Kartendienst

Bericht: Google Maps für iOS 6 bereits in Testphase

Zulassung für Apple iTunes aber offenbar noch nicht beantragt
Von dpa /
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Nutzer von iPhone und iPad, die mit den neuen Apple-Karten auf ihren Geräten unzufrieden sind, könnten laut einem Zeitungsbericht bald wieder in die bewährte Google-Welt zurückkehren. Der Internet-Konzern legt nach Informationen des Wall Street Journal (WSJ) derzeit letzte Hand an eine neue Karten-App.

Testversion offenbar bereits fertig

Eine Testversion der App sei bereits an Einzelne außerhalb des Unternehmens versandt worden, berichtete die Zeitung. Allerdings sei unklar, wann die Zulassung für Apples iTunes-Store beantragt werde, hieß es unter Berufung auf eine mit der Sache Google MapsGoogle Maps soll bald für iOS 6 verfügbar sein vertraute Person. Apples Prüfungsprozess kann einige Wochen dauern. Dem Bericht zufolge soll die neue App auch Navigations­anweisungen bieten, was die vorherige Version nicht konnte.

Apple Maps sorgte für deutliche Kritik

Apple hatte mit dem iPhone 5 im September auch das neue Betriebs­system iOS 6 veröffentlicht, das auf Googles Karten verzichtet und stattdessen auf einen eigenen Dienst - Apple Maps - zurückgreift. Bei ihm beanstanden die Anwender jedoch zahlreiche Fehler und fehlende Details. Rund die Hälfte der Apple-Kunden dürfte betroffen sein: Da auch zahlreiche Nutzer älterer iPhones und iPads schnell ihre Software erneuert haben, lief iOS 6 schon Mitte Oktober auf 200 Millionen Geräten.

Konzernchef Tim Cook entschuldigte sich öffentlich bei den Kunden, gelobte schnelle Besserung und empfahl, solange auf Dienste der Konkurrenz zurückzugreifen. Die Google-Karten lassen sich zwar auch auf Geräten mit iOS 6 weiterhin über den Browser nutzen, aber das ist weniger bequem als eine App. Außerdem fehlen Funktionen wie der Straßen-Panoramadienst Google Streetview. Auch Nokia sprang in die Bresche und verbesserte jüngst das Karten-Angebot für die iOS-Plattform.

Eigener Kartendienst: Enttäuschende Vorstellung seitens Apple

Das Verschwinden der Google-Karten, die seit dem Start der ersten iPhone-Generation 2007 fest zum App-Inventar gehörten, war ein Zeichen der wachsenden Rivalität zwischen den einstigen Partnern. Der Internet-Konzern zählt als treibende Kraft hinter dem Betriebssystem Android zu Apples schärfsten Rivalen im mobilen Geschäft.

Karten-Anwendungen sind eine Quelle für wertvolle ortsbezogene Daten und ermöglichen zugleich bei einer tiefen Integration ins Betriebssystem hilfreiche Funktionen für den Nutzer. Deswegen waren die Branchen­beobachter nicht überrascht, als Apple einen eigenen Kartendienst einführte. Die Branche war allerdings überrascht, dass die Karten-Premiere des auf Perfektion pochenden Konzerns so schwach ausgefallen war.

Scott Forstall musste seinen Hut nehmen

Das Karten-Debakel soll auch ein Auslöser für den schnellen Abschied des einflussreichen iOS-Chefs Scott Forstall gewesen sein. Seit Wochen bessert Apple seinen Dienst ohne großes Aufsehen schrittweise nach. Die Kartendienste wurden nach Forstalls Abgang dem iTunes-Chef Eddy Cue zugeschlagen, der als erfahrener "Feuerwehrmann" für Krisenfälle gilt.

Google-Verwaltungs­ratschef Eric Schmidt hatte zuletzt betont, dass Apple eine neue Karten-App des Internet-Konzerns erst zulassen müsse. Die Entschuldigung von Tim Cook lässt Apple in diesem Fall aber wenig Spielraum. Zudem kam bereits eine andere mit iOS 6 verschwundene Google-App wieder zurück: Der direkte Zugang zur Videoplattform YouTube läuft jetzt über ein neues Programm. Die bisherigen Apps für die beiden Google-Dienste wurden von Apple mit Zugriff auf Daten des Internet-Konzerns entwickelt.

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