Quadratisch, praktisch, ...: Das Motorola Flipout im Handy-Test
18.08.2010 Seite 2 / 2
Display-Darstellung des Motorola Flipout mit Tücken
Das größte Problem beim Umgang mit dem Motorola Flipout ist das vergleichsweise kleine
Display im Querformat. Die insgesamt sieben Startbildschirme sehen schnell überfrachtet
aus, sobald sie mit Widgets gefüllt werden. Noch schlimmer: Beim Surfen im Internet ist
es nur schwer möglich, die optimale Schriftgröße durch zoomen zu erreichen. Entweder
sind die Buchstaben zu klein oder so groß, dass man ständig hin und her scrollen muss,
um ganze Sätze zu lesen – da kommt im WWW nur wenig Freude
auf.
Motorola Flipout
Genug gemeckert: Es gibt auch positive Aspekte beim Bedienungskonzept. Das fängt bei
der behutsamen Schritt-für-Schritt-Anleitung an, die zu Beginn gleich alle wichtigen
Eingaben ermöglicht. Auch die Tastatur überzeugt trotz enger Fläche durch eine
gelungene Ergonomie und einem klarem Druckpunkt. Das kleine Joypad ist allerdings recht
sinnlos, da es keinen zentralen Knopf aufweist, so dass der Nutzer um
Touchscreen-Eingaben nicht herumkommt. Insgesamt
klappt das Stupsen durch die Listen schnell und problemlos, wobei aber der
Bedienungsfluss nicht so intuitiv wie beim iPhone geraten ist.
Schade ist zudem, dass kein direkter Zugroff auf SIM-Kontakte möglich ist und dass
Kontakte im Adressbuch stets nur nach Vornamen sortiert werden.
Motorola Flipout
Der ARM-Cortex-A8-Prozessor des Motorola Flipout ist mit 600 MHz getaktet und
sorgt für eine ausreichende Performance, ohne sich aber für komplexere Aufgaben zu
empfehlen. Während der Testphase fiel das Motorola Flipout allerdings nicht durch
störende Wartesekunden negativ auf. Der
1 170-mAh-Akku reagiert recht sensibel auf die
Nutzungsintensität. Während bei sporadischer Nutzung bis zu fünf volle Tage
Rufbereitschaft drin sind, müssen Vieltelefonierer und Dauersurfer bereits nach
zwei bis maximal drei Tagen das Netzteil bemühen – unter dem Strich eine recht
dürftige Leistung. Immerhin: Dank eines Akku-Managers lässt sich je nach
Anforderung noch mehr Betriebsbereitschaft herauskitzeln.
Bei der Sprechqualität griffen die Macher tief in die Trickkiste. Mit Hilfe der
"Crystal-Talk-Plus"-Technologie werden insbesondere die Nebengeräusche komplett
eliminiert. Im Zusammenspiel mit mehreren auswählbaren Sprachprofilen sorgt diese
Technologie für eine präsente Stimmwiedergabe. Insbesondere bei Telefonaten ins
Festnetz lädt die gute Qualität zu längeren Telefonaten ein. Bei der Empfangsleistung
kann nur der Einsatz im D-Frequenzband komplett überzeugen. Im E- und 3G-Netz könnte
der Kontakt zum nächsten Mast souveräner sein. In Städten fällt das aber
normalerweise nicht ins Gewicht.
Löblich, dass Motorola sich beim Flipout weiterhin von der experimentierfreudigen
Seite präsentiert. In diesem Falle wirkt sich das ungewöhnliche Design jedoch
kontraproduktiv auf das Ergebnis aus, denn die reine Nutzung der Breite des recht
kleinen Displays erschwert den Umgang mit dem Smartphone. Zudem fällt die
Multimedia-Ausstattung des Android-Handys vergleichsweise dürftig aus. Für ein an
Jugendliche gerichtetes reines Fun-Handy oder als Mode-Accessoir ist das Motorola
Flipout mit Preisen im Online-Handel ab etwa 280 Euro ohne Vertrag allerdings
auch vergleichsweise teuer.
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