Sprechfunk-Handy

Im Test: Funksprechgerät mit Dual-SIM-Handy

Technisch nicht ganz auf der Höhe der Zeit, aber originell: Ein Funkgerät mit Handy. Wir haben das Pearl Simvalley Mobile XT-980 getestet und fragen: Was bringt das?
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Wer bei schönem Wetter beispielsweise im Wald unterwegs ist und innerhalb seiner Gruppe Kontakt halten will, kommt um klassischen Sprechfunk nicht herum. Bei Reichweiten von einigen hundert Metern bis zu einem Kilometer, bei guter Sicht auch etwas mehr, kommt der allgemein genehmigte gebührenfreie PMR446-Sprechfunk in Frage. Trotz Handy Flatrate: Von einer flächendeckenden Netzabdeckung ist Deutschland auch im Jahre 24 nach dem Start der ersten digitalen Mobilfunknetze (damals mit D1-Telekom und D2-Mannesmann) noch Lichtjahre entfernt.

PEARL Simvalley XT-980

Was läge also näher, als ein Outdoor-Handy mit einem Funksprechgerät in einem Gehäuse zu kombinieren? Die Elektronik-Handelsfirma Pearl bietet - wie berichtet - unter ihrer Hausmarke "simvalley" unter der Bezeichnung XT-980 genau das an, andere Hersteller sind auf dem deutschen Markt bislang nicht aktiv geworden. Das simvalley Mobile XT-980 kostet 150 Euro.

Funkgeräte-Modul: Keine separate Anmeldung notwendig

Pearl simvalley Mobile XT-980 im TestPearl simvalley Mobile XT-980 im Test Was oft übersehen wird: Auch ein Mobiltelefon braucht eine fernmelderechtliche Zulassung. Aufgrund des weltweiten GSM-Standards und seiner technischen Nachfolger sind diese Zulassungen meistens schon irgendwo vorhanden. Dank einer Allgemeinzuteilung braucht der Handytelefonierer sein Gerät nicht mehr bei der Bundesnetzagentur anzumelden. Das war hierzulande zuletzt beim analogen B-Netz der Fall. Die "SIM-Karte" (ein Einsteckmodul) gab es damals erst, wenn jedes einzelne Gerät von der Bundespost funktechnisch auf Einhaltung aller Vorschriften überprüft worden war.

Bei Sprechfunkgeräten bleibt die Rechtslage auf lange Sicht weiter uneinheitlich. Zwar gibt es die CEPT (Kon­ferenz der euro­päischen Post und Fern­melde­ver­waltungen), der mehr Länder als der EU angehören, aber außerhalb der CEPT herrscht babylonische Sprach- und Lizenzverwirrung. Kurz­strecken­funk­geräte für die USA funken auf völlig anderen Frequenzen als in Europa, wo acht (analoge) Sprechfunkkanale bei 446 MHz unter dem Stichwort "PMR 446" allgemein freigegeben wurden.

Wenn man zertifizierte Geräte verwendet, ist keine besondere Anmeldung oder Lizenzgebühr notwendig. Nur der Vollständigkeit halber: Auf 446 MHz gibt es acht weitere digitale Sprachkanäle, doch diese deckt das simvalley XT-980 nicht ab. Der Sprechfunkteil bleibt analoge Frequenzmodulation. Digital funkt das XT-980 nur per GSM-Technik (2G). Über 3G (UMTS) oder gar 4G (LTE) verfügt das Gerät jedoch nicht.

Das simvalley XT-980 im Wasser-Test

Das simvalley XT-980 ist relativ robust aufgebaut und soll laut Herstellerangaben die Schutzklasse IP67 erfüllen, was Staubdichtheit und kurzzeitiges Untertauchen erlauben soll. Wir haben das kurzzeitig geprüft, legten das Gerät in klares Wasser im Spülbecken, hörten Musik und ließen es klingeln. Das Gerät hat dies klaglos verkraftet. Das Gerät misst im übrigen 129 mal 58 mal 21 Millimeter.

Kein Wunder: Die Rückwand ist mit stabilen Schrauben und einer im Gehäuse eingelassenen Gummidichtung gesichert. Nicht ein Wassertropfen verirrte sich ins Innere. Ein kleiner Schraubendreher in der Form einer überdimensionierten SIM-Karte liegt bei. Nach dem Aufschrauben können zwei SIM-Karten (Mini-Format) und eine Micro-SD-Karte (bis 16 GB Kapazität) eingelegt werden, der Akku ist mit 1700 mAh bei 3,6 Volt angegeben.

Im Akkudeckel können auf einem Aufkleber die beiden IMEI-Seriennummern abgelesen werden, ferner das CE-Zeichen der Zertifizierungsstelle, hier CE 0700, was für die Firma Phoenix Test Lab in Blomberg steht, die zudem weltweit verteilte Außenstellen besitzt.

Auf der folgenden Seite beschreiben wir die Ersteinrichtung und die Konfiguration der beiden SIM-Karten. Außerdem widmen wir uns der Kamera, schauen weitere Menüfunktionen an und testen die Sprachqualität beim Funken und Telefonieren.

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