Motorola-Deal

China: Android muss 5 Jahre frei und offen bleiben

Behörden genehmigen Motorola-Deal und wahren eigene Interessen
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Als letzte wichtige Instanz hat die chinesische Kartellbehörde im Handelsministerium Mofcom der Übernahme von Motorola durch Google zugestimmt. Anscheinend haben sich die Chinesen Sorge um das aktuelle Lizenzmodell von Android gemacht - und dieses daher als Bedingung für die Zustimmung zementiert.

Die von Google beabsichtigte Übernahme der Motorola-Mobilfunksparte hatte die Aufsichtsbehörden aller wichtigen Wirtschaftsräume auf den Plan gerufen: Bereits im Februar hatten die entsprechenden Gremien in den USA und der Europäischen Union - teils unter Beobachtung - die Zustimmung erteilt. Die chinesische Mofcom hatte im März mit ihrer eingehenden Prüfung begonnen, die nun nach Informationen zweier Google-Sprecherinnen zum Abschluss gekommen sein soll.

Chinesen verlangen Offenheit und Freiheit für Android

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frei und offen bleiben
Die chinesische Aufsichtsbehörde hat sich bei ihren Prüfungen anscheinend weniger um eine marktbeherrschende Stellung der Google-Motorola-Handysparte Sorgen gemacht. Die Freiheit und Offenheit des in China so beliebten Android-Systems stand bei der Prioritätenliste der Mofcom wohl an erster Stelle. Dies ist nicht verwunderlich: Mehrere chinesische Branchengrößen wie ZTE und Huawei haben es sich auf die Fahnen geschrieben, in den nächsten Jahren mit leistungsfähigen, aber bezahlbaren Smartphones und Tablets in der ersten Riege des heiß umkämpften Weltmarktes mitzuspielen.

Dies ist nur möglich, wenn die Hersteller - außer einer bereits vorhandenen günstigen Hardware-Fertigung - weiterhin die Möglichkeit haben, auf ein offenes, freies und leistungsfähiges mobiles Betriebssystem zuzugreifen. Und das bietet momentan nur Android. Sollte Google jemals in Erwägung ziehen, Android nur noch unter einer streng kommerziellen Lizenz anzubieten, wäre der Preisvorteil chinesischer Smartphone- und Tablet-Hersteller mit einem Schlag dahin.

Die Zustimmung der Mofcom erfolgte daher unter der Bedingung, das Android für mindestens weitere fünf Jahre frei und offen bleiben muss. Ob es in China Pläne gibt, ein eigenes mobiles Betriebssystem für den Weltmarkt zu entwickeln, darüber kann nur spekuliert werden. Immerhin wären fünf Jahre eine realistische Zeitspanne. Allerdings ist es bei den heutigen Ansprüchen nicht damit getan, lediglich eine Betriebssystem-Software zu entwickeln, da die momentan führenden Plattformen iOS und Android mittlerweile einen kompletten Kosmos mit Appstore, Entwickler-Gemeinde, Music-Store usw. mitbringen.

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