Eee PC & Co.

Netbook: Günstige Spezialisten für mobiles Internet

Der Asus Eee PC hat die kleinen Laptops bekannt gemacht
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Netbook, MID und UMPC: Spezialisten für mobiles InternetNetbook Asus Eee PC 1000H
kam Sept 2008 im Handel
Als handliche Alternative zum Notebook für unterwegs sind Netbooks in den vergangenen Jahren populär gewesen, doch der einstige Netbook-Boom ist mittlerweile vorbei. Denn Netbooks als Geräte-Kategorie haben Konkurrenz aus zwei verschiedenen Richtungen erhalten: Einerseits Smartphones und Tablets sowie andererseits Ultrabooks. Doch auch wenn so gut wie keine Geräte mehr auf den Markt kommen, die der Kategorie "Netbook" entsprechen, haben viele "Netbook-Features" ihren Eingang in die Welt der Laptops gefunden. Hier finden Sie einen Überblick, welche Eigenschaften Netbooks auszeichnen, warum Netbooks so beliebt wurden und warum ihnen heute Tablets und Ultrabooks den Rang ablaufen.

Netbooks: Kompakt und preisgünstig, aber nicht besonders leistungsfähig

Netbooks zeichnen sich gegenüber Laptops durch ein geringeres Gewicht, eine abgespeckte Ausstattung und eine Display-Größe zwischen 9 und 12,1 Zoll aus. Die Tastatur der Kompaktklasse ist kleiner, aber eine vollwertige Hardware-Tastatur. Netbooks sind konzipiert für die mobile Internetnutzung, für Office-Anwendungen unterwegs sowie den Genuss von Musik und Video. Für rechenintensive Spiele oder andere komplexere Anwendungen sind sie nicht geeignet und auch ein optisches Laufwerk ist bei den Zwergen-Rechnern nicht an Bord. So setzen viele Nutzer ihr Netbook als mobiles Zweit-Gerät zusätzlich zu einem üppiger ausgestatteten Laptop oder Desktop-PC ein.

Denn Netbooks sind kein vollwertiger Notebook-Ersatz. Im Vergleich zu ihren größeren Kollegen punkten sie zwar mit einem geringen Gewicht, niedrigem Stromverbrauch und attraktiven Preisen. Doch Notebooks leisten einfach mehr, kommen mit aufwendigeren Programmen klar und besitzen in der Regel größere und hochauflösendere Bildschirme. Allerdings gehören einige Eigenschaften, die früher typisch für Netbooks waren, wie sehr lange Akkulaufzeiten, der Verzicht auf ein CD/DVD-Laufwerk oder der Einbau einer SSD statt einer Festplatte, heute zu üblichen Features vieler aktueller Laptop-Modelle.

Netbooks in der teltarif.de-Datenbank

Konkurrenz durch Smartphones, Tablets und Ultrabooks

Wer heutzutage unterwegs seine E-Mails abrufen, Musik hören oder ein Video schauen möchte und keinen großen und schweren Laptop mitschleppen will, kann diese Vorhaben auch per Smartphone oder Tablet umsetzen. Über eine zusätzliche Tastatur, die entweder per Bluetooth oder als Docking-Station angebunden wird, steht dem Vieltipper auch eine einigermaßen komfortable Alternative zur Bildschirm-Tastatur auf dem Touchscreen zur Verfügung. Ein Vorteil von Netbooks gegenüber Tablets: Sie bringen üblicherweise ein vollwertiges Desktop-Betriebssystem mit, so dass die vom PC gewohnte Software genutzt werden kann. Mit einem Tablet ist der Nutzer hingegen auf das App-Angebot seines jeweiligen mobilen Betriebssystems wie iOS, Android und Windows RT angewiesen. Eine Ausnahme hiervon bieten bisher nur Tablets mit Windows 8 - allerdings geht diese Fähigkeit in der Regel mit einer deutlich geringeren Akku-Laufzeit einher.

Zudem werden Laptops den Netbooks immer ähnlicher, was die kompakten Maße, das geringe Gewicht und den niedrigen Stromverbrauch angeht, ohne dabei an Rechenleistung einzubüßen. Der Knackpunkt bei den ultramobilen Laptops oder auch Ultrabooks: Ihr Preis ist deutlich höher als der eines üblichen Netbooks. Der Käufer muss hier etwa das Doppelte bis das Dreifache einkalkulieren wie für ein Netbook.

Angesichts der starken Konkurrenz sinkt die Nachfrage nach Netbooks seit 2011 kontinuierlich. So haben sich viele Hersteller aus der Netbook-Produktion zurückgezogen und auch die verbliebenen großen Anbieter, Asus und Acer, richten im Jahr 2013 ihr Augenmerk auf den Abverkauf von Restbeständen und wollen keine neuen Netbook-Modelle mehr auf den Markt werfen.

Meldungen zum Thema Netbooks

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2007: Start für den Netbook-Boom mit dem Eee PC

Asus ebnete zum Jahresende 2007 mit dem ersten Modell Eee PC 701 den Weg für den großen Erfolg der Netbooks. Der Begriff und die neue Produktgruppe rückten ins Bewusstsein. Der Asus Eee PC 701 war lediglich mit den nötigsten Hardware-Komponenten ausgestattet und kostete knapp 300 Euro. Das handliche Teil im DIN-A5-Format kam mit einem 7-Zoll-Bildschirm und einem Gewicht von einem Kilogramm daher.

Auf den Netbook-Urahn folgte die 900er- und die 1000er-Reihe mit verbesserter Leistung und erweitertem Funktionsumfang. So spendierte Asus seinen neueren Modellen Funkmodule für Bluetooth und UMTS, das Display wuchs von 7 auf 10 Zoll - auch eine 12-Zoll-Klasse wurde aus der Taufe gehoben - und der Speicherplatz stieg von anfangs 4 GB auf 250 GB.

Mit Modellen wie dem Eee PC T101MT mit einem drehbaren Touchscreen mit Multitouch-Unterstützung, was ihm den Namen "Netvertible" (Kombi aus Netbook und Convertible) einbrachte, erhöhten sich die Einsatzmöglichkeiten weiter und die Grenze zum Tablet verschwamm. Auch Dell hatte mit dem Inspiron Duo ein ähnliches Gerät im Programm, das durch innovative Bauform sehr flach geraten ist.

Das Beispiel des Dell Inspiron Duo macht deutlich: Der große Erfolg des Eee PC rief erwartungsgemäß Nachahmer auf den Plan. Mit der Zeit brachten HP, Acer, Lenovo, Medion, MSI und viele andere Hersteller eigene Netbooks auf den Markt.