Bilanz

Kontoauszug Google Inc. am 31. März: 36,7 Milliarden Dollar

Google enttäuscht die Analysten - trotz 1,6 Milliarden Euro Gewinn
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Google legt seine Bilanzzahlen vor: 1,6 Milliarden Euro Gewinn im 1. QuartalGoogle legt seine Bilanzzahlen vor: 1,6 Milliarden Euro Gewinn im 1. Quartal Das war ein durchwachsener Start in den neuen Job: Keine zwei Wochen sitzt Google-Gründer Larry Page nun auf dem Chefposten des Internetkonzerns und kann für das erste Quartal einen Gewinn von unterm Strich 2,3 Milliarden Dollar verkünden (1,6 Milliarden Euro). Das sind zwar 18 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Doch die Analysten hatten auf noch bessere Zahlen gehofft. Nachbörslich fiel die Aktie am Donnerstag um mehr als 5 Prozent.

Das Geschäft zu Jahresbeginn hatte freilich noch Vorgänger Eric Schmidt zu verantworten, der nun als Verwaltungsratschef die Rolle des Firmenbotschafters übernommen hat. Page steht seit Anfang April in der Pflicht. Jede seiner Handlungen wird genau beobachtet. Die Frage lautet: Wohin steuert Page den Internetgiganten? In der Telefonkonferenz mit Analysten blieb er die Antwort schuldig - nur sein Finanzchef tauchte auf.

Analysten enttäuscht trotz beträchtlicher Marktmacht

Bislang ist es das Suchmaschinen-Geschäft, das Google reich macht. Firmen zahlen für Werbung, die sie bei den Suchergebnissen platzieren. Doch Google drängt in immer mehr Felder. So ist sein Handy-Betriebssystem Android mittlerweile der schärfste Gegner für Apples iPhone und mit seinem Computer-Betriebssystem namens Chrome OS will Google den Softwareprimus Microsoft mit seinem Windows das Fürchten lehren. Auch die Videoplattform YouTube gehört zum Imperium.

Im ersten Quartal stieg der Konzernumsatz um 27 Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar. Davon entfällt allerdings nur ein Bruchteil auf die neuen Spielwiesen. Was indes bereits gutes Geld abwirft, sind die grafischen Werbebanner, die Google vermarktet. Dabei stößt der Konzern immer tiefer in ein Feld vor, das klassischerweise vom Rivalen Yahoo beackert wird.

Und Google dehnt sich weiter aus: Erst vor wenigen Tagen bekam das Unternehmen grünes Licht von den US-Wettbewerbshütern für die Übernahme des Flugsuche-Spezialisten ITA. Zwar musste der Konzern einige Zugeständnisse machen, aber dafür steckt Google künftig hinter einem guten Teil der weltweiten Flugticket-Buchungen.

1900 Mitarbeiter binnen drei Monaten eingestellt

Auch intern wächst das Unternehmen: In den ersten drei Monaten des Jahres stellte Google mehr als 1 900 neue Leute ein, womit 26 300 Menschen für den Konzern arbeiteten. Dieses enorme Tempo kann sich Google dank seiner prall gefüllten Kasse leisten. Der unglaubliche Kontostand zum 31. März: 36,7 Milliarden Dollar.

Vor Page liegt nun die Aufgabe, das Vermögen weiter zu mehren. Nach US-Medienberichten hat der Gründer in seinen ersten Tagen als Chef schon Teile des Top-Managements umgekrempelt. Die einzelnen Bereiche sollen mehr Gestaltungsspielraum bekommen. Das passt zum erklärten Ziel von Page, dass Google wieder wendiger werden solle.

Lary Page hatte Google 1998 zusammen mit seinem Kompagnon Sergey Brin gegründet, der sich heute um neue Produkte kümmert. 2001 übergaben die beiden ihr "Baby" an Schmidt. Unter dem erfahrenen Manager hat sich Google von einem aufstrebenden Internetsuch-Unternehmen zum heute breit aufgestellten Technologiekonzern gemausert.

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