Internet-TV

Google arbeitet offenbar an Fernseh-Streaming-Dienst

Harte Verhandlungen mit Medienkonzernen stehen bevor
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Google arbeitet offenbar an Fernseh-Streaming-DienstGoogle arbeitet offenbar an Fernseh-Streaming-Dienst Brancheninsidern zufolge arbeitet Google heimlich an einem Streaming-Service für Fernsehen per Internet. Der Markt wird bald heiß umkämpft sein: Auch andere Branchengrößen wie Apple, Sony und Intel verhandeln mit den Medienkonzernen.

Im TV-Geschäft waren die bisherigen Anstrengungen Googles nicht von besonderem Erfolg gekrönt: Bereits vor zwei Jahren gab es Gerüchte, dass der Suchmaschinenanbieter an einem TV-Service arbeitet, doch herausgekommen ist dabei bislang nichts. Auch Google-TV, das als Oberfläche auf Fernsehgeräten und Settop-Boxen zum Einsatz kommt, hat sich als Ladenhüter entpuppt. Die Verhandlungen mit den etablierten Medienunternehmen, insbesondere in den USA, gestalten sich schwierig.

Erste Produkt-Demonstration könnte schon stattgefunden haben

Das Wall Street Journal hat wohl Informationen von Google-Insidern über die anstehenden Planungen bekommen. Der Konzern soll Programmierer mit dem Projekt betraut haben, ein Insider will sogar schon eine kurze Produktdemonstration gesehen haben. Google selbst hat zu diesen Gerüchten bislang keinen Kommentar abgegeben.

In den USA wird der größte Teil des TV-Programms überwiegend von Kabel- und Satelliten-Betreibern ausgestrahlt. Diese offerieren den Kunden jetzt schon eine Vielzahl an Sender- und Programmpaketen. Darum stellt sich die Frage: Warum sollte ein Kunde zum Angebot eines Technologiekonzerns wie Google oder Sony wechseln, wenn Pay-TV dort dasselbe kostet? Google & Co. könnten beispielsweise deutlich bessere Bedienoberflächen liefern als die zum Teil vorsintflutlichen Interfaces der aktuellen Pay-TV-Anbieter.

Schwierige Verhandlungen mit den Medienkonzernen

Die Medienkonzerne werden ihren Content allerdings kaum zum Schnäppchenpreis an die Internet-Konzerne verhökern - diese Erfahrung musste in den vergangenen Jahren überwiegend Apple machen. Der mit seinem App- und Musicstore schon erfolgreiche Player witterte auch mit TV-Übertragungen ein einträgliches Geschäft - bei seinen bisherigen Geschäftsmodellen hat sich Apple stets eine einträgliche Umsatzbeteiligung gesichert. Doch bei den Medienkonzernen ist Apple bislang stets abgeblitzt.

Genau so könnte es auch Google, Sony und Intel ergehen, die momentan in direkten Verhandlungen stehen sollen. Denn die Produktionsfirmen wittern mit dem TV-Streaming ebenfalls ein einträgliches Geschäft und wollen keinesfalls die bestehenden Abkommen mit den Kabel- und Satellitenanbietern gefährden. Und der Kunde wird sicherlich nicht mehr bezahlen als er dies für aktuelle Pay-TV-Angebote bereits tut. Von daher bleibt abzuwarten, ob die Beteiligten so kreativ sind, sich ganz neue Geschäftsmodelle einfallen zu lassen.

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