Die französische Regierung denkt über ein Pfandsystem für
Mobiltelefone nach, um eine fachgerechte
Entsorgung von Althandys sicherzustellen.
Umweltminister Jean-Louis Borloo habe den großen Mobilfunkbetreibern vergangene
Woche vorgeschlagen, sie sollten ihren Kunden fünf Euro pro zurückgebrachtem
Handy zahlen, berichtete heute die Pariser Tageszeitung "Le Figaro". Finanziert
werden solle dies über eine um bis zu fünf Euro höhere Umweltgebühr, die beim
Kauf eines Mobiltelefons fällig würde. Noch sei aber nicht entschieden, ob das
Vorhaben umgesetzt werde, hieß es laut "Figaro" in Borloos Umfeld.
Dem Bericht zufolge kaufen sich die Franzosen im Durchschnitt alle eineinhalb
Jahre ein neues Handy. Die alten Telefone - und mit ihnen die
Akkus, die als Sondermüll entsorgt werden müssten
- verstauben meist daheim in der Schublade. In Frankreich gab es Ende
vergangenen Jahres 58 Millionen Handys, fast eines auf jeden der
63 Millionen Einwohner.
Der französische Mobilfunkbetreiber Orange hatte unlängst beschlossen, seinen Kunden alte Handys
abzukaufen. Das Unternehmen - eine Tochterfirma von France Télécom - will die
Gebrauchthandys dann warten und je nach Modell für 25, 45 beziehungsweise
95 Euro ohne Vertrag wieder verkaufen.