webOS

HP/Palm-Pre-Familie: Das Aus für die webOS-Smartphones

Der Palm Pre galt zu seiner Vorstellung als ganz besonderes Handy. Nach der Palm-Übernahme durch HP hofften viele auf Rückenwind für die webOS-Geräte - doch dann kam das Aus. Wir zeigen die Fakten zu den Palm/HP-Pre-Smartphones.
AAA

Palm, einst Vorreiter im PDA-Markt, wagte nach langer Krisenzeit Anfang 2009 einen Neuanfang: Statt weiter auf das bekannte und beliebte, aber in die Jahre gekommene Palm OS zu setzen, präsentierte das Unternehmen mit dem Palm Pre ein Smartphone, das auf dem neuen Palm-Betriebssystem webOS basierte und mit Touchscreen und zusätzlich einer ausziehbaren QWERTZ-Tastatur ausgerüstet war. In der Folge kam dann zunächst das Palm Pixi auf den Markt, ein Smartphone im Blackberry-Design (also ohne Slider-Mechanismus), das ebenfalls die Kombination aus Touchscreen sowie vollwertiger QWERTZ-Tastatur bot und als webOS-Einsteigergerät konzipiert wurde. Weitere webOS-Geräte folgten.

Hierzulande war der Palm Pre seit Oktober 2009 erhältlich, der April 2010 war Starttermin für den Nachfolger Palm Pre Plus und das Palm Pixi Plus. Das "Ur"-Pixi fand nie den Weg nach Deutschland.

Mitte 2010 wurde Palm dann von HP übernommen - und zunächst lag die Vermutung nahe, dass die Marktmacht von HP für webOS und passende Geräte ein echter Vorteil sein würde: Das Unternehmen hatte schon früh angekündigt, webOS weiterentwickeln zu wollen und lieferte die Version webOS 2.0 sowie neue webOS-Smartphones und das Tablet Touchpad. Doch dann kam der Bruch: Der Computer-Riese teilte überraschend mit, die Produktion von webOS-Geräten einzustellen und verramschte seine Lagerbestände. Die Zukunft für webOS liegt jetzt in Open webOS - HP legt das Betriebssystem als Open Source auf. Diese Version wird sich aber mit den bisherigen webOS-Geräten nicht einsetzen lassen, unter anderen aufgrund fehlender Treiber.

webOS: Palms Glanzstück

Dabei wurde webOS und der entsprechenden Hardware zunächst eine große Zukunft prophezeit: Der Palm Pre, Palm Pre Plus und Palm Pixi Plus galten als schick, auch wenn sie in puncto Verarbeitung nicht überzeugen konnten. Die Design-Problematik wurde mit dem Pre 3 gelöst - neben dem HP Veer das erste webOS-Gerät unter HP-Regie: Das Pre 3 war erheblich besser verarbeitet als die Pre-Vorgänger.

Das Betriebssystem indes erntete schon zur Einführung sehr gute Kritiken - es konnte in der Praxis als eines der besten Smartphone-Systeme gelten, das der Markt zu bieten hatte und brachte dem Pre den Ruf ein, möglicherweise ein iPhone-Killer zu werden. Bei webOS handelt es sich um eine Entwicklung auf Basis eines Linux-Kerns. Insgesamt ist das System sehr Internet-orientiert - der Name webOS war somit nicht nur ein Marketing-Instrument.

Palm Pre mit aufgeklappter TastaturPre mit echter QWERTZ-Tastatur webOS kann in erster Linie mit seiner grundlegenden Konzeption überzeugen, vor allem die intuitive Steuerung gefällt. Diese ist zwar hinsichtlich mancher Geste gewöhnungsbedürftig, aber durchdacht. Das System und damit auch die entsprechenden Geräte unterstützen Multitasking - laufende Anwendungen lassen sich dabei wie Spielkarten nebeneinander aufreihen, zu Stapeln zusammenfassen, per Fingerstrich verschieben, erneut hervorholen oder "wegschnippen". Meldungen im Hintergrund laufender Applikationen erscheinen in einem schmalen Streifen am unteren Rand des Bildschirms und behindern somit nicht die aktuellen Tätigkeiten.

Zudem implementierte Palm eine "Synergy" genannte Technik in webOS, die zum Beispiel das Synchronisieren verschiedener Kontaktdaten über eine Oberfläche möglich macht: Hier wird bezüglich der gespeicherten Kommunikation nicht primär nach Diensten wie SMS oder E-Mail getrennt, sondern nach Kontakten geordnet. Außerdem werden zum Beispiel Kalenderdaten aus verschiedenen Quellen synchronisiert. All diese Features wurden dann bei webOS 2.0 erweitert.

Auch Palm verzichtet nicht auf einen AppStore

Palm Pixi auf dem TouchstonePalm Pixi
auf dem Touchstone
Seit Apple mit seinem AppStore an den Start ging, will fast kein Smartphone-Hersteller bzw. Betriebssystem-Lieferant mehr auf ein eigenes Pendant verzichten. Palm machte da keine Ausnahme und öffnete seinen App Catalog, der auch unter HP-Regie weiter bestand. In puncto App-Vielfalt lag webOS durch den späteren Startzeitpunkt immer hinter der großen Konkurrenz - mit dem Apple- oder Android-AppStore war das Sortiment nicht zu vergleichen.

Palm Pre Plus, Palm Pre 2, Palm Pixi Plus und Apple iPhone 4 im Vergleich

  Palm Pre Plus Details Palm Pre 2 Details Palm Pre 3 Details
  Palm Pre Plus Palm Pre 2 HP Pre 3
Displaygröße und Auflösung: 3,1 Zoll
320 x 480 Pixel
3,1 Zoll
320 x 480 Pixel
3,6 Zoll
480 x 800 Pixel
Tastatur: physikalisch physikalisch physikalisch
Maße in mm: 100,7 x 59,6 x 17,5 100,7 x 59,6 x 16,9 111 x 64 x 16
Gewicht: 138.5 g 145 g 156 g
Betriebssystem: webOS webOS webOS
Kamera: 3 Megapixel mit LED-Blitz 5 Megapixel mit LED-Blitz 5 Megapixel mit LED-Blitz
Prozessor: ARM Cortex A8, 500 MHz TI OMAP 3630, 1 GHz Snapdragon MSM8x55, 1,4 GHz
Arbeitsspeicher: 512 MB 512 MB 512 MB
Speicher int.: 16 GB 16 GB 8 od. 16 GB
Konnektivität: WLAN, Bluetooth, GPS, USB WLAN, Bluetooth, GPS, USB WLAN, Bluetooth, GPS, USB
Mobilfunk: HSDPA 7,2 MB/s,
kein HSUPA,
EDGE
HSDPA,
HSUPA
HSDPA,
HSUPA
Akkuleistung: 5,5 Std. Sprechzeit, 350 Std. Standby 5,5 Std. Sprechzeit, 350 Std. Standby k.A.
Farbe: Schwarz Schwarz Schwarz

Nettes Zubehör: der Touchstone

Auch mit dem Zubehör konnte Palm zur Vorstellung des Pre punkten: Der so genannte Touchstone ermöglicht das Aufladen des Akkus mittels magnetischer Induktion, auf das Anstöpseln von Kabeln kann verzichtet werden. Allerdings war die Ladestation nicht serienmäßig im Lieferumfang enthalten, sondern nur gegen Aufpreis erhältlich.

Meldungen zum Palm Pre

1 2 vorletzte