Telefonisch erreichbar auch unter extremen Bedingungen
Sportliche Freizeit-Aktivitäten wie Mountainbiken oder Wandern, die Arbeit in der Fabrikhalle oder auf der Baustelle oder einfach der Tag am Strand während des nächsten Sommerurlaubs
verlangen dem Handy mehr ab als die alltägliche Nutzung. Wer sein Gerät unter solch rauen Bedingungen nutzt, bei denen es extremen Temperaturen, Kontakt mit Flüssigkeiten oder auch mal einem Sturz ausgesetzt ist, für den zählen meist weniger die Multimedia-Features oder die integrierten Social-Networking-Dienste, sondern vielmehr Robustheit und Zuverlässigkeit.
Beworbene Standards mit Vorsicht betrachten
Angeblich unzerstörbar: Sonim XP1
Deshalb gibt es besonders konstruierte Outdoor-Handys, die genau in diesen Situationen ihre Stärke beweisen können. Ihre spezielle Bauweise schützt das Display und Innenleben vor äußeren Einflüssen: So kommen verschiedene Membrane oder Beschichtungen zum Einsatz, Schnittstellen werden meist mit Gummiverschlüssen abgedichtet. Zudem ist die verbaute Technik besonders hitze- und kälteresistent und die Tastatur - sofern vorhanden - meist besonders abriebfest.
Dabei geben die Hersteller von Outdoor-Handys verschiedene Standards an, nach denen das Gerät geschützt sein soll.
Häufig wird auf die Angabe einer so genannten IP-Schutzklasse wie zum Beispiel IP54 oder IP67
nach den Vorgaben der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) zurückgegriffen.
Die IP-Schutzarten benennen nur den Schutz gegen Berührung, Staub und Flüssigkeit.
Die erste Ziffer bezeichnet dabei den "Schutz gegen das Eindringen von Fremdkörpern", die zweite den "Schutz gegen Wasser".
Wenn nur eine Ziffer definiert ist, wird die andere Stelle durch ein X gekennzeichnet.
Eine weitere Variante ist die
Angabe nach MIL-STD-810F, einem Testkatalog des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums.
Im Katalog dieses Standards sind Tests mit mehr als 20 verschiedenen Umwelteinflüssen enthalten - von ungewöhnlichem Luftdruck bis hin zu Vibrationen durch Schusswaffen.
Gegen welche dieser Einflüsse das Handy tatsächlich geschützt sein soll, steht häufig nur im Kleingedruckten der technischen Spezifikation des Herstellers.
In der folgenden Übersicht zeigen wir Ihnen, was die bei Handys verwendeten Schutzklassen bedeuten.
Die Angabe einer Schutzklasse bedeutet jedoch nicht, dass die Outdoor-Handys extern geprüft und zertifiziert wurden. Vielmehr geben die Hersteller einen Standard
an, von dem sie ausgehen, dass das Gerät ihn einhält. Ob dies durch Tests ermittelt oder rein hypothetisch angenommen wird, bleibt dem Hersteller überlassen.
Alle Modelle im folgenden Überblick werden damit beworben, dass sie mindestens gegen Staub und Spritzwasser geschützt sind.
Ein Outdoor-Handy ist aber nicht unzerstörbar: Wirklich wasserdicht sind nur wenige Modelle (siehe unseren Überblick in der Tabelle) - darunter sowohl preisgünstige als auch teurere Outdoor-Handys. Dabei garantieren die Hersteller meistens einen Schutz bis 1 Meter Wassertiefe für 30 Minuten.
3-Jahre Garantie, extra große Tasten, nach IP54 staub- und spritzwasserresistent
128 g
5 Std.
200 Std.
119,00
Sonim XP3 Enduro
3-MP-Kamera
3 Jahre Garantie, Taschenlampe, extra große Tasten, nach IP57 staub- und wasserdicht (bis 1 m Wassertiefe), nach MIL-810F geschützt gegen Strahlwasser, Temperaturschwankungen und Stürze
160 g
6 Std.
320 Std.
249,00
Sonim XP3 Quest
2-MP-Kamera, UKW-Radio
3 Jahre Garantie, GPS, Taschenlampe, extra große Tasten, nach IP67 staub- und wasserdicht (bis 1 m), nach MIL-810F geschützt gegen Salz, Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen, Vibrationen und Stürze
A-GPS, 3 Jahre Garantie, Taschenlampe, extra große Tasten, nach IP67 staub- und wasserdicht (bis 1 m), nach MIL-810G geschützt gegen Salz, Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen, Vibrationen und Stürze
170 g
18 Std.
1500 Std.
250,00
Stand: Januar 2013, Preise in Euro
1) Laut Herstellerangaben
2) Durchschnittlicher, günstiger Preis im Online-Handel exklusive Versandkosten
Der Markt der erhältlichen Outdoor-Handys ist recht übersichtlich, kann aber bereits auf eine lange Tradition zurückschauen. Ericsson war, noch vor dem Joint-Venture mit Sony, einer der ersten Handyhersteller, der besonders robuste Mobiltelefone in sein Angebot aufgenommen hatte. Mit dem Ericsson R250s pro sowie dem R310s wurde mobiles Telefonieren auch unter widrigen Bedingungen möglich. Auch Nokia hatte mit dem 6250 bereits vor knapp zehn Jahren ein Outdoor-Handy im Angebot. Zudem wurden die beiden Modelle 5140i und 5500 Sport von vielen geschätzt, sind jedoch nur noch als Restposten in einigen Online-Shops zu finden.
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