Ubuntu for Phones

Es muss nicht immer Android sein: Ubuntu for Phones

Das Meizu Pro 5 ist das erste Highend-Smartphone mit Ubuntu for Phones. Doch was kann das Linux-basierte Betriebs­system? Lesen Sie mehr zum mobilen Open-Source-OS von Canonical im teltarif-Ratgeber.
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Es muss nicht immer Android sein: Ubuntu for PhonesEs muss nicht immer Android sein: Ubuntu for Phones Ubuntu for Phones ist die Smartphone-Variante des Open-Source-Betriebs­systems Ubuntu. Die Software nutzt das bereits vom Desktop bekannte Design der Unity-Benutzer­ober­fläche. Im Jahr 2013 hatte Canonical Ubuntu for Phones auf der Elek­tronik­messe CES offiziell vor­gestellt. Mittler­weile sind Smartphones mit Ubuntu for Phones in verschie­denen Preis­klassen erhältlich.

Ubuntu-Smartphones

Das erste Smart­phone mit vor­instal­liertem Ubuntu-Betriebs­system war das BQ Aquaris E4.5 für rund 170 Euro. Es folgte das BQ Aquaris E5 HD. Beide Modelle sind preis­günstige Einsteiger-Smartphones mit eher durch­schnittlicher Hardware. Im Juni 2015 erschien die Ubuntu Edition des deutlich leistungs­stärkeren Smartphones MX4 des chinesischen Her­stellers Meizu. Zuletzt folgte das Meizu Pro 5 mit Achtkern-Prozessor und 3 GB RAM. Mit ihm ist erstmals ein echtes Highend-Smartphone mit vor­installiertem Ubuntu-Betriebs­system verfügbar.

Ubuntu-Smartphones

Außerdem besteht die Möglich­keit, Ubuntu for Phones auf manchen Geräten anderer Anbieter aufzu­spielen. Für das Sony Xperia Z beispiels­weise steht eine von der Community angepasste Fassung des Systems zur Verfügung. Die Community-Firmware ist allerdings nicht voll­kommen ausgereift und es kann zu Ein­schrän­kungen kommen. Betroffen ist vor allem die Kamera-Funktion.

Scopes: Mehrere Apps in einer Übersicht

Im Zentrum von Ubuntu for Phones stehen die Scopes-Start­bild­schirme. Hierbei handelt es sich nicht um eigene Apps, sondern um vorge­fertigte Karten, die Entwickler mit Inhalten versehen können. Sie funktio­nieren wie einzelne Home­screens zu verschiedenen Themen. Der Today Scope informiert über aktuelle Kurz­mit­teilungen und Anrufe, Kalender­einträge, News oder das Wetter. Der NearBy Scope empfiehlt Konzerte oder Restaurants in der Umgebung. Außerdem gibt es einen Apps Scope mit allen instal­lierten Anwen­dungen, einen News Scope, der Nach­richten aus verschiedenen Quellen anzeigt, sowie Scopes für Musik oder Fotos. Über die Scopes hat der Nutzer direkten Zugriff auf verschiedene Arten von Inhalten, ohne dass er dazu unter­schiedliche Apps öffnen muss.

Ubuntu for Phones setzt auf Wisch­gesten

Bei der Bedienung setzt Ubuntu for Phones vor allem auf Wisch­gesten. Ein Wisch von links nach rechts bringt eine Leiste mit den am häufigsten genutzten Programmen hervor. Ein Wisch vom oberen Bild­schirm-Rand nach unten zeigt die Benach­richtigungen und Telefon-Konfi­gura­tionen an. Eine lange Wisch­geste von rechts nach links zeigt die bereits geöffneten Anwendungen an. Eine kurze Wisch­geste von rechts nach links erlaubt es, zwischen Anwendungen zu wechseln. Am unteren Bild­schirm-Rand kann der Nutzer das Menü zur Bedienung der jeweils aktiven App nach oben ziehen.

Apps für Ubuntu for Phones

Wie bei vielen jungen Systemen mangelt es Ubuntu for Phones derzeit noch an verfügbaren Apps. Einige bekannte Anwendungen sind zwar bereits erhältlich - so zum Beispiel Twitter, Facebook, eBay, Soundcloud und YouTube. Mit der App-Auswahl von Android oder iOS ist Ubuntu for Phones aber selbst­verständlich nicht zu vergleichen.

Bei seinem Smartphone-Betriebs­system setzt Canonical auf universelle Apps, die nicht speziell für Ubuntu for Phones entwickelt werden müssen. Vielmehr können Desktop-Apps mit Hilfe der Software-Umgebung gleich für Smartphones mit­geschrieben werden. Ausdrücklich unterstützt werden Anwendungen, die mit Hilfe der offenen HTML5-Technik entwickelt wurden.

Zukunftspläne: Ubuntu-Smartphone als Desktop-Ersatz

Ubuntu for Phones soll über die Einsatz­möglichkeiten üblicher Smartphones hinaus gehen. Das Stichwort heißt Convergence: In Verbindung mit zusätzlichen Geräten wie Monitor, Tastatur und Maus soll das Handy zukünftig als Desktop-PC-Ersatz funktionieren können. Wird das Smart­phone also an einen Monitor angeschlossen, erscheint dann der Unity-Desktop auf dem Bildschirm. Ziel ist eine einheitliche Benutzer­oberfläche auf Smartphone, Tablet und Laptop, die die Bedienung vereinfacht, ohne dabei die Besonder­heiten der jeweiligen Platt­form zu vernachlässigen.

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