Nahfunk

NFC: Bezahlen und mehr mit dem Handy

Mit NFC können Daten über kurze Distanzen ausgetauscht werden. Gerade Mobile-Payment-Anbieter erhoffen sich auf Basis von NFC einen Durchbruch des Bezahlens per Handy.
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NFC (Near Field Communication) ist ein drahtloser Funkstandard, der auf kurzen Distanzen genutzt werden kann und für den verschiedene Einsatzszenarien in Frage kommen. Eine Anwendung, die in manchen Ländern auch schon intensiv genutzt wird, ist das Bezahlen per NFC-tauglichem Handy im Supermarkt. Daher werden in NFC gerade von Mobile-Payment-Anbietern große Hoffnungen gesetzt, denn bisher konnte der elektronische Bezahlvorgang nicht genügend vereinfacht werden: Wenn an der Kasse zuerst eine Nummer angerufen oder eine SMS versendet und dann eventuell noch eine PIN eingetippt werden muss, ist das Bezahlen per EC-Karte oder schlichtem Bargeld doch die einfachere Variante. NFC-Chips dagegen können den Bezahlvorgang stark vereinfachen - das Handy muss lediglich kurz über ein Terminal gehalten werden, um die Transaktion abzuwickeln.

Weitere Einsatzszenarien für NFC

Aber auch zum einfachen Datenaustausch zwischen zwei Geräten kann NFC genutzt werden - so lassen sich dann zum Beispiel von Handy zu Handy Kontakte übertragen. Darüber hinaus sind zahlreiche weitere Einsatzszenarien möglich: So könnten Touristen sich an entsprechenden Infopunkten Karten und Informationen aufs Handy laden, Werbeplakate könnten Video- und Audiodateien zum "Download" über NFC bereithalten; bei Gefallen könnte der Nutzer gleich an Ort und Stelle eine Konzertkarte buchen.

Die Technik hinter NFC

RFID-Ableger NFC: Bezahlen und mehr mit dem HandyRFID-Ableger NFC: Bezahlen und mehr mit dem Handy NFC wurde im Jahr 2002 standardisiert und ermöglicht den Datenaustausch zwischen Funkchips in einer kurzen Distanz von wenigen Zentimetern. NFC-Chips können sowohl im aktiven als auch im passiven Modus arbeiten, also senden und empfangen. Sie funken auf einer Frequenz von 13,56 MHz über ein Magnetfeld und übertragen derzeit bis zu 424 kBit/s.

In den mobilen Betriebssystemen wurde NFC-Support sukzessive nachgerüstet - mit iOS, Android und Windows Phone sind die großen Plattformen schon jetzt fit für NFC.

NFC-fähige Handys im Überblick

NFC-Bluetooth-Kombination

Außerdem wird NFC als ideale Ergänzung für Bluetooth angesehen. Der etablierte Bluetooth-Funk hat eine größere Reichweite und ermöglicht höhere Datenübertragungsraten, doch die Herstellung einer Verbindung ist vergleichsweise umständlich. NFC kann nun eingesetzt werden, um eine Bluetooth-Verbindung herzustellen - die betreffenden Geräte werden einfach kurz aneinander gehalten, per NFC wird die Bluetooth-Verbindung hergestellt, und die Geräte können sofort wieder getrennt werden. Das umständliche Pairing - die Erstellung von Verbindungsschlüsseln beim erstmaligen Funkkontakt zweier Bluetooth-Geräte - entfällt. Auf diese Weise könnten schneller und einfacher als zuvor die Daten auf dem Handy und dem Notebook synchronisiert werden.

Neben der Verschlüsselung der Funkverbindung ist mit der geringen Reichweite ein gewisses Maß an Sicherheit bereits in den Standard eingebaut, denn aus der Ferne eine ungebetene Verbindung herzustellen, ist mit NFC nicht möglich. Zugleich hat diese Beschränkung den Vorteil, dass ein relativ schwaches Funksignal genügt, wodurch auch der nötige Aufwand an Energie relativ gering ist.

RFID: Identifizierung aus der Distanz

Ticketkauf per HandyTicketkauf per Handy NFC basiert auf der RFID-Technik, die schon in weitaus größerem Umfang eingesetzt wird und auch ein höheres Maß an Bekanntheit erlangt hat - wohl nicht zuletzt aufgrund von Bedenken um Datenschutz und Privatsphäre, die sich mit ihr verbinden. Wichtigster Unterschied neben der geringeren Reichweite des NFC-Funks ist, dass dieser auch auf zwei aktive Kommunikationsteilnehmer, also Peer-to-Peer-Verbindungen ausgelegt ist, während ein RFID-Chip meist nur passiver Gegenpart des aktiven Lesegeräts ist. Wegen der technischen Verwandtschaft wird die in Handys eingesetzte NFC-Technik zuweilen dennoch unter dem Etikett RFID behandelt. Ausführliche Informationen über die "Radio Frequency Identification" finden Sie in unserem Beitrag RFID: Kleine Funk-Chips für viele Anwendungen

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