Micro-SIM

Micro-SIM: Die kleine SIM-Karte

Mit dem iPad und dem iPhone 4 war Apple Vorreiter für ein neues SIM-Karten-Format: die Micro-SIM. Für aktuelle Tablets und Smartphones hat sie sich mittlerweile als Standard durchgesetzt. Der Ratgeber beleuchtet Unterschiede zur klassischen Mini-SIM sowie der neueren Nano-SIM, gibt Tipps zum kostengünstigen Zuschneiden und erklärt, was unter Kombi-, Hybrid- und Triple-SIM zu verstehen ist.
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Micro-SIM löst Mini-SIM-Karte abMicro-SIM löst Mini-SIM-Karte ab Apple machte 2010 den Anfang mit der Micro-SIM und setzte diese zuerst beim iPad und iPhone 4 statt einer klassischen SIM-Karte ein. Kritiker witterten zunächst eine versteckte Zwangsbindung der Nutzer an diejenigen Provider, welche Micro-SIM-Karten anbieten. Doch mittlerweile löst die Micro-SIM ihren Vorläufer zunehmend ab und kann bei nahezu allen Mobilfunk-Anbietern bezogen werden.

Insbesondere bei Smartphones setzen heute die meisten Hersteller auf Micro-SIM-Karten, bei den besonders flachen und leichten Topmodellen kommt hingegen die noch kleinere Nano-SIM zum Einsatz.

Nachfolgend erläutern wir Ihnen zunächst die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der verschiedenen SIM-Karten-Typen und beleuchten den Trend zu Verkleinerung. Anschließend zeigen wir Ihnen, wie Sie mit einfachen Mitteln kostengünstig aus einer Mini-SIM eine Micro-SIM-Karte selber basteln können und verweisen auf etwaige Risiken. Zum Schluss geben wir Ihnen ein Überblick über die Angebote und Alternativen der Mobilfunkanbieter.

Micro-SIM: Nichts besonderes mehr

Die Micro-SIM (oder auch "MicroSIM") ist im Grunde genommen nur eine kleinere Variante der bisher im Mobilfunk verwendeten Mini-SIM-Karte, die heutzutage auch als Standard-SIM bezeichnet wird. Die beiden Karten-Typen unterscheiden sich lediglich hinsichtlich ihrer Ausmaße (siehe nachfolgende Vergleichstabelle), also der Größe der Plastikummantelung, die dem entsprechenden Karten-Slot im Handy, Smartphone oder Tablet angepasst ist. Der in der Karte enthaltene Chip, welcher die relevanten Informationen für die Mobilfunk-Nutzung enthält, ist bei Micro-SIM und Mini-SIM heutzutage identisch. Die Chip-Größe älterer Mini-SIM-Karten konnte hingegen unter Umständen etwas umfangreicher ausfallen.

Warum wird die SIM-Karte immer kleiner?

Schon bei der Festlegung des UMTS-Standards durch das Europäische Institut für Tele­kommunikations­normen (ETSI) Ende der 90er Jahre wurde ange­nom­men, dass zukünftig entwickelte mobile Endgeräte tendenziell immer kleiner werden und dementsprechend auch die SIM-Karten-Größe angepasst werden müsste.

SIM-Karten gibt es aktuell in diesen drei GrößenSIM-Karten gibt es aktuell in diesen drei Größen Daher wurde neben der UMTS-fähigen Chip-Karte, der UICC (Universal Integrated Circuit Card), auch eine kleinere Variante, die Mini-UICC, berücksichtigt. Die UICC wird landläufig wie ihr Vorläufer aus der GSM-Welt einfach als "SIM-Karte" be­zeich­net. Infolge Apples erfolgreichen Werbe­kampagnen für das iPad und iPhone erlangte dann auch die Mini-UICC als "Micro-SIM-Karte" größere Berühmt­heit.

Einige Hersteller hielten selbst die Micro-SIM noch für zu groß und haben daher die Spezifikation einer noch kleineren Variante erarbeitet. Auch hier war Apple wieder Vorreiter der Miniaturisierung: Die Nano-SIM kam zum ersten Mal im iPhone 5 zum Einsatz. Mit steigender Komplexität moderner Smartphones und Tablets wird zudem auch mehr Platz für zusätzliche Bauteile gebraucht - dies ist ein weiterer Grund für die Einsparung bei der Slot- und Kartengröße.

Tabelle: Verfügbare SIM-Karten im Vergleich

SIM-Karte Mini Micro Nano
Maße
(H x B x T)
ISO-Standard
25 mm
x 15 mm
x 0,76 mm
15 mm
x 12 mm
x 0,76 mm
12,3 mm
x 8,8 mm
x 0,67 mm
Formfaktor / Hard-
ware-Bezeichnung
2FF /
UICC
3FF /
Mini-UICC
4FF
Definition 1) k. A. 1990 / 91 2012
Einführung k. A. 2010 2012
Verwendung in Handys / Smartphones (Auswahl)
Apple bis iPhone 3GS iPhone 4 / 4S ab iPhone 5
Microsoft / Nokia 2)
(Windows Phone)
Nokia 130 Nokia Lumia 520,
Microsoft Lumia 535,
Nokia Lumia 630
Nokia Lumia 735,
Nokia Lumia 930,
Nokia Lumia 1520
Motorola
(Android)
Motorola Motoluxe,
Motorola Razr i
Motorola Moto G,
Motorola Razr
Motorola Moto X,
Moto X Style / Play
Samsung
(Android)
Samsung Galaxy
S II I9100
Samsung Galaxy S3 Samsung Galaxy
Alpha
 / S6 / S6 Edge
Verwendung in Tablets (Auswahl)
Apple iPad bis 4. Gen.
WiFi+4G
iPad Air,
iPad mini WiFi+4G
Andere Anbieter Häufig mit
Micro-SIM-Karte
Stand: September 2015
1) Festlegung vom Europäischen Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI).
2) Im April 2014 wurde die Nokia-Gerätesparte an Microsoft verkauft, daher werden beide Anbieter in einer Tabellenzeile zusammengefasst.

Micro-SIM-Karte selber zurechtschneiden: die Vor- und Nachteile

Da Micro-SIM-Karten einfach kleine, klassische SIM-Karten sind, lassen sich diese aber auch entsprechend umrüsten. Am sichersten gelingt dies mit einem Micro-SIM-Locher (auch SIM-Stanze oder -Cutter), Micro-SIM-Locher zum ZuschneidenMicro-SIM-Locher zum Zuschneiden der in Online-Shops schon für unter 10 Euro zu haben ist. Dabei ist es ratsam, die Schnitt­reste aufzubewahren - im Zweifel lässt sich die Micro-SIM dann wieder in eine "klassische" SIM-Karte zurück­ver­wan­deln. Auch in entsprechenden Telefonshops und Technik-Warenhäusern können die SIM-Karten zumeist in die gewünschte Größe gestanzt werden, aller­dings ohne Übernahme der Garantie.

Wer die Investition in einen Locher scheut, kann bei entsprechendem Feingefühl auch zum Beispiel auf ein Teppichmesser oder ganz simpel eine Schere setzen - Anleitungen für Bastler finden sich im Netz. Erfahrene Mobilfunk-Nutzer erinnert das vielleicht an den ersten Wechsel beim SIM-Karten-Format, als von SIM-Karten in Scheckkarten-Größe zu den heute verwendeten Mini-SIM-Karten gewechselt wurde. Auch damals gab es schon Schnipsel-Anleitungen zum Selbstbau.

Das Risiko der Beschädigung von SIM-Karte und Gerät, zum Beispiel der SIM-Karten-Halterung, muss der Nutzer dabei allerdings selber tragen. Zudem kann das Manipulieren der SIM-Karte zu einem Garantieverlustes führen: So weisen Händlerinformationen darauf hin, dass Hersteller wie Apple bei Kenntnis der Verwendung von selbst zugeschnittenen oder ausgestanzten SIM-Karten die Garantie erlöschen lassen. Auch seitens der Mobilfunk-Anbieter wird eindringlich vor dem Zurechtschneiden und Stanzen der SIM-Karten gewarnt.

Aktuelle Geräte mit Micro-SIM in der teltarif-Datenbank

Alternativen der Anbieter: Kombi-SIM-Karten und Adapter

Die meisten Mobilfunkanbieter bieten mittlerweile Micro-SIM-Karten an. Sowohl die Netzbetreiber als auch die meisten Prepaid-Discounter haben die Micro-SIM auch passend zu ihren Smartphone-Tarifen ins Sortiment genommen. Häufig erhält der Kunde auch ohne explizite Nachfrage Micro-SIM: Die kleine SIM-KarteMicro-SIM: Die kleine SIM-Karte beim Abschluss eines neuen Vertrages eine Kombi-SIM (auch 2-in-1-SIM- oder Hybrid-SIM-Karte genannt). Bei dieser ist in die Mini-SIM-Karte eine Micro-SIM-Karte integriert. Aus dem Kartenträger kann dann je nach Bedarf die SIM-Karte im gewünschten Format an der Vorstanzung herausgebrochen werden. Wer die Schere nicht in die Hand nehmen will, greift also auf das Angebot der Anbieter zurück.

Da diese Trennung der Bestandteile schwer rückgängig zu machen ist, kann gegebenenfalls ein SIM-Karten-Adapter verwendet werden, um die Micro-SIM wieder als Standard-SIM-Karte verwenden zu können. Dieser ist neu ab circa 2 Euro (inklusive Versand) im Online-Handel erhältlich. Das Einsetzen im Gerät muss allerdings mit Vorsicht vorgenommen und der feste Sitz der Karte im Adapter überprüft werden. Anwender sollten den Adapter zudem niemals ohne SIM-Karte (zum Beispiel zu Testzwecken) in den Kartenslot stecken, da dieser nachhaltig beschädigt werden kann und das Handy somit unbrauchbar wird.

Neuere Smartphones sind sogar nur noch mit einer Nano-SIM-Karte ausgestattet. Daher bieten mittlerweile einige Anbieter ausschließlich sogenannte Triple-SIM-Karten (3-in-1-SIM-Karten) an, wie beispielsweise E-Plus in den Base-Tarifen, o2 und congstar.

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