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Berliner Fundbüros arbeiten erfolgreich im Internet

08.06.2009
12:28

Hauptstadt wurde 2008 zur "Finderstadt des Jahres" gekürt

Bei der Suche nach verlorenen Schlüsseln, Geldbörsen oder Handys greifen die Berliner zunehmend auf das Internet zurück. Oftmals haben sie Glück, denn viele Finder sind ehrlicher als weithin angenommen. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa bei Fundbüros, Verkehrsunternehmen, den Bäderbetrieben und dem Betreiber eines Internetportals ergeben.

"Dank des Internets haben wir unsere Rückgabequote deutlich erhöht", sagt der Leiter Zentralen Fundbüros in Berlin, Manfred Schneider. Rund 4 000 von jährlich etwa 26 000 abgegebenen Fundsachen werden demnach wieder abgeholt. "Bevor man Suchanfragen online aufgeben konnte, waren es nur 2 500 Gegenstände jährlich", sagte er. Seit 2005 können Berliner auf den Internetseiten des Zentralen Fundbüros recherchieren, ob ihr "Schatz" bei den Bürgerämtern, der Polizei oder in der zentralen Sammelstelle abgegeben wurde. 15 000 bis 18 000 Menschen nutzen diese Möglichkeit pro Monat. Anfangs waren es laut Schneider nur 2 000 bis 5 000.

"Wir würden gern noch mehr Verlorenes zurückgeben", sagte Schneider. Oft werde angenommen, dass Finder die Sachen nicht zurückgeben. "Aber es ist immer wieder erstaunlich, wie ehrlich die Berliner sind." Selbst 13 000 Euro in einer Plastiktüte seien schon abgegeben worden. Auch Geldbörsen mit komplettem Inhalt würden immer wieder den Weg zum Besitzer finden.

Häufig sei der Wiederbeschaffungswert von Verlorenem aber sehr gering. Deshalb würden sich viele Berliner nicht die Mühe machen, das Fundbüro zu kontaktieren. Im Lager stapeln sich vor allem Schlüssel, Geldbörsen, Kleidung, aber auch Fotoapparate und Handys. Was nach einem halben Jahr nicht abgeholt werde, lande bei regelmäßigen Auktionen unter dem Hammer.

Fundstücke vom Krückstock bis zur Zahnprothese

Kuriose Funde gibt es immer wieder in den Bussen und Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Ob Krückstöcke, Zahnprothesen oder Fahrräder - vergessen wird vieles. Jährlich sind es laut BVG-Sprecher Klaus Wazlak etwa 35 000 verschiedene Dinge. Auch bei der BVG wird das Internet zunehmend für Suchanfragen genutzt. "Pro Tag kommen so etwa 30 Anfragen an", sagte Wazlak. Etwa 35 bis 40 Prozent der Fundsachen gelangten wieder zum Eigentümer. Ähnlich hoch ist Rückgabequote nach Angaben eines Sprechers der Deutschen Bahn auch in den Zügen im Fern-, Regional- und der Berliner S-Bahn.

Verlorene Gebisse finden sich nicht nur in Zügen, sondern auch in den Schwimmbecken und Umkleideräumen der Berliner Bäderbetriebe. "Hin und wieder werden Zahnprothesen oder auch Intimschmuck gefunden", sagt Pressesprecher Matthias Oloew. Weitaus öfter jedoch sammeln die Mitarbeiter liegengelassene Bikinis, Badehosen und Schwimmbrillen ein. Oloew sprach von "regelrechten Asservatenkammern", in denen sich jeweils am Saisonende "Tausende von Kleidungsstücken" stapeln, die jeweils an soziale Einrichtungen übergeben werden. Die Mehrheit der verlorenen Wertsachen werde hingegen abgeholt. Auch unter den Badegästen gebe es viele ehrliche Finder.

Berlin ist "Finderstadt des Jahres"

Der Internetdienst Fundbüro24.de hat Berlin 2008 gar als "Finderstadt des Jahres" ausgezeichnet. Das Verhältnis von Fund- zu Verlustmeldungen sei deutschlandweit am besten gewesen, sagt Inhaber Franz-Rudolf Borsch. Die Finderstadt 2009 solle noch in diesem Monat gekürt werden. Derzeit seien auf dem Internetportal rund 35 000 Verluste und rund 4 300 Funde für Berlin gemeldet. "Bei den Verlusten stehen Geldbörsen und Schlüssel an oberster Stelle und bei den Funden Schlüssel, Schmuck und sonstige Wertgegenstände", sagte Borsch.

 
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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2012-01, Erwachsene ab 14 Jahre