TV-Nutzung

TV- und Video-Nutzung auf Tablet und Smartphone wird steigen

Professor Gerpott geht von Rückgang klassischer TV-Nutzung aus
Aus Köln berichtet
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Professor Gerpott geht von Rückgang klassischer TV-Nutzung ausProfessor Gerpott geht von Rückgang klassischer TV-Nutzung aus "Was die Telekom da macht ist ein mühsames Geschäft und es könnte sicherlich besser sein", analysierte Professor Dr. Torsten J. Gerpott auf der Euroforum Jahrestagung in Köln das Entertain-Geschäft. Damit unterstrich er seine zum Auftakt gemachte Position, ein wenig den "Bad Guy" spielen und ein Gegenpart zu der positiven Sicht der Anbieter sein zu wollen. Auch zum sonstigen TV-Markt und seiner Zukunft äußerte sich Gerpott, der durch die zweitägige Konferenz führte.

Nur elf Prozent der Telekom-Kunden sind IPTV-Kunden belegte er seine Aussage. Unter der Betrachtung, dass der Start des Fernsehens per DSL zur IFA 2006 erfolgte, entspreche das einem Wachstum von zwei Prozentpunkten pro Jahr. Zum Vergleich: In der Schweiz zählt die Swisscom laut Gerpott 34 Prozent ihrer Kunden im TV-Markt.

IPTV macht momentan nur drei Prozent des deutschen TV-Marktes aus

Insgesamt mache IPTV nur drei Prozent des deutschen TV-Marktes aus. Im Juni vergangenen Jahres hatten hingegen 11,8 Prozent ihren Fernseher über DVB-T angeschlossen, 50,2 Prozent griffen auf das Kabelnetz zurück und 44,7 Prozent bevorzugten den Satelliten. Dabei war das Kabelnetz als einziger Verbreitungsweg leicht rückläufig, alle anderen Wege gewannen Nutzer hinzu. Die Summe der einzelnen Verbreitungswege liegt über 100 Prozent, da etwa ein Zehntel der Haushalte TV-Signale auf mehreren Übertragungswegen empfängt.

Besonders starke Wachstumszahlen können Kabel Deutschland und Kabel BW auf dem Pay-TV-Markt vorweisen. Binnen Jahresfrist verzeichneten die Anbieter 24,7 beziehungsweise 36,2 Prozent Zuwachs bei den TV-Abonnenten. Auf die Umsätze mit dem TV-Zugang schlug sich das laut Gerpott jedoch nicht nieder. Er legte um nur 1,1 beziehungsweise 2,9 Prozent zu.

Das Fernsehverhalten der Nutzer werde sich in den kommenden Jahren ändern. Insgesamt wird ein durchschnittlicher Nutzer bis 2016 zwar mehr Zeit als heute mit TV- und Videoanwendungen (263 Minuten täglich statt heute 245 Minuten) verbringen, doch innerhalb des Konsums werde es Verschiebungen geben. Der klassische TV-Anteil werde auf 66 Prozent (heute 86 Prozent) zurückgehen. Dafür werde der nicht-lineare Videokonsums auf anderen Bildschirmen wie PC, Smartphone oder Tablet steigen. 12 Minuten werden bis 2016 45 Minuten täglich werden. Dabei handelt es sich dann um Inhalte wie Video on Demand, YouTube und vergleichbares. Die Nutzung der klassischen TV-Sender auf anderen Geräten wird auch zunehmen. Von heute vier Minuten werden es 2016 laut Gerpott 15 Minuten werden.

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