Telefonverhalten

Die Info-Dienste in Handy-Tarifen mit Kostenstopp

Wer die Dauer des Kostenstopps kennt, kann die Flatrate optimal ausnutzen
AAA

Handy-Tarife mit Kostenlimit bieten dem Nutzer eine größere Kostenkontrolle für bestimmte Dienste - eigentlich. Dieses Feature kann jedoch auch einen Wenignutzer für einen gewissen Zeitraum zum regen mobilen Telefonieren animieren. Grund dafür ist eine nicht immer kundenfreundlich umgesetzte Informationsregelung der Kostenstopp-Funktion: Der Handy-Nutzer dieses Tarifs wird zwar in den meisten Fällen automatisch per SMS-Mitteilung über den Beginn der Funktion informiert, seltener jedoch über ihren Ablauf und damit über den Zeitpunkt, ab wann Handy-Anrufe, SMS-Versand oder die mobile Internetnutzung wieder kostenpflichtig werden. Dadurch kann ein Handy-Nutzer, der normalerweise wenig eigene Anrufe durchführt und in der Regel nicht das Kostenlimit erreicht, innerhalb weniger Tage unbewusst einen höheren Rechnungsbetrag verursachen.

Blau und simyo: Abfragemöglichkeit der Kostenstopp-Laufzeit per Kurzwahl

Info-Dienste bei Handy-Tarifen mit Kostenstopp Bei fast allen Anbietern von Mobilfunktarifen mit monatlichem Kostenlimit werden die Kunden per SMS-Mitteilung dann informiert, wenn die im Laufe eines Monatszeitraums angefallenen Kosten die festgelegte Betragsgrenze erreicht haben. Ab diesem Zeitpunkt können die betreffenden Kunden bis zum Ende des jeweiligen Abrechnungszeitraum weiter telefonieren, simsen oder teilweise auch mobil im Internet surfen, ohne dass ihnen der Mobilfunkanbieter hierfür weitere Kosten in Rechnung stellt. Bei simyo erhält der Kunden beispielsweise bei Erreichen des 39-Euro-Betrags eine Kurznachricht mit dem Wortlaut: "Kostenstopp!Nationale Standardgespräche, SMS, Daten (56 kbit/s) ab sofort kostenfrei. High-Speed Daten? Option Daten-1GB unter 1155 oder www.simyo.de buchen." Eine weitere SMS-Mitteilung mit dem Hinweis, ab welchem Zeitpunkt der betreffende Kunde wieder für alle Mobilfunkdienste zahlen muss, versendet simyo dagegen nicht.

simyo-Kunden können allerdings entweder im Online-Kundenbereich ihren aktuellen Verbrauch sowie gegebenenfalls das Ablaufdatum der Kostenstopp-Funktion einsehen oder sie wählen die Kurzwahlnummer 1155 an und lassen sich die Aktivitätslaufzeit des automatischen Flatrate-Mechanismus ansagen. Dazu wählen sie im Menüpunkt 8 (Optionsverwaltung) die Tastenziffer 2 für Statusansagen. Einfach in den Kalender schauen, hilft dagegen nicht: Im Einheitstarif von simyo beginnen und enden die Abrechnungszeiträume unabhängig von den Kalendermonaten.

Das gilt auch für den Einheitstarif von Blau, der vergleichbare Konditionen wie der simyo-Tarif bietet und ebenfalls im Netz von E-Plus realisiert wird. Hier erscheint in der ersten Info-SMS auch ein Hinweis auf die Laufzeitansage unter der Kurzwahlnummer 1155. Wer schon länger Bestandskunde von Blau mit Einheitstarif ist, muss gegebenenfalls den Kostenschutz-Mechanimsus erst für seinen Mobilfunkanschluss aktivieren.

Weniger Informationen bei DeutschlandSIM, mehr bei o2

Handy-Nutzer mit DeutschlandSIM-Tarif von eteleon erhalten weniger Informationen: Sie werden weder zu Beginn noch rechtzeitig zum Ablauf der Kostenstopp-Funktion per SMS-Mitteilung informiert. Hier erhält der Kunde nur monatlich seine Handy-Rechnung, über die er sich im Nachhinein über sein Nutzungsvolumen informieren kann - auf Wunsch auch mit Einzelverbindungsnachweis. Ein nachträglicher Blick in die Handy-Rechnung ist allerdings logischerweise keine Lösung des beschriebenen Problems, sondern hilft höchstens, das eigene Nutzungsvolumen künftig besser einschätzen zu können. Hilfreicher Anhaltspunkt für Nutzer mobiler Datendienste: Sobald der Kostenstopp aktiviert wird, steht dem Nutzer des DeutschlandSIM-Tarifs nur noch GPRS-ähnliche Bandbreite für mobile Datenübertragungen zur Verfügung.

Die Info-Dienste in Handy-Tarifen mit Kostenstopp Der Netzbetreiber o2 verschickt dagegen eine SMS-Benachrichtigung an Nutzer seines Kostenlimit-Tarifs o2 o, sobald der Kosten-Airbag in Kraft tritt, und nennt in dieser Info-SMS auch den Zeitpunkt, zu dem der Kosten-Airbag wieder ausläuft. So weiß der Kunde, der aufgrund seiner Handy-Nutzung in den vorangegangenen Tagen schon genügend Kosten angehäuft hat, genau, in welchem Zeitraum er noch bedenkenlos weiter Anrufe durchführen und SMS-Mitteilungen versenden kann. Während für Kunden im o2-o-Tarif in der Postpaid-Variante der Beginn eines neuen Abrechnungszeitraums entscheidend für den Ablauf der automatischen Kostenschutzfunktion ist, können sich Nutzer des o2-o-Tarifs in der Prepaid-Version ganz einfach an das Ende des betreffenden Kalendermonats halten. Zurzeit greift der Kosten-Airbag für den o2-o-Tarif für Neukunden bei 60 Euro im Monat.

Bei den ebenfalls im Netz von o2 angebotenen Prepaid-Tarifen von Fonic und Lidl Mobile mit einem Kostenlimit von 40 Euro pro Monat für Anrufe und SMS-Versand im Inland ist dies ähnlich: Eine einmal aktivierte Kostenstopp-Funktion läuft jeweils zum Ende eines Kalendermonats aus.

Natürlich: Wer einen solchen Kostenlimit-Tarif wählt, um regelmäßig die Kostenschutz-Funktion zu nutzen, erwartet in der Regel keine entsprechenden Hinweise seines Anbieters. Wenignutzer aber, die in der Regel den Kostenstopp nicht erreichen, könnten dagegen ab dem Zeitpunkt, zu dem sie die für eine Kostensperre ausreichenden Kosten angehäuft haben, könnten dagegen den Flatrate-Mechanismus in den verbleibenden Tagen ordentlich für Anrufe und SMS ausnutzen. Wenn sie allerdings nicht wissen, wann der vorübergehende Kostenstopp ausläuft bzw. wie sie diese Information abfragen können, laufen eventuell ungewollte Handy-Nutzungskosten auf. Neben der Netzabdeckung, den Nutzungskosten, die Höhe des monatlichen Maximalbetrags und dem Umfang der unter den Kostendeckel fallenden Dienste können diese Info-Regelungen der Mobilfunkanbieter so für Wenignutzer durchaus ein relevantes Kriterium für die Tarifwahl sein. Mehr über die genauen Nutzungspreise in den einzelnen Kostenlimit-Tarifen erfahren Sie in unserem Tarifvergleich.

Weitere Meldungen zu Handy-Tarifen mit Kostenlimit