Gewinnspiele

Anzahl der Werbeanrufe weiterhin auf hohem Niveau

Wie eine Erhebung der Verbraucherschützer ergeben hat, werden immer noch zahlreiche Nutzer von unerwünschten Telefonanrufen belästigt.
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Viele Nutzer werden von unzulässiger Telefonwerbung belästigtViele Nutzer werden von unzulässiger Telefonwerbung belästigt Teilnehmer von Gewinnspielen erhalten häufig Werbeanrufe, bei denen ihnen Abos und Verträge angeboten werden. Laut einer Umfrage der Verbraucherzentrale Bayern, an der über 5000 Nutzer teilgenommen haben, erfolgen diese Werbeanrufe häufig ohne Zustimmung.

Über den Zeitraum vom 1. Juli 2014 bis zum 15. November 2015 sammelten die Verbraucherschützer im Rahmen einer bundesweiten Online-Befragung insgesamt 5.432 Verbraucher-Erfahrungen zu dem Thema. Das Resultat: Etwa 79 Prozent der Betroffenen haben die Werbeanrufe ohne Zustimmung erhalten.

Dabei passt auch eine andere Zahl ganz gut ins Bild: So seien vom 1. Juli 2014 bis zum 30. November 2015 rund 19 500 Beschwerden zur Telefonwerbung bei der Verbraucherzentrale Bayern eingegangen.

Vertragsabschluss nach ungefragtem Gewinnspiel-Anruf nicht bindend

Seit dem Inkrafttreten des Anti-Abzocke-Gesetz im Jahr 2013 sind Verträge im Rahmen eines Gewinnspiels nur dann wirksam, wenn der Kunde den Vertrag schriftlich oder auf andere wirksame Weise bestätigt. Trotzdem seien aggressive Verkaufsmaschen am Telefon weiterhin an der Tagesordnung und ein großes Ärgernis, wie in dem Artikel "Unerlaubte Telefonwerbung ist nicht zu stoppen" zu lesen ist.

Dabei sei die Gewinnspielbranche nur ein Störfaktor am Telefonhörer des Verbrauchers, so eine Erkenntnis der Umfrage: Werbeanrufe durch Telefonanbietern oder Energieversorgern sollen insgesamt im Verhältnis deutlich zugenommen haben.

Doch welche Schäden entstehen Betroffenen als Folge der Werbeanrufe? Bei mehr als der Hälfte der Angerufenen seien die Folgen noch unbekannt - meist würden sich diese erst später abzeichnen. In anderen Fällen münde die Telefonwerbung jedoch in einem Vertragsschluss oder in der Herausgabe bzw. dem Missbrauch bereits vorliegender persönlicher Daten.

Auf diese Branchen verteilen sich ein Großteil der Werbeanrufe

Den höchsten Anteil an Werbeanrufen nehmen nach wie vor Gewinn­spiele und Lotterien (2367 Stimmen), dicht gefolgt von Telefon- und Internetanbietern (2227 Stimmen) ein. Mit 1729 Stimmen belegen Anrufe der Energieversorger den dritten Platz. Auf der vierten Position rangiert die Zeitschriftenbranche mit immerhin 1390 Stimmen. Den geringsten Anteil vereinnahmt die offensive Telefon-Vermarktung von Nahrungs­ergänzungsmitteln/Heilmitteln (368 Stimmen). Besonders perfide: Werbe­anrufe, bei denen dem Verbraucher Schutz gegen Werbung und Daten­missbrauch angeboten wird (602 Stimmen).

Die Verbraucherzentrale sieht Nachbesserungsbedarf in der Gesetzgebung und fordert, Verbraucher auch außerhalb des Gewinnspielsektors gegen den Vertrags­abschluss am Telefon abzusichern, um sie so etwa vor den anrufenden Tele­kommunikationsanbieter und Energieversorger besser zu schützen.

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