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Google I/O-Gerücht: Nexus 7 mit 5-MP-Kamera und Android 4.3

Googles Leistungsschau stellt aber Computer-Brille Glass in den Fokus
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Sergej Brin auf der Google I/O 2012 mit Google GlassSergej Brin präsentierte Google Glass auch schon im vergangen Jahr Am kommenden Mittwoch startet in San Francisco die alljährliche Entwickler-Konferenz Google I/O. Neben zahlreichen Vorträgen und Workshops, um Software-Spezialisten über die Feinheiten seiner Dienste zu informieren, nutzt Google die Veranstaltung aber auch immer zur Präsentation neuer Produkte und Projekte. In diesem Jahr soll die Computer-Brille Google Glass im Mittelpunkt stehen, die Informationen direkt vor das rechte Auge des Nutzers einblenden kann. Zudem werden aber auch einige neue Hardware-Produkte und Dienste erwartet.

Neue Geräte: Nexus 7 und X Phone im Anmarsch?

Google Nexus 7 (2012) (8GB)
Zu den weitere Neuheiten, die in diesem Jahr vorgestellt werden könnten, gehören laut Berichten in amerikanischen Tech-Blogs das Motorola X Phone und ein Spiele-Dienst für Google Play. Zudem berichtet Apple Insider von einer neuen Version des Tablets Nexus 7. Laut der Quelle des Tech-Blogs soll das neue Nexus 7 ebenfalls von Asus produziert werden und mit einer höheren Display-Auflösung von 1920 mal 1200 Pixel, einer 5-Megapixel-Kamera und der Möglichkeit zum kabellosen Laden nach dem Qi-Standard ausgestattet sein. Interessant ist die Angabe der Betriebssystem-Version: Android 4.3 Jelly Bean. Das würde bisherige Gerüchte bestätigen, dass der eine Zeit lang zur Google I/O erwartete Jelly-Bean-Nachfolger Android 5.0 Key Lime Pie noch etwas länger auf sich warten lässt. Preislich soll das Google-Tablet auch in Zukunft im Segment um 200 US-Dollar bleiben.

Google I/O: Flops und Tops hielten sich in der Vergangenheit die Waage

Google Nexus QNicht so erfolgreich: Streaming-Box Nexus Q Nicht allem, was in den vergangenen Jahren groß auf der Google I/O präsentiert wurde, war Erfolg beschert: So floppte der neuartige Kommunikationsdienst Google Wave trotz erster Begeisterung der Internet-Community, weil einfachen Nutzern die Verbindung von Live-Kommunikation und E-Mail zu kompliziert war.

Und die im vergangenen Jahr präsentierte Wohnzimmer-Box Nexus Q verschwand schon wenige Wochen nach der Vorstellung zurück in die Entwicklerwerkstatt, nachdem sie als zu teuer kritisiert wurde. Allerdings übersteigt der Marketing-Aufwand, den Google für Glass betreibt, das Engagement für diese Produkte bei weitem.

Googles Fokus liegt auf Computer-Brille Google Glass

Schon vergangenes Jahr bescherte Google-Mitgründer Sergey Brin der Computerbrille einen fulminanten ersten Auftritt, der kaum zu überbieten sein dürfte. Eine Gruppe von Fallschirmspringern raste mit eingeschalteten Kameras ihrer Datenbrillen zur Erde, die Bilder wurden live zum Auftritt von Brin auf der Google I/O übertragen. Die spektakuläre Demonstration zeigte eine der zentralen Funktionen von Google Glass: Die Möglichkeit, jederzeit und mühelos Fotos und Videos aufzunehmen. Es reichen Gesten oder Sprachkommandos, nachdem man das Gerät mit "Okay, Glass" angesprochen hat.

Außerdem kann die Brille Ergebnisse von Internet-Suchen oder Navigationsanweisungen anzeigen und bei Bedarf auch vorlesen. Dies folgt dem Trend, dem Nutzer Informationen auf natürlichere Weise zu vermitteln - etwa wenn sie heute im Auto auf die Windschutzscheibe projiziert werden - könnte den Alltag vieler Menschen verändern. Irgendwann werde man sich darüber wundern, dass es einmal üblich war, in der Tasche nach einem Computer wie etwa einem Smartphone zu suchen, sagte jüngst Google-Chef Larry Page. "Wir sind erst bei einem Prozent davon, was möglich ist."

Schutz der Privatsphäre

Über Auswirkungen auf die Privatsphäre wird heftig diskutiert. Schon heute werden mit Smartphones überall Fotos und Videos aufgenommen. Aber es ist zumindest noch halbwegs zu erkennen, wenn der Anwender ein Foto schießt oder ein Video dreht. Mit einer Google-Brille auf der Nase hingegen ginge das viel unauffälliger. In mehreren Restaurants und Kasinos ist die Zukunftsbrille jedenfalls bereits unerwünscht.

Erste Testgeräte in freier Wildbahn

Das Privileg, zu den ersten Anwendern einer vermeintlichen neuen Computer-Ära zu gehören, hatte seinen Preis. Anwärter sollten in einem Wettbewerb beschreiben, warum sie die Daten-Brille unbedingt haben wollen - und die Auserwählten mussten 1 500 Dollar hinblättern. Verkaufen darf man die Erstausgabe Explorer Edition nicht: Geräte, die ihren Besitzer wechseln, würden ferngesteuert deaktiviert, warnte Google.

Seit ein paar Wochen werden die Geräte der ersten Serie in den USA ausgeliefert und auf den Straßen tauchen immer mehr Leute mit Google-Brille auf der Nase auf. Der leicht zu begeisternde Startup-Blogger Robert Scoble ließ sich sogar unter der Dusche mit Google Glass fotografieren.

Nach den ersten "Wow!"-Rufen wurde der Ton in der Tech-Community inzwischen etwas nüchterner. Die Batterien hielten nur drei bis dreieinhalb Stunden, das Display sei bei Sonnenlicht nicht hell genug, die Spracherkennung zeige Schwächen, für die Verbindung zum Internet sei die Brille auf Hilfe vom Smartphone angewiesen und beim Autofahren nicht nutzbar, mäkelten diverse Technik-Journalisten. Zudem entwickle Google Glass beim Tragen eine Schlagseite nach rechts - die Seite, auf der die ganze Technik sitzt, stellte etwa das Blog Engadget fest. Alles allerdings Probleme, die man beheben kann. Und die Serien-Version dürfte ohnehin noch etwa ein Jahr entfernt sein, erklärte Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt.

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