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Google Chrome OS setzt alles auf die Karte "Internet"
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| Systeme mit ähnlichem Ansatz für Netbooks gibt es allerdings bereits |
08.07.2009 19:02 |
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Der Suchmaschinengigant Google hat angekündigt, zur zweiten
Jahreshälfte 2010 ein neues Betriebssystem für Netbooks
und Desktop-Rechner auf den Markt bringen zu wollen. Das Open-Source-System
Chrome OS soll den eigenen Webbrowser
Google Chrome ins Zentrum rücken und
auf einem Linux-Kern basieren. Im Unterschied zu etwa den Windows-Betriebssystemen
sollen bei Chrome OS sowohl die persönlichen Daten als auch die Software
nicht lokal auf dem Rechner, sondern überwiegend im Internet liegen. Der
Computer wird damit auf ein Gerät zum Zugriff auf Daten und Software reduziert.
Anwendungen und Daten sollen ins Internet

Diese Ausrichtung auf Online-Speicherung macht Daten und Anwendungen flexibel
verfügbar. Auch von einem anderen Rechner aus kann der Nutzer zugreifen.
Lediglich Browser und Internetverbindung werden benötigt. Dies birgt aber auch
Nachteile in sich: Um eine Datei lokal verfügbar zu machen, muss sie zuerst
heruntergeladen werden. Dieses Problem könnte aber durch eine automatische
Synchronisation zwischen Online- und Offline-Daten gemildert werden. Ob Google
diese ermöglichen wird, ist noch nicht bekannt.
Kritisch ist auch der Datenhunger von Google. Schon jetzt versucht Google so
viel wie möglich über die Nutzer zu erfahren, um etwa personalisierte Werbung
zu verbreiten. Liegen erst einmal alle persönlichen Dokumente, Musikdateien und
Videos im Google-Account, ist dem Profiling Tür und Tor geöffnet. Durch die
angekündigte enge Verzahung des Betriebssystems mit Onlinediensten besteht
zudem die Gefahr der Abhängigkeit des Nutzers. Was ist, wenn die Dienste
künftig eingestellt oder nur noch kostenpflichtig weiterbetrieben werden?
Andererseits speichern Nutzer heute schon viele Daten im Web, teils privat,
teils öffentlich zugänglich, wenn sie GMX für ihre E-Mails, StudiVZ oder Xing
für ihre Kontakte, Pixum für ihre Fotos und einen Blog für ihre Erlebnisse
verwenden. Diesen bringt ein auf Onlinenutzung optimiertes Betriebssystem
direkten Zugriff auf ihre Lieblingssites, vereinfachten Video-Upload von der
Speicherkarte direkt zu Youtube, direkte Nutzung der Koordinaten eines
GPS-Sensors bei "Google Maps" und
vergleichbare Annehmlichkeiten.
Das Konzept setzt allerdings voraus, dass für die Nutzung von Chrome OS
stets eine Internet-Verbindung vorliegen muss, am besten mit einer hohen
Bandbreite, um auch datenintensive Anwendungen vernünftig nutzen zu können.
Google spricht in seinem Konzept entsprechend die Nutzer an, deren
Computer-Tätigkeit größtenteils im Web angesiedelt ist. Wie die Architektur
dann genau aussehen wird, werden erste Testversionen zeigen, Google hat weitere
Neuigkeiten zu Chrome OS für diesen Herbst angekündigt.
Der Ansatz ist nicht unbedingt neu

Während Google davon spricht, das Wesen von Betriebssystemen völlig neu zu
überdenken, gibt es bereits ähnlich konzipierte Systeme auf Linux-Basis, gerade
für Netbooks. Das Betriebssystem
Xenon etwa, welches der Techblog Netbux.de kürzlich vorgestellt hat, soll ebenfalls in einigen
Sekunden booten und dann direkt einen Webbrowser starten. Anwendungen sollen
nur im Internet nutzbar sein. Xenon ist allerdings noch in Arbeit, während etwa
Jolicloud auf der Messe Computex in Taiwan immerhin als Alpha-Version vorgestellt
wurde. Das System basiert auf der Linux-Distribution Ubuntu
und soll lokalen und Online-Speicherplatz unterstützen und synchronisieren.
Bereits Ende 2007 wurde in den USA das
gOS veröffentlicht,
es basiert ebenfalls auf Ubuntu und ist deutlich auf die Nutzung von
Google-Applikationen ausgerichtet. Auch das Netbook-System
Moblin, in Zusammenarbeit mit Intel entwickelt, geht in diese
Richtung. Welche Aspekte dieser Ansätze im Detail in das neue Google
Chrome OS einfließen, bleibt abzuwarten. Google hat ja noch einige Zeit
bis zur endgültigen Vorstellung, und war schon in der Vergangenheit immer wieder
innovativ aufgefallen.
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