf PCs lange Zeit für Angreifer attraktiver.

Heutzutage sind Smartphones jedoch mehr denn je Mini-Computer im Hosentaschenformat und tragen dazu häufig eine Vielzahl von kostbaren persönlichen Daten in sich, die von Dritten für Spam und Betrug missbraucht werden können. Zudem besitzen viele Smartphones eine nahezu ständige Online-Verbindung zum Internet. In Panik verfallen sollte aber niemand, denn viele der Berichte von Viren-Sichtungen in den Appstores stammen von Herstellern von Antiviren-Software. Diesen haben ein offensichtliches Interesse daran, die Malware-Gefahr möglichst groß darzustellen. Wir versuchen Ihnen einen Überblick zum Thema zu geben, indem wir Ihnen mögliche Bedrohungen von Handys vorstellen und Tipps geben, wie Sie sich davor schützen können.

Basisschutz für jedes Handy

Eine ganz grundsätzliche Maßnahme zum Schutz der Privatsphäre für jeden Handy-Besitzer ist das Einrichten der Tasten- oder Displaysperre mit einer PIN. So kann niemand unerwünscht im laufenden Betrieb auf die Daten des Handys zugreifen kann und so in unbeobachteten Momenten SMS lesen, Telefonnummern kopieren oder teure Telefonate führen. Auch die PIN für die SIM-Karte sollte der Nutzer nicht deaktivieren.

Wer sein Mobiltelefon verloren hat oder wem es gestohlen wurde, sollte die SIM-Karte vom Mobilfunkanbieter sperren lassen, um zu vermeiden, dass jemand anderes auf seine Kosten telefoniert. Ausgenommen sind hier Smartphone-Besitzer, die eine Ortungsfunktion zum Wiederfinden des Geräts nutzen wollen. Damit das Handy seinen Standort mitteilen kann, benötigt es üblicherweise eine aktive Datenverbindung.

Darüber hinaus sollte der Handy-Besitzer WLAN und Bluetooth nach Möglichkeit deaktivieren, wenn er sie nicht benötigt. Das hat den angenehmen Nebeneffekt, dass auch der Telefonakku länger durchhält. Wer Wert auf Sicherheit legt, sollte das Surfen über unverschlüsselte öffentliche WLAN-Netze vermeiden. In diesen könnte jeder in Reichweite prinzipiell die gesamte Kommunikation "mithören".

Bei Verlust oder Diebstahl: Backup und Fernzugriff

Bei iOS und Windows Phone sind Dienste für Lokalisierung und Fernzugriff vorinstalliert. So kann der Nutzer im Notfall bei Handy-Verlust oder Diebstahl aus der Ferne Daten löschen, die nicht in fremde Hände geraten sollen. Die Dienste für den Fernzugriff muss der Handy-Besitzer allerdings vor dem Handy-Verlust aktiviert haben. Dazu benötigt er beim iPhone ein iCloud-Konto und bei Windows Phone eine Live-ID. Nutzer von Android-Smartphones finden zum gleichen Zweck zahlreiche Apps bei Google Play, zum Beispiel Lookout Plan B oder Android Lost. Sie lassen sich zum Teil auch im Nachhinein per Push-Verfahren auf dem Android-Handy installieren. Dazu ist es allerdings notwendig, dass das abhandengekommene Gerät eingeschaltet ist und über eine Internetverbindung verfügt.

Adressbuch und Ortung: Datenhunger der sozialen Apps

Einige Smartphone-Anwendungen brauchen zwingend den Zugriff auf Nutzerdaten, um ihren eigentlichen Zweck zu erfüllen. So können Standort-bezogene Dienste nur funktionieren, wenn der Aufenthaltsort des Nutzers per GPS oder Auswertung der Mobilfunk-Zelle erfasst wird. Verspricht eine App Freunde vorzuschlagen, die einen Dienst bereits nutzen, wird diese Information höchstwahrscheinlich über die Auswertung von Adressbüchern ermittelt.

Unterschiede gibt es jedoch trotzdem zwischen verschiedenen Apps mit ähnlichen Zwecken. Und zwar einerseits im Umfang der Daten, die ein Dienst abfragt und andererseits darin, wie er mit diesen umgeht. Das betrifft sowohl die Auswertung der Daten, zum Beispiel für Marketing-Zwecke als auch Datenschutz und Datensicherheit - also zum Beispiel in welcher Form die Daten gespeichert werden. Ein Negativ-Beispiel, das für Aufruhr gesagt hat, war etwa das soziale Foto-Netzwerk Path für das iPhone. Im Februar 2012 sorgte es für Aufsehen als bekannt wurde, dass die Path-App ohne Nachfrage an den Nutzer das gesamte Adressbuch auf die eigenen Server hochlud. Apple reagierte darauf mit Restriktionen für den Zugriff auf die persönlichen Kontakte. Gerade bei Anwendungen für Social Media und Location-based Services besteht jedoch nach wie vor das Risiko, dass auch seriöse Unternehmen einen ungesunden Datenhunger bei ihren Apps an den Tag legen.

Ein Programm, das vom Nutzer unerwünschte Funktionen ausführt und das auch noch heimlich - das klingt verdächtig nach Malware. Tatsächlich befinden sich viele soziale Apps beim Umgang mit persönlichen Daten auf einem schmalen Grat. Im Zweifelsfall können sich die Software-Hersteller jedoch meist darauf zurückziehen, dass der Nutzer während des Installationsprozesse irgendwann der Übertragung, Speicherung und Auswertung seiner Daten zugestimmt hat - auch wenn dies so dezent angezeigt wurde, dass sich der Nutzer selbst gar nicht mehr daran erinnern kann.

Sicherheitslücken in Appstores

Neben dem allzu lässigen Umgang von eigentlich seriösen Apps und Online-Diensten gibt es aber auch Programme, die ganz offensichtlich bösartige Absichten haben. Immer mehr dieser Malware-Apps gelangen in Appstores wie Google Play und selbst Apples Appstore, obwohl Apple einen aufwändigen und häufig für seine Rigorosität gerüffelten Prüfprozess besitzt. Googles Appstore ist weniger restriktiv; so will Google Software-Entwicklern möglichst freie Hand bei Konzeption und Vertrieb ihrer Apps lassen. Das führt allerdings auch dazu, dass in Google Play bereits deutlich mehr Malware aufgetaucht ist als im Apple Appstore. Google reagierte auf die Malware-Funde und führte einen App-Scanner namens "Bouncer" (engl. für "Türsteher") ein.

Ein weiterer möglicher Weg, eine schädliche App auf sein Smartphone zu bringen, sind sogenannte In-App-Downloads. Gerade in kostenlosen Apps werden häufig weitere Apps des gleichen Entwicklers zum Kauf oder kostenlosen Download angeboten. Dies können zum Beispiel ein weiteres Spiel oder zusätzliche Level zum aktuellen Spiel sein. Die ursprünglich im Appstore geladene App enthält keine Schadfunktionen und passiert daher die Kontrollen im Appstore ohne Probleme. Mit dem In-App-Download holt sich der Nutzer dann jedoch Malware auf das Smartphone, die Premium-SMS versendet oder persönliche Daten sammelt und an die Server des Angreifers verschickt.

Smartphone-Nutzer sollten daher auch darauf achten, nach welchen Berechtigungen eine App bei der Installation fragt. Auch wenn das Handy per Icon eine aktive GPS- oder Datenverbindung anzeigt, obwohl der Nutzer keine App geöffnet hat, welche diese Dienste für ihre Funktion benötigt, sollte er misstrauisch werden.

Unseriöse Apps vermeiden: Tipps für mehr Sicherheit

Installieren Sie Apps nur aus vertrauenswürdigen Quellen. Damit ist nicht nur der Appstore selbst gemeint, sondern auch der Software-Hersteller. Hier sollten Sie auf bekannte, seriöse Hersteller setzen. Kommt Ihnen ein Herstellername unbekannt vor, setzen Sie auf Apps mit einer hohen Anzahl an Downloads und guten Bewertungen. Hierbei sollten Sie nicht nur Kommentare im Appstore selbst anschauen, sondern auch per Suchmaschine in Online-Foren oder nach Ratgeber-Artikeln stöbern, um sich ein Bild vom Leumund der App zu machen. Informationen über unseriöse Apps verbreiten sich zumeist rasch im Web. Im Zweifelsfall verzichten Sie lieber auf die Installation, wenn Sie unsicher sind.

Tendenziell ist das Risiko für Android-Nutzer größer, auf schädliche Apps zu treffen. Während sich Software für iOS und Windows Phone (ohne Jail Break oder ähnliches) nur durch die eigenen Appstores von Apple und Microsoft installieren lässt, kann der Smartphone-Besitzer mit Android auch alternative Appstores statt Google Play nutzen. Zudem müssen Apps im Apple Appstore und Windows Phone Marketplace einen umfangreicheren Prüfprozess überstehen, bevor sie veröffentlicht werden. Google hingegen lässt Software-Entwicklern eher freie Hand, auch wenn jede App mittlerweile den "Bouncer" passieren muss, bevor sie in den Play-Store darf. Allerdings hat es Schadsoftware auch schon in Apples Appstore geschafft, so etwa die russische App Find and Call.

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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2013-02 Erwachsene ab 14 Jahre