
Fax-Apps auf Smartphones ersetzen die Kombination von Notebook und Handy-Modem
Um
Faxe von unterwegs zu senden, brauchte man bis vor einiger Zeit eine geeignete
Kombination aus mobilem Computer und Handy mit eingebautem Modem.
Beide Funktionen vereinten ab 1996 beispielsweise die Geräte der Nokia-Communicator-Serie, die als Vorläufer der heutigen
Smartphones gelten. Auf dieselbe Art und Weise konnte man in der Anfangszeit des
mobilen Internets auch direkte
Datenverbindungen zu anderen stationären oder mobilen Computern aufbauen. Hierbei wählte man - beispielsweise zur Übertragung von Dateien - das entsprechende Handy mit Datenmodem direkt über eine Wählverbindung an. Schließlich wurden für die mobile Datenübertragung
UMTS-Surf-Sticks und Smartphones üblich, wobei ein Smartphone beispielsweise über
Tethering die Funktion eines Modems übernehmen kann.
Fax-Software machte früher mit Handy-Modems oft Probleme
Faxsoftware für PCs, die nicht speziell auf das Handy-Modem abgestimmt war, hatte oft Probleme mit dem Datenfunk, weil das im Handy verbaute Datenmodem nicht immer korrekt erkannt oder angesteuert wurde. Bei Mobiltelefonen mit integriertem Modem war daher die Software des Handyherstellers empfehlenswerter als ein herstellerübergreifendes Faxprogramm. Für die direkte Datenübertragung zwischen zwei PCs mit angeschlossenem (Handy-)Modem steht bei den meisten Betriebssystemen ein so genanntes Terminalprogramm zur Verfügung -
hier gab es in der Vergangenheit bei der Ansteuerung eines Handy-Modems nicht so viele Probleme wie beim Faxversand. Über solche Datenverbindungen kann man sich auch ins Internet einwählen, wie auf der Seite CSD: Leitungsvermittelter Internetzugang aus den Mobilfunknetzen beschrieben. Diese leitungsvermittelte Datenübertragung per Mobilfunk wird heute von den Kunden aber kaum noch genutzt, denn sowohl was die Übertragungsgeschwindigkeit als auch die Kosten angeht, liegt der paketvermittelte Datenverkehr über GPRS, EDGE, UMTS oder HSPA heute vorne.
Fax- und Datenverbindungen in Mobilfunk-Flatrates nicht inklusive
Die technische Möglichkeit, leitungsvermittelte Daten- und Faxdienste mobil zu nutzen, ist bei den heute üblichen
Laufzeitverträgen für Privat und
Business für abgehende Rufe meist ohne zusätzliche Buchung freigeschaltet. Auch mit den Prepaidkarten
der vier Netzbetreiber sind abgehende Faxe und Datenverbindungen in der Regel problemlos möglich. Die Verbindungsgebühren für Fax- und Datenübertragungen entsprachen in älteren
Tarifen oft den Tarifen von normalen Telefonanrufen. Das hat sich geändert,
seit es Handy-Flatrates in allen Netzen
gibt: Hier gelten die Pauschaltarife in den meisten Fällen nicht für
Fax- und Datenverbindungen - diese werden in der Regel separat berechnet.
Für die Annahme eines eingehenden Daten- oder Faxanrufes bieten
die Netzbetreiber ihren Kunden die Freischaltung von einer oder zwei
zusätzlichen Rufnummern an. Das ist besonders praktisch, wenn Sie
eingehende Faxe an ein Faxgerät oder die Mailbox weiterleiten wollen,
normale Anrufe aber weiterhin mit dem Handy entgegennehmen möchten.
Das kostet allerdings extra Gebühren, die Sie beim Anbieter erfragen können.
Faxen mit dem Smartphone über Apps
Von der Handhabung her sind Smartphone-Besitzer mit Fax-Apps deutlich besser bedient als mit dem klassischen mobilen Faxversand. Im folgenden stellen wir exemplarisch und ohne Anspruch auf Vollständigkeit einige Fax-Apps für unterschiedliche mobile Betriebssysteme vor. Zu beachten sind hierbei die Preisunterschiede, die für den Versand einzelner Faxe oder ein Abonnement anfallen. Die Kosten unterscheiden sich zwischen den Anbietern oft beträchtlich - ein Vergleich ist vor dem Abschluss eines Abonnements unbedingt zu empfehlen. Übrigens offerieren manche Anbieter ihren Service nur in ausgewählten Ländern.
Fax-Apps für iPhone und iPad
Für mobile Geräte aus dem Hause Apple bieten diverse Anbieter Fax-Apps zum Versand von Faxmitteilungen an. Mit der iPhone-App von Fax.de ist der kostenlose Versand eines einseitigen Faxes in 50 Länder pro Tag möglich, ein Paket über 50 Faxseiten ist für 9,99 Euro erhältlich. Bei der Fax App von Faxonline darf ein Dokument 10 Seiten lang sein und kostet 79 Cent. Im Gegensatz zu diesen kostenlosen Apps verlangt Finarx Fax einmalig 3,99 Euro für seine Anwendung.
Fax-Apps im Android Market
Für Android ist die Auswahl etwas größer: Finarx Fax gibt es in einer kostenlosen und einer kostenpflichtigen Variante zum Preis von 3,99 Euro. Bei eFax ist zwar die App kostenlos, nach 30 Tagen Probezeit muss man allerdings eine Monatsgebühr bezahlen, die ab 9,17 Euro beginnt. Auch PamFax, MetroFax, Popfax, iPhytter Fax, iFax und Fax1 haben verschiedene Kostenmodelle, nach denen der Faxversand zur kostenlosen App berechnet wird.
Fax-Apps in der Blackberry AppWorld
In der Blackberry AppWorld tummeln sich Breezy, MyFax und Popcompanion, die allesamt nur mit einem Account beim jeweiligen Anbieter nutzbar sind und für die Kosten in unterschiedlicher Höhe anfallen.
Faxversand über Web- und Freemail-Dienste
Viele der oben angegebenen Fax-App-Anbieter bieten auch die Möglichkeit, Faxe direkt übers Web zu versenden. Ganz ohne Apps ist der Faxversand damit auch über den HTML-Browser des Smartphones möglich, wovon beispielsweise Nutzer von Telefonen mit Symbian oder Windows Phone profitieren. Zusätzlich sind hier PrimaFax und Freemailanbieter wie zum Beispiel Web.de zu nennen, welche die Erstellung und Versand von Faxmitteilungen aus dem Postfach heraus anbieten. Auch der E-Postbrief der Deutschen Post beherrscht den Faxversand.
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