Hacker-Gefahren

Gefahren durch Hacker-Angriffe für Unternehmen steigen

Experten suchen nach Abwehrstrategien gegen Cyber-Angriffe
Von mit Material von dapd
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Gefahren durch Hacker-Angriffe für Unternehmen steigenSicherheitskonferenz Cyber Security Summit Die Mehrheit der deutschen Großunternehmen ist einer Umfrage zufolge bereits Ziel eines Hacker-Angriffs gewesen. Rund 66 Prozent der befragten Firmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 50 Millionen Euro gaben an, dass Kriminelle über das Internet schon einmal ihr Unternehmen ausspionieren oder schädigen wollten. Das geht aus einer gestern in Bonn präsentierten Studie des Allensbach-Instituts hervor. Neun von zehn der befragten Topmanager rechnen demnach mit einer Zunahme solcher Attacken.

Laut Studie stufen 42 Prozent der Befragten das Risiko, durch einen Angriff gravierend geschädigt zu werden, als eher groß bis sehr groß ein. Als Konsequenz investierten rund 75 Prozent der Unternehmen in den vergangenen Jahren in ihre Sicher­heits­vorkehrungen. "IT-Sicherheit hat in Großunternehmen einen sehr hohen Stellenwert", sagte die Geschäfts­führerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Renate Köcher. "Besonders Banken und Versicherungen haben das Thema ganz oben auf der Agenda."

Der Schaden durch gezielte Wirtschafts- und Industriespionage wird laut Studie von der Mehrheit der Topunternehmen als massiv eingestuft. Acht von zehn Führungs­kräften betonten, dass für die deutsche Wirtschaft dadurch jährlich ein großer bis sehr großer Schaden entsteht.

Auch gegenüber den eigenen Beschäftigten haben Topmanager deutliche Sicher­heits­bedenken. Nur 13 Prozent haben geringe Sorgen, dass Mitarbeiter sensible Daten weitergeben könnten. Dagegen sehen 43 Prozent hier eine große bis sehr große Gefahr.

Für die Studie wurden bundesweit 214 Top-Führungskräfte wie Geschäfts­führer und Vorstände sowie darüber hinaus 128 Politiker aus Bundestag, Landtagen und Europa­parlament befragt.

Sicherheitskonferenz hinter verschlossenen Türen

Anlass für den "Cyber Security Report 2012" ist ein mit Managern, Politikern und Behörden­vertretern besetzter Sicherheitsgipfel namens "Cyber Security Summit" für Unternehmen unter Feder­führung der Münchner Sicher­heits­konferenz und der Deutschen Telekom in Bonn. Mit dabei sind neben 50 Topmanager auch der Telekom-Chef René Obermann und der Leiter der Münchner Sicher­heits­konferenz, Wolfgang Ischinger.

Die Idee, die Unternehmen stärker in das Thema Cyber­krimi­nalität mit einzubeziehen, entstand bei der letzten Tagung der Münchener Sicher­heits­konferenz im Februar. Dass die Telekom mit ins Boot gesprungen sei, habe laut Handelsblatt den Grund, dass der Konzern für seine IT-Dienste wie die Cloud auch mit dem Argument hoher Sicher­heits­standards werbe. "Cyber­sicherheit lässt sich nicht als rein technologische Herausforderung einzelner Unternehmen isolieren, sondern braucht eine vernetzte Abwehr", so René Obermann.

Um eine ungestörte Diskussion zu ermöglichen, werden alle Gespräche hinter verschlossener Tür und unter den sogenannten Chatham-House-Regeln stattfinden. Dies bedeutet laut dem Handelsblatt, dass die besprochenen Inhalte nur anonym verwendet werden dürfen - welcher Teilnehmer was sagt, bleibt geheim.

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