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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 15.02.2012 |
Mister X wird jetzt auch auf dem Handy mit GPS-Spiel gejagt29.03.2009
14:19 GPS-geführtes Detektiv-Spiel will die Couch-Potatoas zum Schwitzen bringen
Als das Signal ertönt, läuft Benno Schröder
los. Mit schnellen Schritten überquert er den Bremer Rathausplatz und
verschwindet in einer Seitengasse. Immer wieder blickt er dabei auf
sein Handy. Ein kleiner Pfeil auf dem Bildschirm zeigt ihm seine
Position an. Kurze Zeit später setzen sich drei weitere Pfeile in
Bewegung. Sie schwärmen nach rechts und links aus, versuchen den
26-Jährigen einzukesseln. Schröder fängt an zu rennen. Als die
Verfolger gefährlich nahe kommen, springt er in einen Bus und bringt
sich so in Sicherheit - allerdings nur für einen kurzen Moment: Denn
die Jagd geht weiter.
25 Minuten dauert eine Runde von FastFoot-Challenge, das ein bisschen an das in den 80er-Jahren erfolgreiche Brettspiel "Scotland Yard" erinnert. Allerdings tragen die Spieler den Wettkampf nicht am Wohnzimmertisch aus, sondern draußen in der Stadt. Die Regeln sind einfach: Drei bis vier Läufer versuchen, in einem Gebiet von einem Kilometer Radius den ominösen "X" zu fangen. Alle sechs Minuten empfangen sie ein GPS-Signal auf ihrem Handy, das seinen Aufenthaltsort verrät. Fangen sie "X" innerhalb der vorgegebenen Zeit, haben sie gewonnen. "Wir wollen die "Couch potatoes" in Bewegung bringen."
Das ist auch das Ziel der Erfinder von "FastFoot-Challenge". "Wir wollen die "Couch potatoes" in Bewegung bringen", erklärt der Bremer Informatiker Nils Behrens, der das Spiel zusammen mit zwei ehemaligen Studienkollegen entwickelt hat. Statt vor dem Computer zu hocken, sollen die Zocker raus an die frische Luft. "Die Leute sollen die Stadt als Spielraum erleben." Und nebenbei was für die Gesundheit tun. Deshalb gibt es nicht nur Punkte für die Gewinner, sondern auch für denjenigen, der am weitesten gelaufen ist. Erweiterung zum sozialen Netzwerk geplantIn Zukunft soll das Spiel sogar zu einem sozialen Netzwerk im Internet werden, so stellen es sich die Erfinder zumindest vor. "Wenn man zum Beispiel neu in einer Stadt ist, kann man darüber Leute kennenlernen und dabei gleichzeitig die Gegend erkunden", erläutert Behrens. Noch können die Spieler die Software für die Jagd nach Mister X kostenlos aus dem Internet auf ihre Handys laden. Zurzeit feilen Behrens und seine Kollegen aber an einer erweiterten Version, die von Frühsommer an fünf bis zehn Euro pro Download kosten soll. Bei älteren Modellen kommen außerdem die Kosten für einen GPS-Empfänger dazu. Seit vergangenem Sommer treffen sich Benno und seine Freunde regelmäßig, um sich gegenseitig durch die Stadt zu jagen. "Das ist schon ein Adrenalin-Kick, wenn man "X" schnappt", schwärmt Ben Zahn, einer der Läufer. Vor allem, wenn Benno der Gejagte ist. Regelmäßig gelinge es ihm, seine Verfolger an der Nase herumzuführen, klagen seine Freunde. Doch an diesem Tag hat der Student kein Glück. Während der Busfahrt versagt der GPS-Empfänger den Dienst. Benno wird disqualifiziert. Er war zu lange offline. dpa / Martin Müller
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