teltarif.de MOBIL · DIENSTE
Größtes deutschsprachiges Telekommunikations-Magazin *
Newsletter für: 
Festnetz Internet Mobilfunk Handy & Co. mobicroco Meldung Meinung Service 18.05.2013 

 

Starker Anstieg bei Telefonüberwachungen in Berlin

26.06.2012
10:55

Strafverteidiger über diese Entwicklung besorgt

Von mit Material von dpa
Zur Verbrechensbekämpfung werden immer mehr Telefonate abgehört.
Zur Verbrechensbekämpfung werden immer mehr Telefonate abgehört.
Auf der Jagd nach Verbrechern hört die Polizei immer wieder die Telefone von Verdächtigen ab - und der Witz an der Überwachung ist, dass die derart überwachten Personen möglichst nichts davon mitbekommen sollen. Gesetzlich geregelt ist dies in der Strafprozessordnung (StPO § 100a). Danach darf gelauscht werden, sofern der Verdacht einer schweren Straftat besteht oder die Ermittler anderweitig nicht weiterkommen.

Zu den insgesamt 39 aufgelisteten Tatbeständen zählen: Hochverrat, Sexualstraftaten, Drogendelikte oder Mord und Totschlag. Lauschen darf die Polizei jedoch nur, solange es um strafrechtlich relevante Informationen geht. Spricht ein Verdächtiger über sein Privatleben, darf dies nicht verwertet werden.

Die Berliner Polizei hat im vergangenen Jahr mehr als 1,5 Millionen Telefonate abgehört, um Kriminellen auf die Spur zu kommen oder Beweise zu sammeln. Das sind rund 410 000 Gespräche mehr als noch 2010. Laut einem Senatsbericht, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, ordnete die Staatsanwaltschaft in 151 Verfahren eine Überwachung an. In mehr als jedem zweiten Fall (89) ging es um Drogendelikte. Öfters überwacht wurden Telefone auch in Fällen von Raub oder Erpressung (16), Bandendiebstahl (8) sowie Bestechung (6) und Geldfälschung (6).

Weniger Verdächtige mit deutlich mehr Anschlüssen

Zwar hörten die Ermittler die Apparate von nur 384 Verdächtigen ab - 2010 waren es noch 589. Dafür verdreifachte sich die Zahl der überwachten Anschlüsse auf 2894. "Kriminelle nutzen immer mehr Handys - vor allem mit Prepaid-Karten. Darauf reagieren die Behörden", sagte der Grünen-Innenexperte Benedikt Lux der dpa.

Für die Vereinigung Berliner Strafverteidiger ist der Anstieg der überwachten Gespräche und Anschlüsse besorgniserregend. "Mit einem Kriminalitätsanstieg ist das nicht zu erklären", sagte die Vize-Vorsitzende Nicole Friedrich. Auch Unschuldige könnten von den Telefonüberwachungen betroffen sein. Friedrich forderte deshalb die Reduzierung des Straftatenkatalogs sowie die strikte Einhaltung des Richtervorbehalts. Demnach dürfen nur Richter über bestimmte Maßnahmen entscheiden.

Neben rund 537 erstmals angeordneten Überwachungen wurden rund 376 solcher Maßnahmen auch verlängert - rund zwei Drittel um mehr als zwei Monate. Besonders interessierten die Ermittler die Handygespräche von Tatverdächtigen: Hier gab es 566 solcher Anordnungen; bei den Festnetzanschlüssen gab es dagegen nur 85.

Die Auskunft über die Telefonüberwachung wurde 2004 festgesetzt. Seitdem legt der Senat einen jährlichen Bericht vor. Der Grünen-Experte Lux forderte nun auch eine ähnlich detaillierte Auflistung für die Funkzellenabfrage. Anfang des Jahres war bekanntgeworden, dass bei einer Funkzellenüberwachung im Oktober 2009 im Berliner Stadtteil Friedrichshain erheblich mehr Handydaten von den Ermittlern erhoben und ausgewertet wurden als bislang bekannt war. Innensenator Frank Henkel (CDU) kündigte daraufhin mehr Transparenz an.

Bei dem Vorfall im Oktober 2009 in Friedrichshain brannte in der Nacht ein Fahrzeug, woraufhin die Mobilfunk-Anbieter angewiesen wurden, "sämtliche Verkehrsdaten und Verbindungsdaten" von 13 Funkzellen in dem betroffenen Gebiet zu übermitteln. Allerdings gilt die Gegend entlang der Rigaer Straße als ein Schwerpunkt der linksextremen Szene. In dem dicht bewohnten Gebiet zwischen Weberwiese, Petersburger Platz, S-Bahnhof Frankfurter Allee und der Grünberger Straße befinden sich auch viele Clubs und Restaurants, weshalb außer den Daten der Anwohner mit ziemlicher Sicherheit auch die Funkdaten zahlreicher unbeteiligter Besucher erfasst wurden. Bei einer Funkzellenauswertung können alle ins Netz eingebuchten Mobiltelefone und ihre Besitzer erfasst werden, selbst wenn gerade keine Kommunikation über Telefon, SMS oder sonstige Dienste erfolgt.

Für Empörung und bundesweite Aufmerksamkeit sorgte auch ein ähnlicher Vorfall im Februar 2011 in Dresden, bei per Funkzellenauswertung nicht nur die Mobilfunkdaten von Teilnehmern einer Anti-Nazi-Demo, sondern die Handys zahlreicher unbeteiligter Bürger erfasst und ausgewertet wurden.

Weitere Meldungen zum Thema Ermittlungen RSS

Anzeige:
Ausland inklusive: o2 BLUE ALL-IN L PROFESSIONAL Samsung Galaxy S4 20 €/mtl. + Allnet Flat 19,90 €/mtl. bestellen
Smart-Option: 200 Min + 200 SMS + InternetFlat 200. Nur 9,90€! Allnet-Flat in alle Handynetze, Festnetz+Internet

Meinungen und Erfahrungen der Community:

Betreff Autor Datum
RE: Schwere Straftaten ? rush 23.02.13 16:14
RE: Schwere Straftaten ? Noctem 23.02.13 14:43
RE: DE ist immer noch dank ... arndt1972 23.02.13 14:06
RE: Schwere Straftaten ? arndt1972 23.02.13 14:03
Beitrags-Index ]  [ Thread-Index ] 

Weitere News vom 26.06.2012:

- Asus Transformer Pad Infinity mit Tastatur-Dock & Full-HD-Display
- Weitere Details zu neuen Smartphones mit Blackberry 10
- Internet in Deutschland: Jeder vierte Deutsche kommt ohne aus
- Facebook stellt Nutzer ungefragt auf eigene E-Mail-Adresse um
- Langsamer Computer: So machen Sie Windows schneller
- Firefox für Android: Runderneuerter Browser von Mozilla
- DSL-Aktion: o2 lockt Neukunden mit Vergünstigungen
- E-Plus und die Targobank starten mobiles Bezahlen per NFC
- Haftung im offenen WLAN: Gesetzesentwurf für Betreiber-Schutz
- Microsoft: Diese Neuerungen bringt Windows Phone 7.8
- Starker Anstieg bei Telefonüberwachungen in Berlin
- Nokia Air: Konzept-Video zeigt neuen Cloud-Dienst
- Erste Erfahrungen mit LTE von o2 in Nürnberg
- Alle Meldungen aus der Kalenderwoche, aus der auch obige Meldung ist
- Alle Meldungen der letzten sieben Tage

Werbung
hier klicken!Advertisement


 
Alle Texte und Tabellen © 1997 - 2013 teltarif.de Onlineverlag GmbH
[Homepage] · [Unternehmen] · [Impressum/AGB] · [Ihre Daten] · [Feedback] · [Mediadaten] · [Partnerprogramm] · [Presse] · [Jobs]
*) teltarif.de registrierte zuletzt 1 290 000 Unique User pro durchschnittl. Monat
Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2013-02 Erwachsene ab 14 Jahre