Cyberstrategie

Erfolgreicher Hackerangriff auf Pentagon bestätigt

Strategie-Papier: USA planen "kollektive Selbstverteidigung" gegen Hacker
Von mit Material von dpa
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Die USA wollen eng mit dem Ausland zusammenarbeiten, um Hacker-Angriffe zu bekämpfen.Die USA wollen eng mit dem Ausland zusammenarbeiten, um Hacker-Angriffe zu bekämpfen. Wie kürzlich erst berichtet, sind Hackerangriffe auf die Server von Großunternehmen, Sozialen Netzwerken, aber von Regierungseinrichtungen ein ernstzunehmendes Problem. Eine Schwierigkeit bei der Bekämpfung von Cyberkriminalität ist, dass die Angreifer sich die internationale Infrastruktur zunutze machen und weltweit operieren, so dass nationale Strafverfolgungsbehörden nahezu machtlos sind.

Deshalb wollen die USA im Kampf gegen Computerhacker künftig auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Ausland setzen. Das Verteidigungsministerium werde "zunehmend robuste internationale Beziehungen" aufbauen, um eine "kollektive Selbstverteidigung" zu ermöglichen, wie es in einer gestern veröffentlichten lang erwarteten Cyberstrategie erklärt.

Bei Vorlage des Papiers bestätigte der stellvertretende Pentagonchef William Lynn nebenbei auch das pikante Detail, dass das Pentagon im März Opfer eines der größten Hackerangriffe seiner Geschichte geworden ist. 24 000 sensible Dokumente aus dem Netzwerk einer Partnerfirma des Verteidigunsministeriums seien in die Hände von ausländischen Eindringlingen gelangt.

Nur mit einem gemeinsamen Bewusstsein und gegenseitigen Warnungen und Hinweisen auf globaler Ebene könnten solche Angreifer im Internet unschädlich gemacht werden, heißt es in dem 13-seitigen Papier. "Kein einzelner Staat, keine einzelne Organisation kann alleine eine effektive Abwehr aufrechterhalten."

Das Pentagon wolle dazu mit einer wachsenden Zahl internationaler Partner unter anderem gemeinsame Warnsysteme und Trainingsprogramme aufbauen. Jedes Land solle Verantwortung für bestimmte Bereiche übernehmen, in denen es bereits heute seine Stärken und entsprechende Kapazitäten habe.

Allein beim US-Militär müssten 15 000 Netzwerke und rund sieben Millionen Computer vor millionenfachen Hackerangriffen pro Tag beschützt werden, sagte Lynn. "Die Cyberbedrohung ist akut und potenziell verheerend. Gegner suchen konstant nach Schwachstellen."

Pro Jahr würden so viele Informationen von den Festplatten amerikanischer Unternehmen, Universitäten und Behörden gestohlen, wie die Kongressbibliothek in Washington fasst. Dort stehen 147 Millionen Datenträger - davon allein 33 Millionen Bücher. Täglich würden mehr als 60 000 neue Computerschädlinge als Bedrohung identifiziert.

Im Weltraum und im Cyberspace

Das Strategiepapier soll verdeutlichen, wie das Pentagon die Verteidigung der USA zu Luft, Land, Wasser und im Weltall auf die virtuelle Welt ausdehnen will.

Die Strategie soll von der im vergangenen Jahr gegründeten Spezialeinheit Cyber Command umgesetzt werden. Dazu sollen die Soldaten besser ausgebildet werden, auch mit Hilfe von konkreten Abwehrübungen und Kriegssimulationen. Ein Ziel dabei sei es, künftig bei einer Attacke vereinzelte oder auch alle Pentagon-Operationen innerhalb kürzester Zeit auf sichere Netzwerke umleiten zu können.

Auch sollen künftig innerhalb des gesamten Verteidigungsministeriums neue "Hygiene-Standards" für den Umgang mit vertraulichen Daten durchgesetzt werden, damit sie nicht mehr unversehens nach Außen gelangen könnten. Auch Datendieben und Saboteuren aus den eigenen Reihen soll schneller das Handwerk gelegt werden können.

Der nun veröffentlichte unklassifizierte Teil der Strategie ist im Ton wesentlich defensiver als im Vorfeld erwartet worden war. Noch im Mai war aus dem Pentagon verlautet, dass schwere Hackerangriffe aus dem Ausland in dem Papier als Kriegshandlung eingestuft werden, die auch Gegenschläge mit konventionellen Waffen nach sich ziehen könnten. Darauf geht die neue Strategie ebenso wenig ein wie auf die Möglichkeit, offensive Cyberkriege gegen Feinde zu führen.

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