Durchblick

Google Glass: Apps bringen Evernote und Gmail auf die Brille

Google setzt auf vier Prinzipien, um Träger vor App-Spam zu schützen
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Zwei Google-Glass-Träger, einer davon mit Brille.Zwei Google-Glass-Träger, einer davon mit Brille. Die Datenbrille Google Glass wird mit Apps erweiterbar sein. Auf der Technik­konferenz SXSWi in Austin stellte Google neben Visionen zum Internet der Dinge auch Apps für die Daten­brille Google Glass vor. Es werde für Entwickler spezielle APIs geben, mit denen relevante Informationen angezeigt werden können. Um der Datenflut Herr zu werden, verlangt Google von Entwicklern, dass diese die Apps so gestalten, dass sie den Träger nicht stören.

Google-Glass-Apps sollen vier Prinzipien befolgen

Nach Informationen des Technik-Blogs The Verge will Google das Glass-Erlebnis nach vier Prinzipien gestalten, die auch von Drittanbieter-Apps beherzigt werden sollen. Grundsätzlich soll eine App für Google Glass erstellt und designt werden. Google schreibt vor, dass Apps dem Nutzer nicht im Weg stehen sollen, also keine überflüssigen Informationen anzeigen. Apps müssen Informationen außerdem rechtzeitig erscheinen und es sei zu vermeiden, unerwartete Informations­tafeln einzublenden.

The Verge berichtet, wie sich Google die Interaktion mit Gmail vorstellt. Glass-Träger sollen einstellen können, dass nur wichtige Nachrichten eingeblendet werden. Im Blickfeld des Nutzers sollen zunächst nur der Betreff und ein Bild des Senders angezeigt werden. Wer direkt antworten möchte, soll das dank Googles integrierter Spracherkennung sofort erledigen können. Auf der Konferenz hat Google laut The Verge außerdem eine Google-Glass-App für Evernote-Nutzer vorgestellt. Die App soll ermöglichen, dass Nutzer ein Foto aufnehmen und dieses zu Skitch hochladen, dem Bilder- und Skizzendienst von Evernote. Das Bild soll dann über die klassische Evernote-App auf einem Smartphone oder Tablet zu bearbeiten sein.

Google demonstrierte weiterhin eine App der New York Times. Diese soll Eilmeldungen einblenden können. Mit einer "Look up"-Kopfgeste sollen Fotos und Überschriften angezeigt werden. Google Glass soll auch in der Lage sein, dem Träger ganze Nachrichten vorzulesen. Path soll eine Bilder-Community darstellen. Bilder, die hier gepostet werden, können bei befreundeten Glass-Nutzern angezeigt werden. Weiterhin soll es möglich sein, die Bilder direkt zu kommentieren oder ein Emoticon als Reaktion zu posten. Mit Hilfe der Mirror-API können Entwickler eigene Informationstafeln im Sichtfeld des Nutzers einblenden. Die Tafeln sollen mit HTML gestaltet werden können. Außerdem sollen sich Bilder und Videos einblenden lassen. Die Informationstafeln sollen nur dann angezeigt werden, wenn sie wirklich nötig sind. Google setzt bei seinem Dienst Google Now ebenfalls auf Karten, die je nach Umgebung und Bedarf angezeigt werden.

Google Glass auch für Brillenträger geeignet

Auf Google+ hat das Entwickler-Team von Google mittlerweile auch bestätigt, dass Google Glass für Brillenträger geeignet sein wird. Dies betreffe jedoch nicht die jüngst angekündigte Explorer-Edition. Diese wird in nächster Zeit an erste Tester zum Preis von 1500 US-Dollar verkauft.

Die technischen Möglichkeiten von Google Glass sind sicherlich beeindruckend. Ob sich die sprachgestützte Steuerung der Brille jedoch als praktikabel erweist, ist aber noch nicht absehbar. Jedenfalls hat ein Restaurant in Seattle bereits kundgetan, dass Träger einer solchen Datenbrille nicht willkommen seien. Sicher ist: Google Glass wird die Datenschutzfrage in einem neuen Licht erscheinen lassen, wenn die Brillen auf den Straßen zum Alltag gehören (sollten).

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