Handy-Test

Schwer auf Draht: Das Touchscreen-Handy Nokia N97 im Test

Neues Smartphone richtet sich eher an Multimedia-Fans und an private Anwender
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Heute startet der reguläre Verkauf des Nokia N97, dem neuen Top-Handy von Nokia. Die Preisempfehlung des finnischen Handy-Herstellers für das neue Smartphone lautet 649 Euro, wenn der Kunde nicht gleichzeitig einen Mobilfunk-Vertrag mit längerer Laufzeit abschließt. Im freien Online-Handel ist es bereits ab 545 Euro ohne Vertrag erhältlich. Der Mobilfunkbetreiber Vodafone verkauft es für Preise zwischen 199,90 und 349,90 Euro, wenn der Kunde beim Handy-Kauf in einen 24-Monatsvertrag in einem Vodafone-Tarif einwilligt. Ohne Vertrag kostet das Nokia N97 699,90 Euro bei Vodafone. Wir haben in den vergangenen Wochen im Handy-Test überprüft, ob das Nokia N97 sein Geld wert ist.

Umfangreiche Ausstattung, vor allem aber bedienfreundlich

teltarif.de-Foto vom Nokia N97Innenleben des Nokia N97 Der erste Eindruck spricht jedoch nicht gerade für das neue Smartphone der Finnen: Das Gehäuse des 15,9 bis 18,25 Millimeter hohen N97 ist aus Plastik, das Handy wirkt dadurch für den Betrachter weniger hochwertig als Smartphones mit einem Metall-Finish wie etwa das Nokia E71. Zudem wiegt das Nokia N97 mit seinen 140 Gramm recht schwer in der Hand. Dafür ist jedoch jede Menge Technik in dem Schiebe-Handy verbaut.

Das N97 kann in GSM-Netzen um 850, 900, 1 800 und 1 900 MHz genutzt werden und unterstützt neben GPRS die Standards EDGE, UMTS bzw. HSDPA für den mobilen Datenempfang mit bis zu 3,6 MBit/s. Dank WLAN können sich die Nutzer des Nokia N97 auch an Hotspots mit dem Internet verbinden. Zu den weiteren Highlights unter den Ausstattungsmerkmalen gehören das Touchscreen-Display, eine QWERTZ-Tastatur, eine 5-Megapixel-Kamera mit Autofokus, Videoaufnahme und LED-Leuchte, ein Medienplayer und ein UKW-Radio, 32 GB interner Speicherplatz und GPS für Navigationsdienste.

Vor allem aber - das hat unser Test gezeigt - erweist sich das Nokia N97 als äußerst bedienfreundlich. Dafür sorgen der mögliche Wechsel zwischen 5-Wege-Navigationskey, QWERTZ-Tatatur und Touchscreen bei Befehlseingaben, die Integration von Ovi-Diensten, der Schnellzugriff vom Startbildschirm auf bestimmte Anwendungen durch auswechselbare Widgets sowie andere praktische Kleinigkeiten wie etwa eine externe Bildschirm-/Tasten-Sperre, die das wohltemporierte Drücken von Tastenkombinationen überflüssig macht. Als Betriebssystem kommt Symbian S60 5th Edition (Version 9.4) zum Einsatz, für den Test hatten wir die Firmware auf die Version 10.0.012 aktualisiert.

Anpassungsmöglichkeiten auf dem Startbildschirm durch Widgets

teltarif.de-Foto vom Nokia N97Nokia N97 mit Tastatur Bis auf Uhrzeit- und Datumsanzeige sowie den Profil-Button kann der Nutzer frei entscheiden, für welche Anwendungen er Widgets auf seinem Startbildschirm platzieren möchte. Solche Widgets gibt es für vielgenutzte Kontakte, für Termine, für E-Mails, für Handy-Programme wie SMS, den Musikplayer, den mobilen Internet-Browser, für UKW-Sender sowie für Online-Dienste wie AccuWeather, Amazon, Facebook oder bestimmte Nachrichtendienste. Über Widgets, die der Nutzer auf den Startbildschirm gelegt hat, kann er entsprechende Anwendungen direkt starten. Für die Zukunft wird mit einem wachsenden Angebot an Widgets für Smartphones mit Symbian S60 5th Edition zu rechnen sein. Verwirrend: Der Startbildschirm kann mit dem Finger "weggewischt" werden, anders als beim T-Mobile G1 oder dem HTC Magic lassen sich aber auf der dann erscheinenden leeren Fläche keine alternativen Startbildschirme anlegen.

Komplizierter ist der Weg zum gewünschten Programm durch das Handy-Menü: Während sich allgemeine Menü-Befehle wie "Optionen", "öffnen", oder "zurück" durch einfaches Antippen des jeweiligen Buttons auf dem Touchscreen eingeben lassen, öffnen sich Unterpunkte in den einzelnen Menübereichen erst nach Doppel-Tippen - dann aber sehr schnell und zuverlässig. Rubriken im Hauptmenü sowie Anwendungen im Programm-Manager kann sich der Nutzer je nach Vorliebe in der Listen- oder in einer Gitteransicht anzeigen lassen. Geöffnet wird das Hauptmenü durch die einzige Taste auf der Gehäusefront neben der grünen und der roten Hörertaste, die allesamt unter dem Display liegen.

Beherzter Druck auf den Touchscreen nötig

Der TFT-Touchscreen des Nokia N97 weist eine Diagonale von 3,5 Zoll auf, löst 360 mal 640 Pixel auf (nHD) und stellt 16,7 Millionen Farben dar. Während die Schärfe des Displays nicht zu bemängeln ist, so fehlt es den Farben im Vergleich zum Display des Nokia N86 8MP doch etwas an Sättigung. Leider kann der Nutzer in den Einstellungen nur die Helligkeit der Display-Beleuchtung sowie die Beleuchtungsdauer regeln. Im Vergleich zum AM-OLED-Display des Samsung I8910 HD wird vollends deutlich, dass der Bildschirm des Nokia N97 Standard-Qualität bietet: Beim neuen Samsung-Smartphone werden die Inhalte kontrastreicher sowie in kraftvolleren Farben angezeigt und erscheinen für das Auge des Betrachters direkt unter der Glasoberfläche. Bei schrägem Betrachtungswinkel werden außerdem Fingerabdrücke und Schlieren auf dem spiegelnden Display des Nokia N97 schnell sichtbar.

Auf der folgenden Seite lesen Sie, wie die echte Tastatur und der Internet-Browser des Nokia N97 im Test abgeschnitten haben.

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