DECT

DECT: Die digitale Schnurlos-Telefonie

Nahezu alle schnurlosen Festnetztelefone, die heutzutage verkauft werden, verwenden den sogenannten DECT-Standard. Wir zeigen Ihnen, was sich dahinter verbirgt.
Vom teltarif.de-Team zusammengestellt
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Die meisten schnurlosen Festnetztelefone, die heute verkauft werden und in Benutzung sind, verwenden den sogenannten DECT-Standard ("Digital Enhanced Cordless Telecommunication"). Dieser ist in erster Linie darauf ausgelegt, digitalen Telefonen einen kabellosen Zugang zum Telefonnetz zu ermöglichen, doch auch andere Datenübertragungsdienste sind mit DECT möglich. So könnte DECT auch zur Herstellung eines kabellosen Internetzugangs in einem begrenzten Umkreis - etwa einer Wohnung oder einem Büro - eingesetzt werden. Hier hat sich jedoch der in dieser Hinsicht überlegene WLAN-Standard durchgesetzt, für den DECT keine ernsthafte Konkurrenz ist. Allerdings wurde DECT durch CAT-iq erweitert - mit dem Standard können auch Internet-Anwendungen eingebunden werden, in der Praxis wird CAT-iq sowohl für Telefonie- wie auch weitere Dienste verwendet, zum Beispiel Internetradio.

Rückblick: Die ersten DECT-Telefone kamen 1992

DECTDie ersten Gigasets 951 und 952 kamen 1993 Im Jahr 1988 begann das gerade gegründete European Telecommunications Standards Institute (ETSI), einen europäischen Standard für digitale Schnurlos-Telefone- und -Telefonanlagen zu definieren. Es gab bereits zwei Anwärter, die mit ihren Techniken den Markt erobern wollten, das britische CT2 und das schwedische CT3. ETSI entschied sich jedoch, einen komplett neuen Standard zu definieren - die Geburtsstunde von DECT, damals noch als Abkürzung für "Digital European Cordless Telephony" verstanden.

Im Juni 1991 gingen die wichtigsten Teile des Standards in die Phase der öffentlichen Kommentierung und bereits 1992, nachdem durch das ETSI der DECT-Standard ETS 300 175 festgelegt worden war, gab es die ersten DECT-Geräte im Handel. Die Gigaset-Serie, seinerzeit noch von Siemens, wurde bald zum Verkaufsschlager. Einen weiteren Schub bekam DECT 1994 durch die Definition des Generic Access Protocol (GAP), das es ermöglichte, Geräte verschiedener Hersteller miteinander zu kombinieren. Heute müssen alle erhältlichen DECT-Geräte GAP-kompatibel sein.

Die Technik von DECT

Technisch betrachtet ist DECT ein Mobilfunksystem, dessen fester Teil (FP = Fixed Part) aus einer oder mehreren Basisstationen (RFP = Radio Fixed Part) besteht. Das passende Gegenüber ist das Mobilteil (PP = Portable Part). An einer Basisstation können mehrere Mobilteile verwendet werden, also z.B. mehrere Schnurlostelefone innerhalb einer Wohnung oder innerhalb eines Büros. Außerdem können auch mehrere Basisstationen zusammengeschaltet werden, so dass eine größere, zusammenhängende Fläche, etwa ein Gebäudekomplex, mit DECT-Funk versorgt werden kann. Die Basisstationen werden dann durch einen FPC (Fixed Part Controller) gesteuert. Bewegt sich ein Teilnehmer mit seinem Mobilteil von der einen Funkzelle in die andere, während eine Telefonverbindung besteht, kann diese von Zelle zu Zelle übergeben werden ("Handover"), ohne dass das Gespräch unterbrochen wird, wie man es auch von der Mobiltelefonie in GSM-Netzen kennt.

In Europa wurde für DECT der Frequenzbereich 1880-1900 MHz festgelegt. Dieser reservierte Frequenzbereich hat den Vorteil, dass in ihm keine anderen störenden Funkaktivitäten stattfinden. Der Nachteil ist der, dass es von den Frequenzbändern abweicht, die in anderen Ländern für DECT genutzt werden, so dass europäische Geräte z.B. in den USA nicht funktionieren. Umgekehrt gilt dies ebenso. DECTDECT-Telefon Siemens Gigaset A580

Im besagten Frequenzband um 1,9 GHz werden 10 Trägerfrequenzen im Kanalabstand von 1728 kHz verwendet. Auf diesen 10 Trägerfrequenzen stehen 24 Zeitschlitze für die Datenübertragung zur Verfügung. Jeweils zwölf dieser Zeitschlitze werden für die Downlink-Übertragung von der Basisstation zum Mobilteil und für die Uplink-Verbindung vom Mobilteil zur Basisstation genutzt. Insgesamt stehen somit 120 Kanäle zur Verfügung, die innerhalb einer Funkzelle störungsfrei und parallel betrieben werden können.

Die Bandbreite eines Kanals beträgt dabei 32 kBit/s, insgesamt steht eine theoretische Bandbreite von 522 kBit/s (Kanalbündelung) zur Verfügung. DECT definiert die Nominal Transmit Power (NTP) zu 250 mW (24 dBm). Da die Mobilstation im allgemeinen nur in einem der 24 möglichen Zeitschlitze sendet, beträgt die gemittelte Sendeleistung etwa 10 mW. Mit dieser Sendeleistung erreichen DECT-Geräte bei der Datenübertragung eine Reichweite von ca. 50 Meter in Gebäuden und 300 Meter im Freien. Die Sendeleistung kann bei Bedarf mittels Richtantennen erhöht werden.

DECT wegen Dauerstrahlung in der Kritik

Dem Markterfolg der DECT-Telefone zum Trotz haftet ihnen aufgrund der Strahlung, die von einer DECT-Telefonanlage ausgeht, mitunter ein negativer Ruf an. Die Basisstationen von DECT-Telefonen sind Dauersender, die auch funken, wenn nicht telefoniert wird, und zwar ungeregelt mit voller Leistung. Über dieses DECT-Dauerstrahlen hat sich auch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bereits kritisch geäußert und unter anderem von den Herstellern gefordert, dass Basisstationen im Standby-Betrieb automatisch abgeschaltet, DECT-Telefone mit einer bedarfsgerechten Regelung der Sendeleistung ausgestattet und die Verbraucher künftig besser über die Strahlungswerte informiert werden.

Im folgenden finden Sie unsere Ratgeber zu den Techniken, mit denen die Hersteller die Strahlung von DECT-Telefonen reduzieren wollen.

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