Unboxing

Geeksphone Peak mit Firefox OS ausgepackt & ausprobiert

150-Euro-Smartphone verfügt über fast alle wichtigen Basisfunktionen
AAA

Den Markt revolutionieren: Das will das mobile Betriebssystem Firefox OS - nun werden die ersten beiden Smartphones ausgeliefert. Wir haben ein Geeksphone Peak erhalten und werfen einen Blick auf das Open-Source-Smartphone.

geeksphone Peak

Den Traum von einem wirklich offenen, von kommerziellen Interessen unabhängigen Smartphone-Betriebssystem haben die meisten Android-Fans längst ausgeträumt: Google hat mit dem Play Store ein kommerziell wachsendes Imperium aufgebaut und wacht selbst über die Android-Weiterentwicklung. Mit ähnlichen Vorgaben wie einst Android betritt nun Mozilla mit Firefox OS die Bühne. Die ersten beiden in Spanien entwickelten Geräte wollen dabei bewusst den Anschein kommerziell auftrumpfender Top-Smartphones vermeiden und wenden sich an Entwickler, Einsteiger und finanzschwache Nutzer in Schwellenländern.

Geeksphone Peak will für Entwickler da sein

Firefox-Smartphone: Geeksphone Peak ausgepackt und ausprobiertFirefox-Smartphone: Geeksphone Peak ausgepackt und ausprobiert Sowohl das Geeksphone Keon (Preis: 91 Euro) als auch das Geeksphone Peak (Preis: 149 Euro) mit Firefox OS konnten wir auf dem MWC in Barcelona zwar erstmals begutachten, aber noch nicht ausführlich testen. Nun durften wir das Geeksphone Peak in Empfang nehmen, das mit 4,3-Zoll-Display, 4 GB Speicher, HSPA/WLAN/Bluetooth, Dual-Core-Prozessor und 8-Megapixel-Kamera ausgestattet ist.

Packungsinhalt beim Geeksphone PeakPackungsinhalt beim Geeksphone Peak Der braune Verpackungs-Karton erinnerte uns unwillkürlich an diverse fair gehandelte Produkte, obwohl das Firefox-Smartphone dies gar nicht für sich in Anspruch nimmt (wie das FairPhone). Die Beschriftung ist größtenteils im Firefox-typischen Orange gehalten. Auf der Oberseite ist zu lesen, an wen sich das Smartphone momentan überwiegend wendet: "Firefox OS Developer Preview". Den Schöpfern geht es mit den momentanen Produkten also noch nicht ums Verkaufen im großen Stil, sondern darum, möglichst vielen Entwicklern ein erschwingliches Gerät mit der neuen Plattform in die Hand zu geben.

Der Lieferumfang orientiert sich aber bereits am aktuellen Smartphone-Markt: Micro-USB-Kabel, Steckernetzteil und Ohrhörer befanden sich ebenso in der Packung wie eine Kurzanleitung und ein Firefox-OS-Aufkleber. Auf der Rückseite der Packung ist zu lesen: "Made by Geeksphone together with Telefónica - made in PRC". Das Firefox-Smartphone wird also im Auftrag beider spanischer Unternehmen - wenig überraschend - in China gefertigt.

Materialqualität, Verarbeitung und Ersteinrichtung

Technische Daten auf der Unterseite der PackungTechnische Daten auf der Unterseite der Packung Der günstige Preis ist dem Entwickler-Smartphone schon beim Herausnehmen aus der Packung anzusehen. Der weiße Kunststoff wirkt nicht besonders hochwertig und das Display nimmt leicht Fingerabdrücke an. Die Konstruktion ist allerdings so robust, dass das Gerät bei leichteren Stößen keine inneren Beschädigungen davontragen sollte - beim Gehäuse wollen wir uns dafür nicht verbürgen. Der Deckel des Geräts kann abgenommen werden, um SIM-Karte und Micro-SD-Speicherkarte einzusetzen - und um den Akku zu wechseln. Auf der Rückseite ist der Bereich um die Kameralinse höher und schwerer als der Rest des Geräts. Um den Lautsprecher herum gibt es etwas scharfe Kanten.

Firefox OS - noch eine Developer PreviewFirefox OS - noch eine Developer Preview Beim ersten Einschalten fragt Firefox OS zuerst die Systemsprache ab - hier stehen an europäischen Sprachen allerdings nur Englisch, Spanisch, Französisch und Portugiesisch, aber noch kein Deutsch zur Verfügung. Anschließend ist - falls vorgegeben - die PIN der SIM-Karte einzugeben. Danach fragte uns das System, ob wir die mobile Datenverbindung aktivieren wollen - die Schieberegeler erinnern dabei recht deutlich an Apples iOS. Im nächsten Schritt stand die Konfiguration der WLAN-Verbindung an; die im folgenden voreingestellte Zeitzone "Pazifischer Ozean" änderten wir in "Europa".

Auch Datum und Uhrzeit waren manuell zu konfigurieren, anschließend konnten Facebook-Accountdaten eingegeben werden. Für Entwickler sinnvoll ist die Option, Fehler- und Absturzberichte an Mozilla zu senden, um die Weiterentwicklung des Systems zu unterstützen. Ebenfalls freiwillig ist die Eingabe einer E-Mail-Adresse, um von Mozilla über den neuesten Stand der Entwicklung informiert zu werden.

Einführungstour zum Kennenlernen und erster Blick auf das System

Der Homescreen von Firefox OSDer Homescreen von Firefox OS Vor dem Start des Systems bietet das Geeksphone an, eine Einführungstour zu Firefox OS zu präsentieren. Dort wird ganz allgemein gezeigt, wie der Nutzer zwischen den Homescreens wechselt, Icons verschiebt oder löscht, die recht spartanische Statusbar bedient und über längeres Halten des Homebuttons den Taskmanager aufruft. Der Sperrbildschirm von Firefox OS zeigt neben Mobilfunkprovider, Datum und Uhrzeit einen weißen Pfeil an, der nach oben weggeschoben werden muss. Nun verschwindet aber nicht der Homescreen, sondern es tauchen ein Entsperrbutton sowie ein Kamerabutton auf.

Firefox-OS-Icons auf der PackungFirefox-OS-Icons auf der Packung Zieht der Nutzer den Entsperrbutton seitlich weg, erscheint der beinahe leere Homescreen, auf dem wieder Datum und Uhrzeit sowie Icons für Telefonie, Messaging, Kontakte und Firefox-Browser liegen. Die Statusbar zeigte uns an, dass bereits ein 101,64 MB großes Systemupdate sowie ein 3,19 MB großes Update für den von Nokia verwendeten Kartendienst Here Maps bereitsteht. Ein Blick in die Systemeinstellungen zeigte, dass auf dem Geeksphone Peak bei Auslieferung die Software-Version "Boot2Gecko" 1.0.1.0-prerelease installiert war. Nach dem Update blieb diese Versionsnummer gleich.

Auf den ersten Blick verfügt das Firefox-Handy Geeksphone Peak mit Ausnahme des Appstores über alle essentiellen Smartphone-Features. In den nächsten Tagen werden wir das Open-Source-Handy eingehend unter die Lupe nehmen.