Netzausbau

Breitband-Verbände fordern echte "Gigabit-Strategie"

Die fünf Breitband-Verbände Anga, BREKO, BUGLAS und VATM sowie das FTTH Council Europe fordern, die Weichen für den Weg in die Gigabit-Gesellschaft schon jetzt zu stellen. Ein konkreter Termin konnte dafür noch nicht genannt werden, das Projekt soll aber im nächsten Jahrzehnt umsetzbar sein.
Aus Berlin berichtet
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Breitband-Verbände fordern echte Gigabit-StrategieBreitband-Verbände fordern echte "Gigabit-Strategie" Die Breit­band-Verbände haben im Rahmen einer Ver­an­staltung ein ge­meinsames Thesen­pa­pier präsentiert. Dabei fordern sowohl Breko, Buglas, Anga und VATM sowie FTTH Council Europe eine "Neu­justierung der Breit­band­politik". Die fünf Verbände sind sich einig, dass man ge­mein­sam den Breit­band-Ausbau voran­treiben will.

Es soll nicht dabei bleiben, ein Thesen­pa­pier zu präsentieren und es existieren zudem schon weitere Unter­stützer­ver­bände. Im nächsten Jahr soll wieder gemeinsam an einem Tisch diskutiert werden, welche Fortschritte hinsichtlich des Thesenpapiers erreicht wurden. Die Gigabit-Strategie ist ein gemeinsames Projekt.

Thorsten Klein vom VATM betont, dass man Glasfaser bis zu den Endkunden bringen müsse. Um eine flächendeckende Versorgung zu schaffen, müsse ein Mix der Technologien verwendet werden. Dabei sei die Anbindung an Glasfasernetze auch wichtig für die wohnwirtschaftliche Nutzung. Man könne laut Klein keinen zurücklassen, es dürften nicht nur 98 Prozent sein. Per Mobilfunk müsse es möglich sein, diese zwei Prozent zu erreichen. Nur im Schulterschluss sei es möglich, den flächendeckenden Ausbau hinzubekommen.

Klein vom VATM fordert in Verbindung mit dem Thesenpapier einen diskriminierungsfreien Zugang. Es müssten faire Bedingungen geschaffen werden und dürften keine neuen Monopole entstehen, wie dies beim Vectoring-Antrag der Telekom droht.

Klein meint abschließend: "Wir brauchen ein stetiges Regulierungsregime". Regulierung sei aktuell stärker gefragt als bisher. Die Telekom habe laut Klein eine Strategie: "Nein, wir bauen unser Netz allein". Trotz Rückfragen seitens des VATM über eine gemeinsame Nutzung bzw. einen gemeinsamen Ausbau hat die Telekom diesen Vorschlag abgelehnt.

Sukzessive Strategie auf den Weg zu Gigabit

"Der Medienkonsum liegt uns als Kabelnetz-Verband besonders am Herzen", wie Dr. Andrea Huber von der Anga sagt. Die Förderung müsse in ihren Augen auf eine neue Grundlage gestellt werden. "Diese muss wirklich erreichen können, was sie soll. Ausbauende Unternehmen müssen gestärkt werden. Wir geben uns mit keinen Übergangslösungen zufrieden." Der Fokus müsse der Anga nach erweitert werden, sowohl im ländlichen Bereich als auch in den Städten. Das Förderungsprogramm müsse den Forderungen gerecht werden.

Alfred Rauscher vom Breko ist der Auffassung, dass man natürlich in Glasfaser investieren müsse, um ein Gigabit-Netz schaffen zu können. Rauscher sagt: "Wir brauchen eine Zugangsregulierung zum Beispiel für Kupferkabel, um gerade in ländlichen Bereich eine Überbrückung zu schaffen. Man benötigt eine sukzessive Strategie auf den Weg zu Gigabit!"

Wolfgang Heer vom Buglas fordert: "Wir müssen jetzt die Weichen für eine Gigabit-Gesellschaft stellen. Die Breitband-Ziele für 2018 können nicht als 'das Ziel' angesehen werden, sondern eher als Zwischenschritt!" Wenn irgend möglich müsse bereits heute der Ausbau von Gigabit-Netzen vorangetrieben werden. Der Fokus müsse darauf liegen, dass der Zwischenschritt auch letzten Endes FTTH oder FTTB möglich macht. Darüber sind sich die fünf Verbände einig.

Bisher kann noch keine klare Jahreszahl für 1 GBit/s genannt werden. Im nächsten Jahrzehnt, so sind sich die Verbände einig, sollte das Projekt umsetzbar sein. Als Basis wird auf Glasfaser gesetzt, auch bei der Mobilfunk-Anbindung. Natürlich sei dies auch eine Sache der Nachfrage. Wie viel Breitband benötigt der Endkunde? "Wichtig ist: wir müssen unserer Zeit voraus sein. Dabei konkrete Termine zu setzen ist aber nicht möglich", gibt der VATM abschließend noch mit auf den Weg.

Die Europäische Kommission fordert, Anreize für Investitionen in Highspeed-Breitbandnetze bei fairen Wettbewerbsbedingungen zu setzen. Unseren zweiten Bericht vom heutigen Symposium lesen Sie hier.

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