Sicherheit

Handys am Steuer erhöhen das Unfallrisiko um das 23-fache

Zwar wissen viele Autofahrer, dass die Nutzung eines Mobiltelefons während der Fahrt verboten und gefährlich ist, dennoch ignorieren sie die Gefahr und schreiben weiterhin Kurznachrichten am Steuer. Doch dies kann Leben kosten.
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Für Telefonate während der Fahrt sollte auf eine entsprechende Freisprecheinrichtung zurückgegriffen werdenFür Telefonate während der Fahrt sollte auf eine entsprechende Freisprecheinrichtung zurückgegriffen werden Von der Arbeit auf dem Weg nach Hause schreiben viele ihrem Partner noch schnell eine SMS: "Ich bin gleich zu Hause". Die SMS "mal eben" während der Fahrt kann jedoch tödlich sein, denn oftmals reichen schon wenige Sekunden der Unacht­samkeit aus, um den Blick für den Gegen­verkehr sowie Gefahren auf der Straße zu verlieren.

Zwar ist vielen Autofahrern das Risiko bekannt, dennoch unter­schätzen sie die Gefahren beim Texten und Telefonieren während der Fahrt weiterhin. Laut einer Studie, die im US-Bundes­staat Virginia durch­ge­führt wurde, erhöht sich das Unfall­risiko durch das Lesen und Schreiben von SMS während der Fahrt um das 23-fache. Auch der Deutsche Verkehrs­sicher­heits­rat (DVR) weist zurzeit darauf hin.

Junge Fahrer nutzen ihr Handy häufig am Steuer

Werden Kurz­mitteilungen gelesen oder verfasst, wird der Blick des Fahrers längere Zeit vom Verkehrs­ge­schehen ab­ge­wendet. Dabei führt bereits eine fünfsekündige Blick­abwendung bei 50 km/h zu einem "Blindflug" von beinahe 70 Metern, so der DVR. Auch, wenn der Fahrer während des Schreibens oder Lesens seinen Blick wieder kurzzeitig auf die Straße richtet, kann er dennoch leicht etwas übersehen. Bei der Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn (130 km/h) legt innerhalb dieser 5 Sekunden ein Auto sogar eine Strecke von 180 Meter zurück.

Zurzeit kann die Anzahl der Unfälle, die sich in Deutschland auf Grund der Ablenkung durch SMS ergeben, nicht beziffert werden; bei der Unfallerhebung durch die Polizei wird diese Unfallursache derzeit noch nicht mit untersucht. Durch die Medien gingen jedoch schon mehrere Fälle, bei denen neben der verunglückten Person ein Handy mit einer angefangenen SMS gefunden wurde.

Besonders Fahranfänger sind sich der Gefahr, die sich durch die Nutzung des Smartphones am Steuer ergibt, nicht bewusst. Viele jungen Menschen tauschen sich ununter­brochen im Alltag mit anderen über soziale Medien wie Facebook, WhatsApp & Co. aus und möchten scheinbar auch während der Autofahrt nicht hierauf verzichten. Dies bestätigt auch die Umfrage des Reifen­herstellers Goodyear. Ein Drittel (30 Prozent) der befragten jungen Frauen zwischen 18 und 24 Jahren gaben an, auch während der Fahrt im Auto Kurz­mitteilungen zu verfassen. Von den befragten jungen Männern stand nur etwa ein Viertel (23 Prozent) zu ihrem gefährlichen Verhalten.

SMS Schreiben verstößt gegen das Gesetz

Viele Handy-Besitzer schreiben SMS am Steuer ihres WagensViele Handy-Besitzer schreiben SMS am Steuer ihres Wagens Allerdings ist das Verhalten nicht nur gefährlich, es ist zudem auch rechts­widrig. Denn das gleichzeitige Führen eines Fahr­zeuges und das Benutzen eines Mobil­telefons ist nicht gestattet, wenn das Telefon in der Hand gehalten werden muss. Dies besagt Paragraf 23 Absatz 1a StVO (Straßen­ver­kehr­sordnung). Allerdings wird in diesem Gesetz der Begriff "Benutzen" nicht wirklich strikt definiert. Denn unter "Benutzen" versteht der Gesetz­geber lediglich das Verfassen von SMS, das Telefonieren sowie das Einwählen in Inter­net­dienste. Steht das Fahrzeug mit aus­ge­schaltetem Motor am Straßenrand, so ist das Verbot aufgehoben. Missachten Autofahrer das Gesetz, droht ihnen ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro sowie ein Punkt im Flens­burger Fahr­eignungs­register.

Auch einige Fahr­zeug­her­steller versuchen, die Gefahren für die Fahrer durch das Lesen von SMS zu reduzieren. So integrieren sie beispielsweise Informations­systeme in ihre Fahrzeuge, die den Auto­fahrern eingehende SMS- und Twitter-Nachrichten vorlesen. Darüber hinaus kann die Steuerung des Telefons über die Sprachbefehle die Ablenkungs­gefahr reduzieren. Laut DVR mindern diese Funktionen allerdings nur die Ablenkungen. Die Unachtsamkeit der Fahrer besteht weiterhin, da diese sich beispielsweise auf den vorgelesenen Text konzentrieren und diesen schnellst­möglich beantworten möchten.

Die sicherste Methode ist es, das Mobiltelefon während der Fahrt in einer Tasche zu verstauen. Gehen vermehrt Anrufe nacheinander ein, kann der Fahrer also davon ausgehen, dass es wichtig ist, sollte er zum Beantworten erst einen Parkplatz anfahren und sich dort dem Anruf oder der SMS widmen. Auch Besitzer eines Wagens mit Start-Stopp-Automatik sollten dieses Verhalten beherzigen, auch wenn laut eines Urteils des Ober­landes­gericht das Handy-Verbot bei derartigen Fahrzeugen aufgehoben ist.

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