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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 13.02.2012 |
Handys machen Kinder doof14.08.2009
16:25 Handynutzung verleitet zu schnellem, aber ungenauem Denken
Ob und warum man Kindern ein Handy in die Hand geben sollte, ist durchaus umstritten. Inzwischen hat die Realität aber sämtliche Abwägungen vorsichtiger Eltern und Experten überholt: Mehr als zwei von drei der 10- bis 13-jährigen Kinder in Deutschland haben bereits ein Handy und auch immer mehr jüngere Kinder werden bereits mit Mobiltelefonen ausgestattet. Dass Handys in Kinderhand gefährlich werden können, wird bereits seit Jahren diskutiert, bislang standen dabei aber eher eine mögliche Gesundheitsgefährdung durch Mobilfunkstrahlung oder Probleme mit Mobbing und Gewaltvideos im Vordergrund.
Eine Studie der australischen Monash-Universität lässt nun ganz andere Befürchtungen aufkommen: Handys machen möglicherweise doof. Denn die intensive Nutzung von SMS- und Chat-Funktionen scheint das noch in der Entwicklung befindliche Gehirn zu verändern. Die typischen SMS-Abkürzungen und ein häufiger Gebrauch der Texterkennung (T9) verleiten dazu, zwar schneller zu denken und zu kommunizieren, aber gleichzeitig immer mehr Fehler zu machen - und sich nicht weiter daran zu stören. Das wiederum führt zu Veränderungen von Denkmustern und Hirnstrukturen. Generation T9Professor Michael Abramson von der Monash-Universität in Melbourne fand heraus, dass Kinder, die häufig Handys benutzen, tatsächlich schneller, aber ungenauer denken. In entsprechenden Tests waren die Handy-geübten Kinder schneller, machten aber deutlich mehr Fehler. Der Umgang mit Mobiltelefonen verändere auch das Lernverhalten überhaupt und mache die Kinder impulsiver, erklärte Abramson. Dies betreffe eine ganze Generation. Es werde immer schwieriger, für eine Kontrollgruppe gleichaltriger Kinder überhaupt noch welche zu finden, die kein Handy benutzen. Für die erste Studie dieser Art wurden die geistigen Fähigkeiten und das Verhalten von Kindern und der Einfluss der Handynutzung auf das Gehirn untersucht. 317 Kinder zwischen 11 und 14 Jahren nahmen daran teil. Auch die Bedeutung und Benutzung bestimmter Begriffe ändere sich: So benutzen Kinder und Jugendliche in ihrer Kommunikaion statt dem Ausdruck "cool" häufig bewusst den Ausdruck "book", weil die Handy-Texterkennung T9 diesen Begriff oft vorschlägt, wenn man das Wort "cool" eintippen möchte. Zwar liegt auf der Hand, dass es sich um einen anderen Begriff handelt, der eigentlich etwas ganz anderes bedeutet, er wird aber von den Kindern analog verwendet und verstanden. Allerdings ist dieser Trend zu immer schnellerer Verarbeitung von immer mehr Informationen, die aber immer weniger geprüft und eingeordnet werden, allgemein zu beobachten. Das führt nicht nur dazu, dass immer weniger nachgedacht und verstanden wird; eine ständige Informationsüberflutung kann einfach krank machen.
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