Datenschutz

Datenschützer: Kunden besser über Handy-Ticket informieren

Bei der Datenspeicherung durch die BVG noch viele Fragen offen
Von mit Material von dpa
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Datenschutz beim Handy-Ticket: Vielen Fragen offen.Datenschutz beim Handy-Ticket:
Vielen Fragen offen.
Wie berichtet haben nun auch Berliner die Möglichkeit, bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) das Handyticket-System Touch & Travel zu benutzen. Das Prinzip ist einfach: Bei Fahrantritt checken die Kunden mit ihrem Handy ein und wenn sie ihr Ziel erreicht haben wieder aus. Um die dazu nötige Applikation zu laden braucht man allerdings ein iPhone oder ein Android-Handy und einen Mobilfunkvertrag bei der Telekom oder Vodafone. Die gefahrene Strecke wird dann per GPS ermittelt und der für den Kunden jeweils günstigste Fahrpreis berechnet. Bezahlt wird am Monatsende per Bankeinzug.

Es werden bei der Benutzung des Handytickets also eine Menge Daten gesammelt, was Datenschützer durchaus kritisch sehen. Der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix fordert deshalb, dass Verbraucher über das neue Handyticket nach Ansicht noch besser aufgeklärt werden müssen als bisher. "Die Kunden sind im Vorfeld nicht umfassend informiert worden", sagte Dix der Nachrichtenagentur dpa. Viele Fragen bezüglich der Datenspeicherung von Kunden der Berliner Verkehrsbetrieben seien noch offen.

"Verbraucher sollen sich sehr gut informieren bevor sie das Handyticket nutzen", empfahl Dix. "Wenn die Informationen nicht ausreichen, dann sollen sie sehr zurückhaltend sein." In der Sache sei es aber gut und richtig, dass über Mobiltelefone nun elektronische Fahrscheine gelöst werden könnten, sagte Dix.

Handyticket auch als Prepaid-Lösung

Der Berliner Datenschutzbeauftragte betonte, dass die BVG genauer Auskunft geben müsse, wie lange diese Bewegungsprofile gespeichert werden. Die aktuell veröffentlichte Informationsbroschüre der BVG beantworte diese wichtige Frage zum Beispiel nicht. Die Deutsche Bahn, die mit der BVG kooperiert, teilte mit, Bewegungsdaten würden anonym sechs Monate lang gespeichert werden. Danach würden sie gelöscht. Für Abrechnungszwecke würden die Daten jedoch länger aufbewahrt. Aus Sicht des Datenschutzexperten ist nicht genügend geklärt, was passiert, wenn Kunden sich vergessen abzumelden. Das System würde die Kunden dann weiterhin orten.

Dix forderte von der BVG außerdem ein alternatives Zahlungssystem. Die Deutsche Bahn habe zugesichert, dass ein Prepaid-System eingerichtet werde. "Ich erwarte von der BVG, dass sie das umsetzt", sagte Dix. "Es muss auch gehen, dass Kunden spurlos zahlen." Verbraucher würden sich dann beispielsweise im Internet unter einem Pseudonym ein Konto einrichten. Das Geld auf dem Konto wäre dann das Guthaben für den Fahrscheinkauf.

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