Klein, aber oho

Google verbietet Updates außerhalb seines Appstores

Änderung an den Richtlinien verbietet In-App-Updates
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Google verbietet In-App-UpdatesGoogle verbietet In-App-Updates Der Such­maschinen­gigant Google ändert mit der neusten Aktuali­sierung seines Play Stores auch die Richt­linien für Entwickler. Das Update selbst bringt an sich recht wenige Neuerungen mit sich, entschei­dender ist aber die Änderung an den Richt­linien. Sie finden sich bisher zwar nur auf der ameri­kanischen Entwickler-Seite, dürften aber nach und nach auch in Europa eingeführt werden. Die neue Richt­linie findet sich unter dem Punkt "Gefährliche Produkte". Dort heißt es frei übersetzt: "Eine Appli­kation, die aus dem Google-Play-Store herunter­geladen wurde, darf ihren zugrunde liegenden Code außerhalb des Play Stores nicht ändern, ersetzen oder aktualisieren."

Angriff auf Facebook?

Viele Entwickler dürfte die Änderung nicht weiter stören. Es gibt aber eine entscheidende Ausnahme: Facebook. Mitte März veröffentlichte das soziale Netzwerk eine Aktualisierung seiner Android-Applikationen, mit der erstmals ein Update außerhalb des Play Stores möglich wurde. Dies betraf zwar nur Nutzer, die in den Entwicklungsoptionen das Installieren von Applikationen aus fremden Quellen aktiviert hatten, zeigte aber ein Problem auf.

Während es bei Facebook anscheinend nur darum ging, Beta-Versionen neuer Funktionen in einem eingeschränkten Nutzerkreis innerhalb Amerikas zu testen, öffnet die Aktualisierung von Der entscheidende Auszug aus den Google-Entwickler-RichtlinienDer entscheidende Auszug
aus den Google-Entwickler-Richtlinien
Applikationen außerhalb des "geschützten" Appstores von Google auch Tür und Tor für Angriffe.

Böse Zungen könnten behaupten, dass Google die Änderung nur eingeführt hat, um Facebook einen Stein in den Weg zu legen. In einem Interview mit der US-Zeitschrift WIRED sagte Larry Page - seines Zeichens Google-Chef - dass Facebook in dem Bereich sehr stark sei, aber bei seinen Produkten schlechte Arbeit leiste.

Aktualisierung als Einfallstor für Schadsoftware

Aber zurück zu den Angriffen: Man stelle sich eine Applikation wie Whatsapp vor, die mit ihrer Funktion erst Millionen von Nutzern lockt, dann aber beginnt, über Updates Schadcode auszuliefern. Dieses Szenario ist zwar zugegebenermaßen konstruiert, aber nicht übertrieben. 95 Prozent aller mobilen Schadsoftware ist auf Android-Systeme ausgerichtet. Dies geht aus einer Studie des Anti-Viren-Herstellers Kaspersky hervor. Allein im zweiten Halbjahr 2012 hat sich demnach ihre Zahl gegenüber dem ersten Halbjahr verfünffacht. Im Appstore des Google-Konkurrenten Apple wird hingegen deutlich weniger Schadsoftware registriert.

Das liegt vor allem an der restriktiven Kontrolle neuer Applikationen. Der Konzern kontrolliert sein Ökosystem sehr viel schärfer als Google. Kaspersky rät deshalb bei der Installation von Apps aus dem Play-Store, den Namen der Applikation und den des Entwicklers abzugleichen und auf schlechte Nutzer­bewertungen zu achten, die auf völlige Funktions­losigkeit hindeuten.

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